Erfolgreichste Wintersportler "Rodel-Tobis" rasen mit Vollgas auf ultimativen Rekord zu

Bronze fühlt sich an wie Gold: Wegen Material-Problemen tüfteln die Rodler Tobias Wendl und Tobias Arlt bei den Olympischen Winterspielen bis spät in die Nacht an ihrem Schlitten. Nun winkt eine große Bestmarke.
Tobias Wendl und Tobias Arlt fühlten sich "geehrt". Als erfolgreichste deutsche Wintersportler bei Olympia mit Natalie Geisenberger gleichzuziehen, "freut uns sehr", sagte Arlt nach dem emotionalen Gewinn der Bronzemedaille in Cortina d'Ampezzo. Die Aussicht auf die alleinige Bestmarke treibt das Doppelsitzer-Duo, auch bekannt als "Rodel-Tobis", aber nicht an. "Wir machen es nicht, um Rekorde zu sammeln oder Rekorde aufzustellen. Wir machen es, weil es uns Spaß macht. Wir machen es, weil es ein geiler Sport ist", betonte Arlt.
Und doch war den beiden Ausnahmerodlern die große Chance bewusst, die sie am Abend (18.30 Uhr) mit der deutschen Teamstaffel bekommen. Schon der Gewinn von Edelmetall reicht, um an Geisenberger vorbeizuziehen. "Wir wollen mit Max, mit der Julia und mit Eitberger/Matschina natürlich Vollgas geben. Es wird ein enges Ding", sagte Arlt.
"Ob der Schlitten das macht, was ich will"
Seit 2014 hatte das bayerische Duo in sechs olympischen Rennen sechs Goldmedaillen gewonnen, diese Serie endete beim Olympiasieg der Italiener Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner am Mittwoch. In der in Sotschi vor zwölf Jahren eingeführten Teamstaffel sind Wendl und Arlt bei Olympia aber noch ungeschlagen. Und mit den Goldmedaillengewinnern Max Langenhan und Julia Taubitz sowie dem Silber-Duo Dajana Eitberger und Magdalena Matschina gilt das deutsche Team als Topfavorit.
Arlt bremste die Erwartungen zumindest ein wenig. "Man hat es heute schon gesehen im Doppel, dass da auch viel passieren kann", sagte der 38-Jährige, aber: "Wir freuen uns halt einfach."
Nach dem furiosen Doppelsitzer-Finale hatten die "Rodel-Tobis" mit ihrem Material gehadert. Wendl sagte zu der Situation vor dem Rennen: "Wer uns kennt, wir sind Kämpfer. Wir haben lange überlegt und haben gestern bis in die Nacht rein den Schlitten umgearbeitet. Heute in der Früh haben wir noch weitergemacht. Meine einzige Angst war, ob der Schlitten das macht, was ich will. Deswegen waren im ersten Lauf ein paar Fehler drin." Daher fühle sich "die Bronzene an wie Gold, weil wir gekämpft und gelebt haben".