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Schmerzhafte Olympia-Klatsche"Aggressive Steine" stürzen deutsche Curler ins Chaos

17.02.2026, 14:09 Uhr
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Marc Muskatewitz hatte so seine Probleme. (Foto: picture alliance/dpa)

Die deutschen Curling-Männer kassieren eine überraschende Niederlage gegen Tschechien. Die Chancen auf den Halbfinal-Einzug sinken rapide. Bundestrainer Kapp spricht von zu vielen Fehlern und aggressiven Steinen. Schon am Abend wartet der nächste Gegner.

Die deutschen Curler stehen bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo vor dem Aus. Das junge Team um Skip Marc Muskatewitz verlor nach mehreren schwerwiegenden Fehlern gegen das zuvor noch sieglose Tschechien trotz einer 5:2-Führung mit 7:9. Deutschland muss nun seine letzten beiden Vorrundenspiele gewinnen und auf Schützenhilfe hoffen, um noch das Halbfinale zu erreichen.

"Am Ende des Tages müssen wir uns an die eigene Nase packen", sagte Bundestrainer Uli Kapp nach der vollkommen überraschenden Pleite. "Wir haben das Spiel dominiert. Wir hatten mehrfach Chancen, das für uns zu entscheiden. Wir haben Steine liegenlassen. Das darf nicht passieren."

Es passierte jedoch. Wiederholt. Auch, weil die Deutschen mit den Steinen nicht so gut zurechtkamen. Die waren am gestrigen Abend noch einmal behandelt worden. Die Unterseite des glatten Granits war abgeschliffen worden, die aufgerauten Steine entwickelten so einen ganz anderen Spin auf dem präparierten Eis.

"Die Steine waren viel aggressiver, sie hatten viel mehr Curl", erklärte Kapp. "Wir wissen damit eigentlich gut umzugehen. Haben das auch besser gemacht. Wir haben bei den Skip-Steinen, also bei Marc, tendenziell immer ein bisschen wenig Eis gegeben. Haben dann auch ein Stein von ihm getauscht. Wir dachten, der curlt mehr. Vielleicht ist das auch nur Kopfsache, aber das macht man so."

"Sie haben von unseren Fehlern profitiert"

In der Schlussphase gegen Tschechien schlichen sich bei der deutschen Mannschaft grobe Fehler ein. Vor allem Muskatewitz schenkte dem Gegner, der seinen ersten Sieg bei Olympia bejubelte, wichtige Punkte. Im siebten End setzte der Skip einen Stein daneben, das Schlusslicht punktete dreifach und glich zum 5:5 aus. Deutschland ging zwar mit einer Führung in den letzten Durchgang, nach einem weiteren Fauxpas war der Weg zum Sieg Tschechiens aber frei.

"Wir waren eigentlich immer auf der falschen Seite", sagte Kapp. "Wir haben die Steine nicht so gespielt, wie wir sie brauchten. Da haben wir es liegenlassen. Die Tschechen haben das gut gespielt, aber sie haben von unseren Fehlern profitiert." Die Curler hätten einfach die "falsche Toleranz" gespielt.

Am Dienstagabend (19.05 Uhr / im Liveticker auf ntv.de) ist die noch ungeschlagene Schweiz der nächste Gegner, zum Abschluss der Round Robin treffen die Europameister von 2024 am Donnerstag auf China (9.05 Uhr/beide ARD und Eurosport und im Liveticker auf ntv.de). Mit drei Siegen und vier Niederlagen belegt die deutsche Auswahl des kanadischen Trainers Ryan Sherrard Rang sieben. Das erklärte Ziel war ein Platz in den Top vier.

Eine deutsche Curling-Auswahl ist erstmals seit 2014 in Sotschi wieder bei Olympia am Start. Die besten vier Teams der Zehnergruppe ziehen ins Halbfinale ein, am 20. und 21. Februar geht es im Cortina Curling Stadium um die Medaillen.

Quelle: ntv.de, sue/sid

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