Technik

Kassetten und LPs digitalisieren Audio Rescue rettet alte Musikschätze

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Audio Rescue haucht alten Kassetten neues Leben ein.

(Foto: jwa)

Der Terratec Audio Rescue sieht aus wie ein Walkman. Aber er spielt nicht nur Kassetten ab, sondern wandelt Musik direkt in MP3 um und sichert sie auf Speicherkarten. Das Gerät ist recht günstig, aber liefert es auch gute Ergebnisse?

Alte Kassetten, Schallplatten oder Tonbänder fristen heute oft ein Schattendasein in Kellern oder auf Dachböden, verpackt in Kisten und dem Vergessen anheimgefallen. Im digitalen Zeitalter gehören Kassettendecks oder Schallplattenspieler nicht mehr zur Standardausstattung einer Stereo-Anlage, daran kann auch das Vinyl-Revival nichts ändern. Doch es gibt zahlreiche Hilfsmittel, um die alten Schätze in die Zukunft zu retten. Der Audio Rescue von Terratec, der rund 40 Euro kostet, wandelt Signale aus externen Quellen direkt ins MP3-Format um, dient aber vor allem der Digitalisierung von Kassetten. Das zeigt schon das Gehäuse, denn mit seinem integrierten Kassettenfach sieht der Audio Rescue aus wie ein klassischer Walkman.

Erkennt Stille automatisch

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Der Audio Rescue sieht aus wie ein Walkman.

(Foto: jwa)

Tatsächlich sieht er nicht nur so aus, sondern kann auch als vollwertiger Kassettenspieler für unterwegs eingesetzt werden. Den benötigten Strom bekommt der Audio Rescue entweder über ein mitgeliefertes Stromkabel mit USB-Anschluss oder von zwei AA-Batterien. Der AUX-Eingang, über den Signale von externen Quellen eingespeist werden können (passende Kabel liegen bei), dient zugleich als Kopfhörerausgang, ein Rädchen regelt die Lautstärke. Neben den Tasten für Play, Stop, Vor und Zurück gibt es noch einen Schalter für den automatischen Wechsel der Seite sowie einen Knopf für den direkten Sprung zwischen A- und B-Seite.

Auf der Rückseite finden sich weitere Bedientasten für die digitale Aufnahme und die Wiedergabe von der microSD-Speicherkarte (maximal 32 Gigabyte), die seitlich ins Gehäuse gesteckt wird. Zwei Aufnahmemodi stehen zur Verfügung: ein manueller, in dem eine kontinuierliche Aufnahme erzeugt wird oder bei Bedarf die Trennung zwischen zwei Stücken per Knopfdruck erfolgt, und ein automatischer, in dem die Software die Stille zwischen zwei Stücken automatisch erkennt und die Aufnahme trennt. Alle Aufnahmen werden in einem eigenen Ordner auf der microSD-Karte gespeichert und durchnummeriert. Steckt man sie anschließend in ein Smartphone, sollte jede gängige Musik-App den Ordner und die gespeicherte Musik automatisch erkennen. 

Nichts für Audiophile

Leider sind den Aufnahmemöglichkeiten klare Grenzen gesetzt: Der Audio Rescue speichert Musik ausschließlich im mp3-Format und mit einer relativ geringen Bitrate von 128 Kilobit pro Sekunde. Das ist zu wenig für hochwertige Aufnahmen, der Qualitätsverlust im Vergleich zu 320-Kilobit-Aufnahmen oder verlustfreien FLAC- oder WAV-Dateien ist schon mit durchschnittlich guten Kopfhörern zu hören. Das ist schade, denn gerade bei alten Kassetten, die oft schon von sich aus keine optimale Klangqualität mitbringen, wäre es wünschenswert, das Signal möglichst ohne weitere Qualitätseinbußen digitalisieren zu können. Zudem entstehen bei der Aufnahme unerwünschte Nebengeräusche, die vom Ablesen des Magnetbands herrühren. Bei eingestecktem Stromkabel verstärkt sich ebenfalls ein Grundrauschen, das die Qualität der Aufnahme zusätzlich beeinflusst.

Damit ist der Audio Rescue zwar praktisch und erfüllt die Grundanforderungen, ist aber nichts für Audiophile, die ihre analogen Schätze in die Zukunft retten wollen. Das deutet der Preis freilich schon an, und das machen auch Verarbeitung und Materialwahl deutlich: Das Gehäuse ist komplett aus Plastik gefertigt, nicht alle Einzelteile sitzen passgenau, die Play-Taste lässt sich schwer herunterdrücken und die rückseitigen Tasten reagieren nicht immer sofort. Die Laufzeit der Batterien wird zudem mit maximal 2 Stunden angegeben, wodurch sich auch ein Einsatz als Walkman nur bedingt anbietet.

Das Preis-Leistungsverhältnis geht dennoch in Ordnung, denn für rund 40 Euro bekommt man hier ein simples und einfach zu bedienendes Gerät, das macht, was es soll. Auch technisch wenig versierte Nutzer bekommen so eine Möglichkeit, ohne den Einsatz von Computern und zusätzlicher Software ihre alten Aufnahmen wieder zu beleben und in Erinnerungen zu schwelgen.

Quelle: n-tv.de

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