Olympia

Perfektes Karriereende locktBob-Ass Lochner dominiert sich Richtung Gold-Double

21.02.2026, 14:34 Uhr
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Es läuft bei Johannes Lochner. (Foto: picture alliance/dpa)

Gelingt der perfekte Abschied? Johannes Lochner beendet nach den Olympischen Winterspielen seine Karriere - Doppel-Gold ist drin. Nach der Hälfte des Wettkampfes führt er deutlich. Das Podium könnte so aussehen wie schon im Zweierbob.

Johannes Lochner lächelte zufrieden und ballte die Faust in Richtung seiner Anhänger auf der Tribüne. Mit der nächsten Machtdemonstration im Eiskanal hat der bayerische Bob-Pilot in Cortina d'Ampezzo Kurs auf das olympische Gold-Double genommen - und den Grundstein für einen krönenden Abschluss seiner Karriere gelegt.

Der Bayer führt in der Königsdisziplin Vierer bereits zur Halbzeit mit 0,43 Sekunden vor seinem Dauerrivalen Francesco Friedrich und ist auf dem besten Weg, nach Olympiagold im Zweier auch im großen Schlitten zu triumphieren. "Wenn ich mich morgen nochmal zusammenreiße und die zwei Läufe noch besser mache, können wir mit einem guten Ergebnis rechnen", sagte Lochner.

Im großen Schlitten war eigentlich eine enge Entscheidung erwartet worden, doch schon zum Auftakt zeigte Lochner mit seinen Anschiebern Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer die klar beste Linie und ging mit Start- und Bahnrekord deutlich in Führung. Im zweiten Durchgang baute er den Vorsprung weiter aus.

Nächster Dreifach-Erfolg möglich

In den finalen Läufen drei und vier am Sonntag (ab 10.00 Uhr/ZDF, Eurosport und im ntv.de-Liveticker) kann sich Lochner eigentlich nur noch selbst schlagen. Der Frankfurter Adam Ammour ist Dritter (+0,59) und könnte wie im Zweier für einen deutschen Dreifachsieg sorgen.

Friedrich hingegen muss sich mit seinen Anschiebern Alexander Schüller, Matthias Sommer und Felix Straub etwas einfallen lassen. Er hatte schon im Zweier eine heftige Niederlage (1,34 Sekunden Rückstand) gegen Lochner kassiert und "nur" Silber gewonnen. Seine Zukunft nach dem Abschluss der Winterspiele ist offen.

"Der Abstand ist nicht zu groß. Die Bahn hat es in sich. Wer da einen Fehler macht, der wird bestraft. Wir haben zu viele Fehler im ersten Lauf gemacht", sagte Friedrich: "Jetzt heißt es, morgen nochmal gut zu starten. Wir setzen alles daran, dass es klappt."

Erfolgsanschieber vor fünftem Gold

Schon mit einer Medaille würde der Doppel-Olympiasieger von 2018 und 2022 zum erfolgreichsten Bob-Piloten der Geschichte aufsteigen und André Lange (ebenfalls 4x Gold, 1x Silber) abhängen - fünfmal Gold hat aber niemand. Brisant: Friedrichs langjähriger Erfolgsanschieber Margis greift auch nach seinem fünften Olympiagold - allerdings im Schlitten von Lochner. "Wir wollen Gold holen und Olympiasieger werden - nichts anderes. Es ist machbar, Franz zu schlagen", meinte Margis nach seinem Wechsel.

Die Dominanz der deutschen Piloten hatte sich im Weltcup abgezeichnet. Alle sieben Saisonrennen gingen entweder an Lochner, Friedrich oder Ammour. Mit der im oberen Teil kniffligen Bahn in Cortina kommt aber vor allem Lochner gut zurecht.

Drei Stürze im zweiten Lauf

In der Bahn macht Lochner am wenigstens Fehler. "Die Bahn liegt mir brutal gut, geht top von der Hand", sagte der 35-Jährige. Friedrich leistete sich erneut minimale Fehler, die sich am Ende summieren. Im zweiten Lauf war sogar Ammour, der die vergangenen zwei Rennen im Weltcup gewann, etwas schneller.

Der Wettbewerb wurde durch Stürze überschattet. Der österreichische Pilot Jakob Mandlbauer musste lange im Eiskanal behandelt und schließlich auf einer Trage ins Krankenhaus gebracht werden. Er klagte Medienberichten zufolge über Nackenschmerzen. Im weiteren Verlauf stürzten auch der französische Bob von Pilot Romain Heinrich und das Team aus Trinidad und Tobago um Pilot Axel Brown.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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