Trauer überlagert OlympiaSkispringer "weint den ganzen Tag"

Für Johann André Forfang tritt der Sport bei den Winterspielen in den Hintergrund. Der norwegische Skispringer gibt Einblicke in die Trauer um seinen verstorbenen Vater. Bereits im Vorfeld der Spiele hatte er angekündigt, in Zukunft nur noch für seinen Vater zu springen.
Johann André Forfang trauert. "Es war eine ganz besondere Vorbereitung. Ich habe eigentlich den ganzen Tag nur geweint", sagte der norwegische Skispringer. Vor seinem Olympia-Wettkampf in Predazzo hörte er eine Playlist, die er zusammen mit seinem kürzlich verstorbenen Vater hatte. "Ich habe noch nicht so viele Wettkämpfe bestritten, ohne dass er da war. Es ist sehr schwer und speziell", sagte Forfang der norwegischen Boulevardzeitung "Dagbladet".
Beim Olympiasieg von Philipp Raimund belegte er den neunten Platz. Das Ergebnis tritt angesichts seines Schicksalsschlags völlig in den Hintergrund. Mit extra beschriftetem Handschuh gedachte der 30-Jährige im Auslauf seinem Vater, der im Alter von 68 Jahren einer Krebserkrankung erlag. Die Beerdigung soll erst nach den Winterspielen stattfinden. "Ich bin erleichtert, dass ich mich nicht zwischen den Olympischen Spielen und der Beerdigung entscheiden musste", sagte Forfang dem norwegischen Sender NRK.
Im Vorfeld der Olympischen Winterspiele hatte Forfang über den Tod seines Vaters Ende Januar gesprochen. "Es war ein großer Wunsch meines Papas, dass ich zu den Olympischen Spielen reise und unser gemeinsames Projekt zu Ende bringe", hatte der 30-Jährige bei NRK erzählt: "Ich dachte ja, dass er während der Titelkämpfe noch hier sein würde. Es ist unwirklich und unglaublich schwer, dass er das nicht mehr miterleben darf."
Forfang, einer der Protagonisten beim norwegischen Anzugskandal vor einem Jahr, hatte 2018 in Pyeongchang Einzel-Silber hinter Andreas Wellinger und Gold mit dem Team gewonnen. Die Spiele 2022 verpasste er wegen einer Coronainfektion. "Ab jetzt werde ich für den Rest meiner Karriere für meinen Vater springen", hatte er gesagt.