Call-by-Call im Ortsnetz01051 nennt Preise
Am Freitag fällt der Startschuss für die Öffnung des Telefon-Ortsnetzes. Nach und nach geben die Anbieter nun ihre Tarife preis.
Am Freitag fiel der Startschuss für die Öffnung des Telefon-Ortsnetzes. Auch die 01051 Telecom hat ihren Preis für den Call-by-Call-Service bekannt gegeben: Für den absoluten Niedrigpreis von einem Cent rund um die Uhr will der Anbieter die Mitbewerber auf die Plätze verweisen. Das sagte Geschäftsführer Thomas Rühmer in einem dpa-Gespräch. Im Vergleich zum günstigsten Tarif der Telekom ergebe sich eine Einsparung von 67 Prozent.
Der Preis ist "vorerst unbegrenzt gültig ", so Martin Lukas gegenüber teltarif.de. Dies bedeutet im Umkehrschluss allerdings auch, dass der Tarif jederzeit erhöht werden kann. Man kann erwarten, dass es zu einer Erhöhung binnen der nächsten Wochen kommt, da der Preis unter den Einkaufspreisen von 01051 liegt.
Rühmer räumte weiterhin ein, dass die 01051 Telecom bei dem Preis von 1 Cent nichts verdiene. Denn alleine für das Vorprodukt, das heißt für die Netzzusammenschaltung mit der Telekom (Interconnection), muss der Anbieter 1,1 Cent pro Minute an den Marktführer bezahlen. Als ein nicht-marktbeherrschendes Unternehmen sei ein Dumpingpreis aber zulässig.
Damit haben jetzt fünf von 20 Anbietern ihren Preis veröffentlicht. Auf Anfrage von n-tv.de bestätigte freenet, als eines von rund 20 Unternehmen am Freitag in das Call-by-Call-Geschäft einzusteigen – allerdings aus technischen Gründen zunächst nur in bis zu 34 kleineren deutschen Städten. Ortsgespräche sollen dann von 18 Uhr abends bis 9 Uhr morgens 1,3 Cent pro Minute kosten, wenn der Verbraucher vor dem Telefonat die 01019 wählt. Tagsüber werden für die Gespräche über freenet 1,5 Cent pro Minute abgerechnet. So schnell wie möglich soll der Service auf alle deutschen Städte ausgeweitet werden.
Einer der wenigen Anbieter, die ab Freitag bundesweit Ortsnetz-Gespräche anbieten werden, ist Arcor. Mit der Vorwahl 01070 sind dort Orts- und Nahgespräche für 1,49 Cent pro Minute möglich. Der schwedische Anbieter Tele2 kündigte für Ortsgespräche einen Tarif von 1,5 Cent je Minute an. Die Telefongesellschaft 3U plant, die Preise für Ortsgespräche im Call-by-Call-Verfahren über die Vorwahl 01078 anzubieten. Montags bis freitags 8 bis 18 Uhr verlangt 3U pro Minute für Ortsgespräche 1,99 Cent, in der restlichen Zeit 1,49 Cent. Die Abrechnung erfolgt im Sekundentakt.
Keine Preisvorgaben oder -richtlininen
Vorgaben seitens der Regulierungsbehörde für Post und Kommunikation gibt es nicht. Auch der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) hat intern keine Richtlinien für die Preisgebung gesetzt. In dem Verband haben sich mehr als 50 der im deutschen Markt operativ tätigen Telekommunikations- und Multimediaunternehmen zusammengeschlossen.
Unendlich werden die privaten Telefongesellschaften ihre Preise allerdings wohl nicht senken: 1,1 Cent pro Minute müssen Arcor & Co. derzeit für die Zusammenschaltung der Netze an die Deutsche Telekom zahlen.
Wohl nicht zuletzt deswegen bleibt das Unternehmen trotz der neuen Konkurrenz gelassen: "Unter dem Strich rechnen wir mit einem Umsatzminus im niedrigen zweistelligen Euro-Millionen-Bereich", sagte Vorstandsmitglied Josef Brauner dem Magazin "Focus Money".