Olympia

Keine ist erfolgreicherMit diesem Gold heilt Superstar Eileen Gu ihre olympischen Wunden

22.02.2026, 15:02 Uhr
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Es wird doch noch alles gut für Eileen Gu: Der Freestyle-Superstar gewinnt Gold in der Halfpipe. Nach zweimal Silber nutzt die Chinesin ihre letzte Chance. Auf dem Weg dorthin ist sie viel Kritik ausgesetzt.

Eileen Gu lächelte. Das hatte die Freestyle-Skifahrerin bereits getan, nachdem sie Silber im Slopestyle und anschließend im Big Air gewonnen hatte. Am letzten Tag der Olympischen Spiele aber wirkte das Lächeln des Glamour Girls nicht so bemüht und aufgesetzt wie zuvor: Gold in der Halfpipe - das entsprach dem Selbstverständnis von Gu weitaus mehr als die beiden angeblich so wertvollen zweiten Plätze.

"Ich habe wirklich an jedem einzelnen Tag, an dem ich hier war, alles gegeben, und das ist kein Witz", sagte Gu. Was ihr besonders wichtig war zu betonen: Ihr Platz in der Geschichte. Keiner, keine Frau, kein Mann, hat mehr Gold und mehr Medaillen im Ski-Freestyle gewonnen. "Das", betonte Gu, "ist ein Beweis für Wettkampfstärke, für mentale Stärke. Es bedeutet, unter Druck performen zu können. Es hat nichts damit zu tun, ob du ein Junge oder ein Mädchen bist."

Sechste Medaille beim sechsten Start

Nach ihrem dritten Olympiasieg und der sechsten Medaille beim sechsten Olympiastart sank Gu erleichtert auf die Knie und rannte danach zu den vielen chinesischen Fans im Snow Park von Livigno. Ihr bester Vortrag gelang der 22-Jährigen im dritten Run, für den sie 94,75 Punkte erhielt. Silber gewann ihre Teamkollegin Li Fanghui (93,00), Bronze Weltmeisterin Zoe Atkin aus Großbritannien (90,50). Sabrina Cakmakli war bereits in der Qualifikation gescheitert.

Bereits im Slopestyle und im Big Air war Gu als die große Goldfavoritin an den Start gegangen, diesmal geriet sie gleich zu Beginn des Wettkampfs unter Druck, lag zunächst nur auf Rang acht. Zum Sieg hätte freilich auch ihr starker zweiter Run (94,00) gereicht. Mit insgesamt dreimal Gold und dreimal Silber ist Gu nun allein im Freestyle-Olymp: Mit ihrem Sieg übertrumpfte sie den Kanadier Mikael Kingsbury, der bei Olympia zweimal Gold und dreimal Silber auf der Buckelpiste gewonnen hat.

Mehr als 20 Millionen Dollar Jahresverdienst

Gu wird durch ihren Erfolg weiter polarisieren - vor allem in den USA. Sie ist in San Francisco geboren, startet aber seit 2019 für China, das Heimatland ihrer Mutter. Ihr Status als Star der Szene ist dabei unbestritten, sie gewann bereits 2022 bei ihren "Heim"-Spielen in Peking zweimal Gold und einmal Silber. Gus herausragende Stellung wird gut bezahlt von Werbepartnern in den USA und China. 2025 betrug ihr Jahresverdienst laut Forbes 23,1 Millionen Dollar.

Gu wird zumindest kritisch beäugt. Von der Konkurrenz - und neuerdings mehr denn je in ihrem Geburtsland. Selbst US-Vizepräsident JD Vance hat eine Meinung zu ihr. "Ich würde hoffen", sagte er, dass jemand, der in den USA aufgewachsen sei, vom "Bildungssystem", von den "Freiheiten und Grundrechten" profitiert habe, auch für die USA "an den Start geht". Gu nahm das lächelnd zur Kenntnis: "Ich fühle mich geschmeichelt, Danke JD, das ist lieb."

Quelle: ntv.de, ara/sid

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