Technik

"Subnautica: Below Zero" Abtauchen, bis der Brachialhai zuschnappt

Einfach mal abtauchen - und das auch noch in eine unbekannte Unterwasserwelt. "Subnautica: Below Zero" fasziniert mit außerirdischen Tiefseekreaturen und leuchtenden Rifflandschaften. Vor allem Überlebenskünstler und Bastelfreunde werden an der Fortsetzung des Survival-Klassikers ihre Freude haben.

Vom Meer geht immer eine besondere Anziehungskraft aus. Das Sonnenlicht reflektierend mit stetem Wellengang strahlt es Ruhe aus, Unterwasserwelten mit unbekannten Lebensformen faszinieren Jung und Alt. Je tiefer es hinabgeht, desto unsicherer wird der Mensch - das Unbekannte in den Weiten des Ozeans nährt viele Alpträume. In dieses Gefühlschaos will "Subnautica: Below Zero" nun auch Konsolenspieler hinabziehen. Die Entwickler von Unkownworlds liefern eine gelungene Fortsetzung zum Vorgänger des Survival-Klassikers. Dessen Stärken gehen bei "Below Zero" zwar teilweise verloren, Story und Spielidee legen dafür ordentlich zu.

Der Spieler schlüpft in die Rolle der Xenologin Robin Ayou, die auf dem Planeten 4546B landet, von dem das letzte Lebenszeichen ihrer Schwester ausging. Bald entdeckt sie, dass die Ozeane in der arktischen Landschaft viele Geheimnisse bereithalten. Auf der Suche nach dem Verbleib ihrer Schwester taucht der Spieler in die Entstehungsgeschichte des Planeten ab, die mit fabelhaften Kreaturen und Lebensformen gespickt ist.

Entdecken, Basteln, Überleben

Robin muss in ihrer Unterwasserkapsel auf 4546B starten. Die Temperaturen außerhalb des Wassers sind nämlich deutlich lebensfeindlicher als vieles, was sich unter dem Meeresspiegel so tummelt. Hier beginnt die große Entdeckungsreise, auf der Robin stets ihr eigenes Überleben sichern muss. Fische oder Wurzeln dienen als Nahrung, Wasser muss gefiltert, zahlreiche Werkzeuge gebastelt sowie die Basis ausgebaut werden. Die notwendigen Ressourcen in die Unterwasserwelt, die viele kleine Biome in eine tolle Lanschaft aus leuchtenden Korallenriffen, hydrothermalen Quellen oder Wäldern aus Seetang.

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Mit dem Seegleiter auf Erkundungstauchgang.

Das Ressourcensammlen und Zusammenbasteln von Unterwasserzubehör, auch Craften genannt, ist in den meisten Fällen der Ruhepol des Spiels und ebnet gleichzeitig den Weg zur Faszinationsebene. Ein Messer zur Verteidigung, ein Seegleiter für die schnelle Fortbewegung oder gleich ein Mini-U-Boot - da vergeht die Zeit schnell. Ohne die ganzen Hilfsmittel lässt sich die Story allerdings nicht beenden. Beim Abtauchen und Absuchen des Meeresgrundes ist man oft so konzentriert und angetan von der Unterwasserwelt, dass man da schon mal die Sauerstoffanzeige aus den Augen verliert.

Die Detailvielfalt dieser fiktiven Welt ist wie im Vorgänger ein echtes Pfund. Die Spielwelt in "Below Zero" ist zwar kleiner geworden, dafür gibt es keine Leerstellen wie weite Sandbänke oder kargen Felsen mehr. Jede Ecke ist ein Lebensraum für ganz bestimmte Lebensformen auf 4546B.

Fabelwesen zwischen knuffig und gewaltig

Auf der Suche nach Baumaterial lernt man die Welt von "Below Zero" erst richtig kennen. Mit einem Scanner kann man Flora und Fauna erfassen und nützliche Details herausfinden. Es gibt zum Beispiel Seekobolde, eine Art außerirdischer Fischotter, die gerne mal Werkzeuge von Robin stibitzen. Verfolgt man sie zu ihrem Nest, kann man seltene Rohstoffe finden.

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An Land und zu Wasser unterwegs: Kolonien von Kegelpinguinen.

(Foto: Unknownworlds)

Aber nicht alle Unterwasserlebewesen sind neugierig oder von der Präsenz der Forscherin weitestgehend unbeeindruckt. Kleine Fische ergreifen die Flucht, größere Exemplare können zur Gefahr für Robin werden. Das Spiel ist weitestgehend gewaltfrei - zumindest kann sich die Protagonistin kaum zur Wehr setzen. Mittelgroße Fleischfresser lassen sich zwar mit dem Messer abwehren, aber nicht töten. Grelle Leuchtfackeln treiben viele Wasserbewohner jedoch in die Flucht.

Bei der Gestaltung haben die Entwickler wieder zahlreiche Fabelwesen erschaffen, die oft wie Kreuzungen aus Fischarten und Wassersäugetieren wirken. Der 30 Meter große Leuchtwal strahlt durch Biolumineszenz und seine Flossen gleichen denen eines Rochens. Es gibt auch eine Welt an der eisigen Oberfläche, die von süßen Kegelpinguinen und auch einigen Räubern wie dem Schneepirscher bevölkert wird. Auch hier muss Robin Hinweise finden.

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Brachialhai voraus - die bissigen Biester können lästig werden.

(Foto: Unknownworlds)

Je tiefer sich Robin vorwagt, desto größer werden die Unterwasserbewohner, die Umgebung zunehmend dunkler. Trotz Brachialhaien, Riesenquallen oder Schattenleviathanen ist - im Gegensatz zum Vorgänger - "Below Zero" etwas weniger gruselig. Nicht falsch verstehen: In der Dunkelheit der Tiefsee sorgen Geräusche und plötzlich auftauchende Kreaturen immer wieder für kleine Schreckmomente.

Ein Vergleich mit dem Vorgänger würde ohnehin hinken. Zum einen konnte Subnautica mit seiner Open-World im ersten Teil noch überraschen, zum anderen versuchen die Entwickler in "Below Zero" andere Schwerpunkte zu setzen. Das Entdecken und Forschen rückt stärker in den Mittelpunkt. Die Welt wirkt detaillierter, dynamisches Wetter und Tag-Nacht-Wechsel sorgen für viele atmosphärische Farbwechsel. Dazu ist die Story etwas linearer. Musste man sich im ersten Subnautica noch an Logbucheinträgen entlanghangeln, gibt es in "Below Zero" für die Protagonistin weitere Ansprechpartner, die mit Hinweisen auf die nächsten Schritte deuten.

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Mehr Gestaltungsfreiheiten hat man beim Bau der eigenen Basis. Röhrensysteme, Glasdächer, verschiedene Forschungsmodule sowie unzählige Möglichkeiten der Innenausstattung sorgen für einen hohen Personalisierungsgrad bei den vier Wänden unter Wasser. Die gibt dazu noch in mobiler Form, man kann die Module auch an einen Untersee-Truck koppeln. In "Below Zero" spielt ein Teil der Story auch an der Erdoberfläche: Mit dem Schneemobil durch die Eislandschaft zu rasen, bietet eine gelungene Abwechslung zu Tauchgängen unter Wasser.

Den besten Zugang zu "Below Zero" werden vor allem Spieler haben, die bereits das erste Subnautica gezockt haben. Schließlich war der Planet 4546B dort bereits das Setting und in der Fortsetzung gibt es immer wieder Hinweise auf den Vorgänger "Below Zero" funktioniert aber auch ganz eigenständig. Etwas schwerfällig ist allerdings die Informationsverarbeitung. Die Synchronisation ist auf Englisch - und hier zwar sehr gelungen - mit deutschen Untertiteln. Da kann die ganze Textarbeit schon mal anstrengend werden.

Die Vollversion für alle Konsolen sowie die PC-Version liegt im Preis bei 30 Euro - bei rund 25 Stunden Spieldauer recht fair. Für die Nintendo Switch gibt es gleich den Doppelpack mit dem ersten Subnautica - allerdings für 60 Euro. Wer also eine faszinierende Unterwasserwelt erkunden und entspannt abtauchen will, bekommt in "Subnautica: Below Zero" alle Gefühlswelten geboten, die Ozeane vermitteln können.

Quelle: ntv.de

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