MMA

Wilder Jahresauftakt in der UFCPower-Beatle Pimblett unterliegt in irrer Materialschlacht

25.01.2026, 07:32 Uhr
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Schenkten sich nichts: Paddy Pimblett (l.) und Justin Gaethje. (Foto: IMAGN IMAGES via Reuters Connect)

Mit neuem Medienpartner und einem dicken finanziellen Polster startet der MMA-Branchenprimus ins neue Jahr. Sportliche Schlagzeilen schreibt UFC 324 in Las Vegas aber erst mit dem Hauptkampf.

Der erste neue Champion der Ultimate Fighting Championship (UFC) im Jahr 2026 steht fest. Im Kampf um den Titel im Leichtgewicht (bis 70 kg) setzte sich der US-Amerikaner Justin Gaethje gegen den Briten Paddy Pimblett bei UFC 324 in Las Vegas durch. Die von vielen Turbulenzen überschattete Veranstaltung fand zumindest sportlich ein starkes Ende.

Das Event war vor allem von Kampfabsagen bestimmt. Verletzungsbedingt fiel der zweite Hauptkampf zwischen Championess Kayla Harrison und MMA-Legende Amanda Nunes ins Wasser. Beim offiziellen Wiegen verlor dann der Amerikaner Cameron Smotherman das Bewusstsein und stürzte. Er verletzte sich nur leicht, sein Kampf wurde aber ebenfalls kurzfristig abgesagt. Ein weiteres Duell wurde nur Stunden vor dem Event gestrichen. Die Organisation gab zunächst keinen Grund für diese Entscheidung bekannt, aber mehrere Berichte deuten darauf hin, dass ungewöhnliche Wettaktivitäten vor dem Kampf zwischen Alexander Hernandez und Michael Johnson die Alarmglocken läuten ließen.

Berichten zufolge habe Hernandez verletzt in den Kampf gehen wollen und jemand aus seinem Team habe diese Information weitergegeben, was zu verdächtigen Wettaktivitäten geführt haben soll. Vor rund zwei Monaten hatte die UFC bereits einen ähnlichen Vorfall, allerdings erst nach der Austragung.

Durch den Wechsel des Medienpartners in den USA wollte die UFC in diesem Jahr ein neues Zeitalter einleiten. Auf ESPN folgt nun Paramount+, die dem Branchenprimus im Kampfsport jährlich 1,1 Milliarden Dollar für die Übertragungsrechte zahlen. ESPN berappte zuvor lediglich rund 450.000 Dollar. Der Geldsegen dürfte sich auch bei den MMA-Profis bemerkbar machen. Die Boni werden künftig verdoppelt. Für den Kampf und die Leistung des Abends zahlt die UFC nun 100.000 Dollar, jeder vorzeitige Sieg bringt zudem 25.000 Euro. Bei Gagen, die für UFC-Neulinge im niedrigen fünfstelligen Bereich liegen, sollte das ein ordentlicher Motivationsschub werden. Bei UFC 324 ging das noch nicht auf - es gab bis zum Hauptkampf fünf vorzeitige Entscheidungen in zehn Käfigduellen.

Hauptkampf wird zur Highlight

Gaethje und Pimblett verschwendeten im finalen Kampf des Abends keine Zeit. Der Brite, der mit Beatles-Frisur und ikonischem Einmarsch die Fans begeistert, agierte mit auffällig niedriger Deckung und konnte seinen Gegner so mit Schlagkombinationen überraschen. Gaethje dagegen machte Druck und erwischte Pimblett regelmäßig mit einem linken Haken. Nach einem harten Treffer mit einer rechten Geraden ging der 31-jährige Pimblett zu Boden, doch der US-Amerikaner, der bereits einmal den Interimstitel halten konnte, setzte nicht entscheidend nach. In der Folge rappelte sich der Mann aus Liverpool wieder auf und fing Gaethje bei dessen Vorstößen immer wieder mit einem hochgezogenen Knie ab.

Oktagon 83 aus Stuttgart...

Die rechte Gerade war auch inderfolge ein probates Mittel für Gaethje. Wenige Sekunden vor Ende der zweiten Runde landete er wieder einen Knockdown, die Uhr rettete Pimblett vor der K.o.-Niederlage. In der dritten Runde war dann der 31-Jährige dominanter und nutzte seine Reichweite, um Gaethje in Schach zu halten. Der Brite musste bis dato harte Treffer einstecken und ging gezeichnet in die letzten beiden Runden.

Der Amerikaner hatte die dritte Runde wohl zum Durchschnaufen genutzt, denn danach war er wieder im Vorwärtsgang. Er kassierte zwar einige gute Treffer von Pimblett, hatte aber die höhere Frequenz und die besagte rechte Gerade, die seinen Gegner immer wieder ins Wanken brachte. Pimblett bewies aber Nehmerqualitäten und schaffte es über die Zeit. Gaethje wurde am Ende von den Punktrichtern zum verdienten Sieger und neuen Champion ernannt. Pimblett darf sich mit dem Bonus für den Kampf des Abends trösten.

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Verloren, aber nicht unglücklich: Paddy Pimblett. (Foto: IMAGN IMAGES via Reuters Connect)

"Was für ein Gangster", honorierte Gaethje die Leistung seines Gegners. "Scouser können wohl wirklich nicht k.o. gehen. Aber Champions gehen nach vorne. Das ist eine Pflicht", so der neue Interimstitelträger. Der US-Amerikaner wird seinen nächsten Kampf wohl im Juni vor dem Weißen Haus austragen. Der US-Präsident Donald Trump ist ein Fan des 37-Jährigen.

UFC 324 Main Card

Leichtgewicht Interimstitel: Justin Gaethje besiegt Paddy Pimblett nach Punktentscheid.

Bantamgewicht: Sean O'Malley besiegt Song Yadong nach Punktentscheid.

Schwergewicht: Waldo Cortes-Acosta besiegt Derrick Lewis durch TKO in Runde drei.

Fliegengewicht: Natalia Silva besiegt Rose Namajunas nach Punktentscheid.

Federgewicht: Jean Silva besiegt Arnold Allen nach Punktentscheid.

Quelle: ntv.de, mba

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