Technik
Die Testsiegerin Sony Alpha 7 III mit dem günstigen, aber relativ guten Kit-Objektiv.
Die Testsiegerin Sony Alpha 7 III mit dem günstigen, aber relativ guten Kit-Objektiv.(Foto: Sony)
Freitag, 29. Juni 2018

Sony schlägt alle: Warentest kürt die besten Vollformat-Kameras

Die Königsklasse hat einen klaren Champion: Stiftung Warentest testet sieben aktuelle Systemkameras mit Vollformat-Sensor. Der große Gewinner sind die Sonys, die ohne Spiegel die Spiegelreflex-Geräte von Canon, Nikon und Pentax hinter sich lassen.

Wenn es um die Bildqualität geht, sind Systemkameras mit großem Vollformat-Sensor kaum zu schlagen. Weil sie sehr teuer sind, sind sie vor allem für Profis und den Könnern unter den Amateur-Fotografen gedacht, die aus den Geräten auch alles herausholen können. Stiftung Warentest hat sich für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "test" (07/2018) sieben aktuelle Vollformat-Kameras von Canon, Nikon, Sony und Pentax in die Labore geholt und miteinander verglichen. Die Prüfer nutzten dabei keine Standard-Zooms, mit denen die Kameras oft im Set verkauft werden, sondern Objektive mit Festbrennweiten (85/77 mm).

Dreifach-Triumph von Sony

Das Ergebnis zeigt deutlich, dass die Alleinherrschaft der Spiegelreflex-Geräte zu Ende ist. Sie machen zwar immer noch hervorragende Fotos, aber die kompakte spiegellose Konkurrenz ist inzwischen oft noch besser. Sony, das schon früh auf die Technik mit elektronischem Sucher gesetzt hat, konnte im Test einen Dreifach-Triumph feiern, wobei die Drittplatzierte immerhin noch einen Spiegel hat.

Klarer Gewinner ist die Sony Alpha 7 III, die als einzige Kamera die Gesamtnote "Sehr gut" (1,5) erreichte. Warentest gab ihr für Bilder im Automatikmodus, Fotos mit manuellen Einstellungen, den Videos und den Sucher eine 1. Die Bilder im manuellen Modus fanden die Prüfer sogar so gut, dass sie sie mit 0,9 bewerteten - sozusagen eine 1 mit Sternchen. Lediglich bei der Handhabung musste sich die Alpha 7 III mit einem "Gut" zufriedengeben. Der durchschnittliche Preis von 2900 Euro für den Body ist kein Pappenstiel, aber sie gehört damit in der Vollformat-Klasse immer noch zu den günstigeren Kameras.

Auf dem zweiten Platz landete die mit 4100 Euro deutlich teurere Sony Alpha 7R III, die mit der Gesamtnote 1,6 knapp an einem "Sehr gut" vorbeischrammte. Sie schnitt bei den Fotos nicht ganz so exzellent wie die Testsiegerin ab, konnte sie dafür aber bei der Videoqualität schlagen (1,5/1,2).

Die Drittplatzierte Sony Alpha 99 II (3850) nimmt im Testfeld eine Sonderstellung ein. Sie hat zwar einen Spiegel, aber er schwingt nicht, sondern ist fest eingebaut und teildurchlässig. Das bedeutet unter anderem, dass das Gerät wie die Spiegellosen einen elektronischen Sucher hat. Mit dieser Technik kam die Kamera auf die Gesamtnote 1,7. Dabei verhinderte eine bessere Bewertung lediglich, dass ihre Fotos im Automatik-Modus nur "gut" waren. Ambitionierte Fotografen, die manuell einstellen, erhalten dagegen "sehr gute" Bilder und bei Videoaufnahmen ließ die Sony Alpha 99 II mit einer 1 mit Sternchen (0,8) die gesamte Konkurrenz hinter sich.

Folgekosten nicht vergessen

Die beste Spiegelreflexkamera im Test war die Nikon D850 (4300 Euro) mit der Gesamtnote 1,8, gefolgt von der Pentax K-1 II (3050 Euro), der Pentax K-1 (3050 Euro) und der Canon EOS 5D IV (3650 Euro). Alle drei Kameras erhielten die Gesamtnote 2,0. Auch die "Verliererin" des Tests, die Canon EOS 6D II, ist immer noch eine "gute" Kamera (2,1) und mit einem mittleren Preis von 2150 Euro das mit Abstand günstigste Gerät.

Wer aufs Geld schauen muss oder möchte, sollte bei der Auswahl seiner Kamera auch darauf achten, welche Folgekosten auf ihn zukommen. Dabei geht es vor allem um das Angebot von Objektiven und deren Preise. Was das betrifft, haben die Sony-Testsieger nämlich den Nachteil, dass es für ihren Bajonettanschluss (E-Mount) noch relativ wenige Objektive gibt und die Preise daher meistens sehr hoch sind. Vor allem bei Canon und Nikon kommt man in dieser Hinsicht deutlich günstiger weg.

Quelle: n-tv.de