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Fan-Frust nach KampfabsageSteht der "Neandertaler" am Scheideweg?

30.01.2026, 12:13 Uhr
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Stand zuletzt im September 2025 im Käfig: Frederic Vosgröne. (Foto: Oktagon MMA)

Der "Neandertaler" erlebt 2025 ein Revival. Mit diesem Image erobert Frederic Vosgröne die MMA-Welt. Nun bröckelt sein Ansehen. Vor allem, weil er nicht kämpft.

Im Jahr 2025 gelingt Frederic Vosgröne der Durchbruch im MMA-Sport. Der Düsseldorfer mit dem Spitznamen "Neandertaler" fasziniert mit seinem Auftreten und seinen Leistungen im Käfig die Massen. Der Hype-Train des 28-Jährigen kommt nun aber abrupt zum Stehen, weil er einen Kampf erneut kurz vor der Veranstaltung absagt.

Eine Schulterverletzung lässt einen Einsatz von Vosgröne in Stuttgart bei Oktagon 83 (31. Januar, ab 17.30 Uhr auf RTL+) nicht zu. Operation statt Käfigspektakel. "Ich habe noch mein Bestmögliches getan, doch leider ist es in den letzten Wochen nicht besser geworden und ich musste diese Entscheidung treffen", sagte Vosgröne in einem Video. "Es tut mir auf jeden Fall leid, es war für mich auch keine einfache Entscheidung."

Oktagon 83 aus Stuttgart...

Oktagon-Champion Will Fleury, der bereits mehrfach von Vosgröne herausgefordert wurde, ging hart ins Gericht mit seinem deutschen Kontrahenten: "Er hat noch einen langen Weg vor sich, seine Reputation wiederherzustellen, um als echter Kampfsportler wahrgenommen zu werden." In einem Videostatement gegenüber RTL führte er weiter aus: "Es ist einfach traurig. Ich glaube, die Fans wurden hier verarscht und die gesamte deutsche MMA-Szene leidet unter seinem kindischen Verhalten."

Aber verliert Vosgröne nun wirklich den Rückhalt bei den Fans? Für viele kommt die Absage überraschend, andere wollen sogar ein Muster erkennen, da Vosgröne bereits zwei Mal zuvor einen Kampf kurzfristig abgesagt hatte. Zumindest was die Followerzahlen auf Instagram angeht, tut die Absage seiner Popularität keinen Abbruch. Hier kommen täglich weiterhin rund 1000 neue Anhänger hinzu. Das Vertrauen hat aber sicher gelitten. Vor allem, weil der 28-Jährige scheinbar fahrlässig mit seiner Gesundheit umgeht.

Erst Vorfreude, dann bittere Pille

Während Vosgröne noch wenige Tage vor der Absage Vorfreude auf seinen Kampf gegen Samuel Chavarria suggerierte, sah das hinter den Kulissen etwas anders aus. Im Interview mit RTL/ntv am 21. Januar sprach der "Neandertaler" bereits über seine Verletzung, die ihn lange nicht in seiner Paradedisziplin, dem Bodenkampf, hat trainieren lassen. "Ich hatte die letzten drei Wochen keine Kraft in meinem rechten Arm, daher konnte ich kein Grappling trainieren, dafür mich aber im Standkampf ins Zeug legen", sagte Vosgröne. Er sei aber in Behandlung und gehe davon aus, dass die "Entzündung" bis zum Kampf noch besser werde.

Es war dann doch ein wenig mehr als eine Entzündung, wie der ärztliche Befund, der ntv.de vorliegt, besagt: Vosgröne leidet an einer entzündeten und steifen Schulter mit Arthrose, gereizten Sehnen, Schäden an der Gelenklippe und leichten Schleimbeutelentzündungen. Medizinisch hat man aber alles versucht, um Vosgröne noch fit zu bekommen: Kortison-Spritzen, Physio- und Magnetfeldtherapie kamen zum Einsatz - vergeblich.

Diese Verletzungsanfälligkeit macht es für einen Veranstalter wie Oktagon schwierig, den 28-Jährigen in einen größeren Kampf, beispielweise gegen einen anderen Deutschen in seiner Gewichtsklasse, zu packen. Denn bislang konzentriert sich die Vermarktung seiner Kämpfe ausschließlich auf ihn. Sein letzter Gegner, der Brasilianer Fabio Moraes, bekam vor dem Kampf fast keine Aufmerksamkeit. Auch der Honduraner Chavarria spielt langfristig in den Plänen von Oktagon keine Rolle. Unter den kurzfristigen Absagen leidet auch der Veranstalter. Je kurzfristiger die Absage, desto größer wird der Verdacht, dass man mit dem Namen - in diesem Fall Vosgröne - noch Tickets verkaufen möchte. Die Kommunikation von Kampfansetzungen oder - absagen obliegt in der Regel Oktagon.

Um Vosgröne wird es sportlich nun ruhiger. Mitte Februar steht seine Operation an der Schulter an, nach der er rund vier Monate ausfallen wird. Damit wäre der nächstmögliche Einsatz des Neandertalers frühestens im Sommer möglich.

Quelle: ntv.de, mba

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