Fußball

So schön war sein Tor-Debüt WM-Helden bejubeln Götzes Traumeinstand

Gerade einmal neun Minuten steht Mario Götze für seinen neuen Arbeitgeber auf dem Platz, da sorgt er bereits für das erste Ausrufezeichen. "Intelligent und klug" erahnt er einen Rückpass, sprintet dazwischen und schiebt den Ball ins Tor. Lob gibt es fortan von allen Seiten.

Der Traumeinstand von Mario Götze in den Niederlanden verzückte selbst die deutschen Weltmeister-Kollegen von 2014. Jérôme Boateng, Andre Schürrle und auch Thomas Müller jubelten in den sozialen Netzwerken mit dem 28-Jährigen, der gleich bei seinem Debüt für die PSV Eindhoven mit einem Treffer geglänzt hatte. Nach Jahren des Stillstandes ist die Hoffnung auf eine Rückkehr zu alter Stärke groß.

Doch während sich Mitspieler, Ex-Kollegen und Experten nahezu überschlugen, blieb der Mann des Spiels ganz bescheiden. "Das war sehr wichtig für mich nach den letzten Wochen und Monaten", sagte Götze nach seiner erfolgreichen Premiere beim 3:0 (3:0) bei PEC Zwolle. Es sei einfach ein gutes Gefühl, "wieder Fußball zu spielen, zu gewinnen und ein Tor zu machen". Er wisse auch, "dass es sicher ein paar Spiele braucht, um wieder bei 100 Prozent zu sein", sagte Götze. "Vielleicht dauert es noch ein paar Wochen und dann werde ich sogar noch besser sein."

In Eindhoven bekommt er - anders als zuletzt beim BVB oder bei den Bayern - wieder die Chance dazu. Gerade einmal neun Minuten waren gespielt, da eroberte Götze einen Rückpass, umdribbelte den Torhüter und machte mit dem Führungstreffer vorerst alle Sorgen vergessen. "Das war ein typisches Götze-Tor", lobte Trainer Roger Schmidt: "Intelligent und klug." Nach 67 vielversprechenden Minuten verdiente sich Götze bei seiner Auswechslung die Umarmung seines neuen Trainers.

Glücklich über Sieg und Spielminuten

"Er hat gut gespielt, aber er braucht mehr Spielpraxis", sagte Schmidt. Das betonte auch Götze. Die Fitness sei zwar gut, er habe aber noch einige Spiele nötig, um auf 100 Prozent zu kommen. Aber erst einmal sei er "vor allem über die Spielminuten und über den Sieg glücklich". Dass Götze mit der PSV nun nach fünf Spieltagen an der Tabellenspitze steht, rundete ein perfektes Wochenende ab. Seine Verpflichtung hatte übrigens schon vor dem ersten Einsatz Euphorie rund um den Traditionsklub ausgelöst. Götzes Trikot mit der Nummer 27 ist ein Hit im PSV-Fanshop.

Mit nun 28 Jahren wolle er wieder Spaß haben, hatte Götze bei seiner Vorstellung gesagt, aber auch den Meistertitel holen. In einem extrem jungen Kader, dem fünf weitere Deutsche angehören - darunter auch der frühere Augsburger Philipp Max - soll Götze einerseits seine überragenden technischen Qualitäten ausspielen, er soll aber auch Leitwolf sein. "Ich hoffe, ihm gelingt ein Neustart", sagte WM-Kollegen Bastian Schweinsteiger dem "Kicker". Götze, der nach seinem WM-Siegtor nicht so durchstartete, wie viele erwartet hatten, sei mit dem Verlauf seiner Karriere "sicher auch nicht absolut glücklich. Das Umfeld spielt bei manchen eine gewisse Rolle, womöglich auch bei ihm", sagte der 36-Jährige: "Es ist schade, dass er im besten Alter ein paar Schritte zurück gemacht hat."

"Sorgen wir dafür, dass er sich nun voll und ganz auf Fußball konzentrieren kann", sagte Schmidt nach dem Debüt. Das hohe Pressing, der große Stress für den gegnerischen Ballführenden und das blitzschnelle Umschalten kommen Götze entgegen - ähnlich wie zu seiner besten Zeit in Dortmund unter Jürgen Klopp. Auch deshalb hatten die niederländischen Medien ihr erstes Urteil schnell gefällt: Götze sei ein "kluger Spieler und schneller Denker" schrieb die Tageszeitung "AD" und "die Eredivisie passt zu ihm", freute sich "De Telegraaf". Am Donnerstag empfängt Eindhoven den FC Granada in der Europa League. Götze könnte dann auch auf internationaler Bühne den ersten Schritt zurück ins Rampenlicht machen.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid