USA-Rufe im Washingtoner KapitolDonald Trump huldigt seinen US-Goldhelden - nicht alle erscheinen

Während seiner Rede zur Lage der Nation holt Trump das US-Eishockeyteam auf die große Bühne. Torhüter Connor Hellebuyck soll die höchste zivile Auszeichnung der USA erhalten. Aber einige Spieler verpassen den Termin.
Donald Trump hat die Eishockey-Goldmedaillengewinner der USA im Weißen Haus empfangen. "Ich erkenne jeden Einzelnen von euch, ich kenne euch alle", rief der US-Präsident den Olympiasiegern zu, als die Mannschaft das Oval Office betrat. Sein Büro hatte Trump mit goldenen Verzierungen dekoriert.
Die Eishockey-Cracks, die in Mailand gegen Erzrivale Kanada (2:1 n.V.) ihre erste Goldmedaille seit dem "Miracle on Ice" 1980 in Lake Placid gewonnen hatten, waren zuvor mit einem Charterflug nach Miami geflogen. Von dort aus ging es weiter in die Hauptstadt Washington D.C. Vor dem Weißen Haus posierte das Team für Fotos, bevor die Spieler Trumps Rede zur Lage der Nation beiwohnen durften.
Fünf Spieler fehlen in Washington
Nicht alle der 25 Spieler waren nach Washington gekommen, berichtet der "Guardian". Brock Nelson, Jackson LaCombe, Jake Guentzel, Jake Oettinger und Kyle Connor blieben der Veranstaltung fern. Sie wurden entweder in Minnesota geboren oder haben große Teile ihrer Jugend dort verbracht. Minnesota war Anfang des Jahres Schauplatz der teils tödlichen Einsätze der ICE-Behörde.
Die Spieler äußerten sich ausweichend zu ihrem Fernbleiben. Connor, der in der NHL bei den Winnipeg Jets spielt, sagte "The Athletic" er müsse sich auf die Rückkehr der Liga vorbereiten. Das erste Spiel für ihn steht bereits am heutigen Mittwoch an. Auch für die anderen ferngebliebenen Spieler geht der Ligabetrieb sofort weiter.
Höchste Auszeichnung für Hellebuyck
Bei seiner Rede zur Lage der Nation rückte Trump seine US-Goldhelden in den Mittelpunkt. Vor beiden Kammern des US-Parlaments lobte er die Spieler für ihren Olympia-Erfolg und bezeichnete den Sieg gegen Kanada als Beleg dafür, dass "unser Land wieder gewinnt". Die Anwesenden im Kapitol in Washington skandierten "USA" und applaudierten den Sportlern, die auf der Zuschauertribüne aufstanden und ihre Goldmedaillen hochhielten.
Trump kündigte an, dem Torhüter Connor Hellebuyck die höchste zivile Auszeichnung der USA zu verleihen, die "Freiheitsmedaille des Präsidenten" (Presidential Medal of Freedom). Dies ist die höchste zivile Auszeichnung in den USA, mit welcher der 32-Jährige für seine Glanzleistung mit 41 Paraden im Finale gegen Kanada geehrt werden soll. "Großartige Sportler haben das bekommen", sagte Trump: "Ich fand, dass er sie verdient hat." Nie habe er einen Torhüter besser spielen sehen, sagte der Republikaner.
Das ebenfalls mit Gold ausgezeichnete US-Eishockeyteam der Frauen hatte eine Einladung Trumps zuvor ausgeschlagen. Sie begründeten dies mit bereits bestehenden beruflichen und akademischen Verpflichtungen. In seiner Rede kündigte Trump nun an, das Frauenteam bald ebenfalls im Weißen Haus zu empfangen.