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Keine Angst vorm iPhone X Apple erklärt Sicherheit der Face ID

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Ist die Face ID wirklich sicherer als die Touch ID? Apple sagt ja.

(Foto: Apple)

Viele potenzielle Käufer fragen sich möglicherweise, ob die Gesichtserkennung des iPhone X vielleicht nicht so sicher ist wie der Fingerabdrucksensor aktueller Geräte. Apple erklärt deshalb in langen Texten, wie die "Face ID" funktioniert und warum man ihr vertrauen soll.

Das iPhone X ist bisher noch nicht zu haben und unabhängige Tests von Apples spektakulären Jubiläums-Smartphone gibt es noch nicht. So ist es schwer zu sagen, ob die neue Gesichtserkennung des Geräts so zuverlässig und sicher ist, wie sie bei der Vorstellung angepriesen wurde. Sicherheitsforscher haben bereits ihre Zweifel angemeldet und Edward Snowden hält Face ID für bedenklich, weil damit eine allgemeine Akzeptanz für Gesichtserkennung geschaffen werde, die letztendlich zum Missbrauch führen könnte. Das alles ist für Apple Anlass genug, schon vor dem Verkaufsstart des iPhone X seine Datenschutz-Webseite zu überarbeiten und in zwei langen Texten über Arbeitsweise und Sicherheit der Face ID aufzuklären.

Daten bleiben auf dem Gerät

Unter anderem stellt Apple klar, dass wie beim Fingerabdruckscanner (Touch ID) alle erfassten Daten im Chip verschlüsselt auf dem Smartphone blieben und niemals in der iCloud oder anderswo gespeichert würden. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine andere Person das Gerät über Face ID entsperren kann, liege bei 1:1.000.000. Damit sei die Technik wesentlich sicherer als die Touch ID, bei dem ein fremder Finger immerhin mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:50.000 den Scanner überlisten könne.

Zur Arbeitsweise gibt Apple an, dass die 3D-Kamera das Gesicht des Nutzers scanne, sobald er das Gerät aufnehme oder das Display antippe, eine Benachrichtigung eintreffe oder eine berechtigte App eine Identifizierung anfordere. Für die Authentifizierung müssten die Augen geöffnet und auf das Gerät gerichtet sein. Diese Funktion könne aber deaktiviert werden, beispielsweise um auch Sehbehinderten die Nutzung der Face ID zu ermöglichen.

Veränderungen werden erkannt

Für die Gesichtserkennung erstellt die Infrarotkamera mit mehr als 30.000 Messpunkten ein zweidimensionales Bild mit Tiefeninformationen. Diese werden mit den im Chip verschlüsselt gespeicherten Daten verglichen, die bei der Einrichtung der Face ID erfasst wurden. Wie bei der Touch ID könne ein Gesicht mit diesen Informationen nicht nachgebildet werden, selbst wenn ein Angreifer darauf Zugriff habe, so Apple. Damit Nutzer die Face ID nicht neu einrichten müssen, wenn ihnen beispielsweise ein Bart wächst, sie die Frisur ändern oder eine Brille aufsetzen, sei ein "neuronaler" Bereich des Chips so trainiert worden, dass er diese Veränderungen erkennen kann.

Für die verwendeten neuronalen Netzwerke habe man mit vielen Gesichtern aus der ganzen Welt gearbeitet, um der menschlichen Vielfalt gerecht zu werden, schreibt Apple. So soll die Gesichtserkennung sogar dann noch zuverlässig arbeiten, wenn Nutzer Hüte oder Sonnenbrillen aufsetzen. Außerdem "lernt" das iPhone X laut Apple aus fehlgeschlagenen Erkennungen, wenn sie der Nutzer durch die Eingabe des Passcodes korrigiert.

Notfall-Modus für brenzlige Situationen

Um die Gefahr eines Diebstahls oder eine ungewollte Zahlung mit Apple Pay zu verhindern, gibt es spezielle Absicherungen. So kann der Nutzer die Face ID sperren, wenn er Lautstärke- und Seitentaste gleichzeitig zwei Sekunden lang drückt. Bei einem flinken Dieb, der das Gerät schnell greift und dem Opfer vors Gesicht hält, dürfte die Funktion zwar wirkungslos sein. Trotzdem ist es gut, dass es diesen Notfall-Modus gibt. Zahlungen können erst getätigt werden, nachdem die Seitentaste zweimal gedrückt wurde - das könnte aber auch ein Angreifer tun.

Gut, dass Apple ausführlich informiert. Ob die Face ID in der Praxis auch so unkompliziert und sicher wie beschrieben funktioniert, muss sich trotzdem erst noch herausstellen. Die Datenschutz-Infos liegen bereits in Deutsch vor, die Texte zu Sicherheit und Funktion der Face ID bisher nur auf Englisch. Apple hat aber mitgeteilt, sie in Kürze auch auf Deutsch zur Verfügung zu stellen.

Quelle: n-tv.de, kwe

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