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Diskussion um Tor und SchirisFinnland zerbricht 35 Sekunden vor Schluss unter Kanadas Mega-Druck

20.02.2026, 20:20 Uhr
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35 Sekunden vor dem Ende kassierte Finnland den entscheidenden Treffer gegen Kanada. (Foto: REUTERS)

Das Superstar-Team aus Kanada steht im olympischen Eishockey-Endspiel. In einem spektakulären Halbfinale wendet der lange zurückliegende Topfavorit auf Gold das Duell mit Finnland erst in der Schlussminute.

Kanada war der Verzweiflung nah. Sie schossen und schossen, doch dieser verdammte Puck wollte kein drittes Mal ins Tor. Mit 0:2 hatte der Topfavorit im olympischen Eishockey-Halbfinale gegen Finnland hinten gelegen. NHL-Superstar Mikko Rantanen (17.) nutzte ein Powerplay zur Führung für den skandinavischen Außenseiter. Erik Haula (24.) erhöhte spektakulär in Unterzahl. Sollte hier in der gigantischen Arena in Mailand der Traum der Kanadier vom nächsten Olympiasieg platzen?

Nein, der Eishockey-Gott hatte noch eine wilde Wende parat. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende kassierte Niko Mikkola eine Zwei-Minuten-Strafe wegen hohen Stocks. Dieses Vergehen kam zur absoluten Unzeit. Die Nordamerikaner hatten das finnische Tor seit Beginn des zweiten Drittels mit Schüssen zugepflastert, aber immer wieder gerieten ihre Abschlüsse zu ungenau oder wurden vom sensationell spielenden Goalie Juuse Saros entschärft. Lediglich Sam Reinhart (35. Minute) von Stanley-Cup-Sieger Florida Panthers traf in Überzahl, den Ausgleich besorgte Verteidiger Shea Theodor (51.) von den Vegas Golden Knights.

Finnland verteidigte leidenschaftlich, aufmerksam. Sie waren unangenehm zu spielen, fanden aber offensiv fast gar nicht mehr statt. Acht Schüsse gaben sie im ausgeglichenen ersten Drittel ab, in den folgenden 40 Minuten waren es ebenfalls nur noch acht. Die Kanadier wurden immer wütender, immer druckvoller. Trainer Jon Cooper versuchte alles, um die stabilen finnischen Reihen löchrig zu spielen. Er reagierte und brachte im dritten Drittel Super-Stürmer Connor McDavid, Nathan MacKinnon und Macklin Celebrini in einer Reihe. Sie bekamen in der Schlussphase fast die gesamte Eiszeit in der Offensive.

Besonders für McDavid wäre der Olympiasieg eine große Erlösung. Der Teamkollege von Leon Draisaitl bei den Edmonton Oilers gilt als bester Spieler der Welt, gewann wie der deutsche Olympia-Kapitän mit einer Mannschaft aber noch nie eine wichtige Trophäe.

Die Halle tobt, als MacKinnon trifft

Das Giganten-Trio war 35 Sekunden vor dem Ende nicht mehr zu verteidigen gewesen. Auf Vorlage von McDavid und Celebrini haute MacKinnon den Puck per Direktabnahme ins Netz. Er rutschte an Saros knapp vorbei. Die Halle, klar in kanadischer Hand, tobte. Die spielentscheidenden Topstars gehören zu den Top-Fünf-Scorern in der NHL. Mehr Power, mehr Qualität in einer internationalen Reihe geht kaum. Die Superstars jubelten, die Finnen zerbrachen und kassierten direkt die nächste Strafe, eine Antwort auf den Last-Minute-Schock fanden sie nicht mehr.

"Wir haben eine unglaubliche Truppe – Jungs, die schon alles erlebt haben", schwärmte Brad Marchand und er dabei besonders die Matchwinner McDavid und MacKinnon im Sinn: "Wenn die beiden zusammen auf dem Eis stehen, sind sie so dominant, besonders im Powerplay. Sie wollen in diesen Momenten den Puck am Schläger haben. Und sie liefern jedes Mal ab."

Die kurioserweise eingesetzten kanadischen Schiedsrichter wiesen einen finnischen Protest wegen angeblichen Abseits dabei aber wohl korrekterweise zurück. Während der Überprüfung schrien mehrere tausend kanadische Fans: "Goal, Goal, Goal" und zeigten mit ihren Armen auf den Mittelkreis. Die Ansetzung der Schiedsrichter war auch Thema in der Mixed Zone und der anschließenden Pressekonferenz, aber die Finnen wollten das nicht als Ausrede nehmen. Dennoch blieb Cheftrainer Antti Pennanen, der die Coach-Challenge gezogen hatte, dabei, dass es Abseits war.

Lieber Luxushotel als olympisches Dorf

Der Gegner der Kanadier wird am Abend im Duell zwischen den USA und der Slowakei ausgespielt. Die Amerikaner sind klarer Favorit gegen das Team, das Deutschland im Viertelfinale mit einer deutlichen Abreibung aus dem olympischen Turnier geschossen hatte. Team Canada kämpft um die 15. Goldmedaille im Männer-Eishockey und die erste seit Sotschi 2014. Eine schlechte Nachricht hatte die Mannschaft vor dem Spiel zu verkraften: NHL-Legende Sidney Crosby war nach seiner Verletzung im Viertelfinale gegen Tschechien (4:3 n.V.) nicht rechtzeitig fit geworden. Ein Einsatz im Finale ist unklar.

Für ihren großen Traum hatte die Kanadier alles getan, sogar das olympische Dorf verlassen und waren nach wenigen Nächten in ein Luxushotel umgezogen. "Ich glaube nicht, dass das als Beleidigung oder ähnliches verstanden werden sollte", sagte Torwart Logan Thompson dazu dem Portal Sportsnet: "Wir wollen Gold gewinnen und uns die besten Chancen dafür sichern."

Quelle: ntv.de, tno

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