Nicht nur "Nackenschmerzen"Australier bricht sich bei Olympia das Genick - und keiner merkt es

Cam Bolton will zum vierten Mal bei Olympischen Spielen antreten, doch daraus wird nichts: Der australische Snowboarder verletzt sich im Training schwer. Das merkt er aber erst, nachdem er im Bett gewesen ist.
Was für eine dramatische Entwicklung: Am Montag stürzt der australische Snowboarder Cameron Bolton beim Training für den olympischen Snowboardcross-Wettbewerb abseits von Zuschauern und Kameras schwer, anschließend klagt er über Nackenschmerzen. Von seinem Team wird er auf Symptome an Kopf, Hals und Schulter untersucht, danach fährt er ins Hotel.
Dann wird alles schlimmer: Am Morgen nach dem Sturz wacht der 35-Jährige mit stärker werdenden Schmerzen im Nacken auf, Bolton wird mit dem Hubschrauber für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus geflogen. Dort stellen die Ärzte fest: Bolton hat sich bei dem Sturz zwei Wirbel im Genick gebrochen.
Die australische Teamchefin Alisa Camplin sagte, der beliebte Bolton, der dieser Tage bereits seine vierten Olympischen Spiele erleben wollte, sei trotz der Schwere der Verletzung guter Dinge und werde von seiner Frau begleitet. "Cam will, dass seine Teamkollegen wissen, dass es ihm gut geht und er gut versorgt wird." Die Spiele von Mailand und Cortina d'Ampezzo sind für Bolton natürlich beendet. Ob die Verletzung Folgeschäden nach sich zieht, ist nicht bekannt. Statt Bolton wird James Johnstone an den Start gehen, der Reservefahrer kommt so zu seinem Olympia-Debüt.
"Für Cam ist es daher verheerend, dass er uns nun nicht zeigen kann, wozu er fähig ist. Aber ehrlich gesagt bin ich einfach nur froh, dass er nach diesem schrecklichen Sturz wieder auf den Beinen ist", sagte die ehemalige australische Olympionikin Britt Cox bei Nine Today. Sie lobte Bolton: "Er ist einer dieser Athleten, die wie guter Wein mit dem Alter immer besser werden. In den letzten Jahren hat er sich stetig verbessert und wirklich gute Leistungen gezeigt. Bei diesen Spielen hätte er sein bestes Olympiaergebnis erzielen können."
"Leider nichts Ungewöhnliches"
Für das australische Team ist der Ausfall Boltons bereits die vierte Hiobsbotschaft: Die Favoritin auf eine Medaille im Aerials, Laura Peel, verletzte sich im Knie bei einem Trainingslager vor den Olympischen Spielen, während die junge Freeskierin Daisy Thomas ebenfalls bei einem Sturz eine Knieverletzung erlitt. Die Snowboard-Halfpipe-Olympionikin Misaki Vaughan musste ebenfalls auf ihr Debüt verzichten, nachdem sie am Montag beim Training auf den Kopf gestürzt war.
"Leider gehören Verletzungen im Wintersport dazu, und bei 53 Athleten, die relativ risikoreiche Sportarten ausüben, ist das leider nichts Ungewöhnliches", sagte Camplin, die 2022 in Salt Lake City mit zwei gebrochenen Knöcheln die Goldmedaille im Aerials gewann.