Technik

Cyberpunk trifft Diablo Bei "The Ascent" rappelts und ruckelts

The Ascent - Co-op 1.jpg

Ob alleine oder mit bis zu vier Spielern wird in "The Ascent" im Neonlicht geballert.

(Foto: Neon Giant)

Beim Twin-Stick-Shooter "The Ascent" sind einzelne Bausteine wie die Optik herausragend. Das Action-Rollenspiel erinnert an einen PC-Klassiker, nur im modernen Cyberpunk-Genre. Die explosive Mischung kann den hohen Erwartungen allerdings nicht vollends gerecht werden.

Mit dystopischen Science-Fiction-Spielen kann man sich ordentlich in die Nesseln setzen - so geschehen bei "Cyberpunk 2077". Mit "The Ascent" taucht ein Action-Rollenspiel in das derzeit so beliebte Genre ab und macht es zwar besser, beim Shooter von Neon Giant läuft aber auch einiges nicht komplett rund. Das Spiel für PC und Xbox hält zumindest im Grunde, was es verspricht: kurzweilige Baller-Action in einer beeindruckend düsteren Atmosphäre.

Als Mitarbeiter der mächtigen Ascent Group taucht der Spieler in die Welt von Veles ab, die von Konzernen beherrscht wird. Doch euer Arbeitgeber meldet urplötzlich Konkurs an und die Ordnung verändert sich, das Chaos bricht aus. Um den Bezirk des selbsterstellten Helden zu retten, macht sich der Spieler auf, die Ursache für die Unternehmenspleite herauszufinden. Das funktioniert natürlich nur mit ordentlich Feuerkraft: Mit diversen Schusswaffen geht es gegen Horden von Aliens, Robotern und Cyborgs zur Sache - und dabei immer tiefer in die dunkelsten Ecken der Stadt.

Der Twin-Stick-Shooter - mit einem Stick bewegen, mit dem anderen zielen - bietet knackige Kämpfe, in denen es nur so kracht und rappelt. Von Laserbeam über Schrotflinte bis Raketenwerfer kommt so ziemlich alles zum Einsatz. Feuern aus der Deckung, über Objekte hinweg schießen und Ausweichsprünge erzeugen eine tolle Dynamik, Bosse und Gegner sorgen für einen angenehmen Schwierigkeitsgrad. Blindes Dauerfeuer reicht da nicht. Das Geballer wird noch kombiniert mit "Augmentations" - den Spezialattacken. Das können flächendeckende Angriffe sein oder etwa eine Bullet-Time-Sphäre, in der die gegnerischen Geschosse in Zeitlupe versetzt werden. An Ideenreichtum fehlt es hier nicht.

Der Vibe der Cyberpunk-Metropole

Das klingt schon alles ein bisschen wie in "Diablo" und die Parallelen zum Blizzard-Giganten sind nicht wegzudiskutieren. Die isometrische Perspektive, die verschachtelte Welt, in der man zwischen verschiedenen Ebenen wechselt und seinen Charakter hochlevelt und mit Artefakten und Waffen stärker macht. "The Ascent" beweist: Das Konzept funktioniert auch in der Sci-Fi-Variante und das liegt vor allem an der Spielwelt.

2.jpg

Waffenvielfalt zeichnet "The Ascent" aus - und alles fühlen sich unterschiedlich an.

(Foto: Neon Giant)

Rein optisch ist "The Ascent" ein Augenschmaus. Die Dystopie, die von der Stadt Veles ausgeht, versprüht einen tollen Vibe. Immer wieder werden Perspektivwechsel bei der Kamera im Spiel eingestreut, um Veles perfekt auszuleuchten. Alles wirkt lebendig durch die vielen außerirdischen Bewohner, die durch die Straßen schwirren. Der Soundtrack dazu passt wie die Faust aufs Auge. Das Gleiche gilt für die Kämpfe. Dank Raytracing sehen die durch die vielen Neonlichter wahnsinnig gut aus.

Allerdings gibt es bei "The Ascent" auch einige Kritikpunkte. Die wären zum einen inhaltlich. Die Rollenspielelemente in "The Ascent" wirken eher aufgesetzt. Bei den Waffen sind verschiedene Typen auch unterschiedlich effektiv gegen bestimmte Gegner. Dafür gibt es verschiedene Schadenstypen: physisch, digital, Elektro- oder Feuerschaden. Wogegen die unterschiedlichen Gegner besonders anfällig sind, muss der Spieler aber selbst herausfinden. Das Gleiche gilt für die stylischen Rüstungen. Denn auch die schützen vor verschiedenen Formen von Schaden, der im Gewusel aus oft einem Dutzend anrollenden Gegnern auch unterschiedlich ausfällt. Irgendwie bleibt man dann bei den Allrounder-Varianten hängen, auch wenn andere Rüstungsteile in bestimmten Passagen des Spiels deutlich besser wären.

Gut Ding will Weile haben

The Ascent - Yakusa 1.jpg

Industriemetropole auf dem Planeten Veles in ganzer Pracht.

(Foto: Neon Giant)

Zum anderen gibt es auch Negativaspekte technischer Natur. Zum Zeitpunkt des Tests wirkte "The Ascent" noch reichlich unfertig. In den dynamischen und explosionsgespickten Kämpfen kam es trotz eines Rechners über den empfohlenen Anforderungen verstärkt zu Rucklern. Das macht die Kämpfe noch unübersichtlicher. Unübersichtliche Gefechte, das ist okay. Das ist auch bei den Gegnerhorden so gewollt und gehört zum Genre. Aber eine sehr unübersichtliche Map erschwert die Orientierung sogar abseits der Kämpfe. Da macht es vielmehr Sinn sich per Knopfdruck im Spiel kurzzeitig den Pfad zum nächsten Wegpunkt aufzeigen zu lassen. Aber das Feature im Akkord zu benutzen, kann eigentlich nicht Sinn der Sache gewesen sein.

ANZEIGE
Xbox Game Pass Ultimate | 1 Monate Mitgliedschaft | Xbox/Win 10 PC - Download Code
4544
12,99 €
Zum Angebot bei amazon.de

Und das, was eigentlich den größten Spaßfaktor verspricht, ist die größte Enttäuschung. Der Koop-Modus ist eigentlich unspielbar. Abstürze bei Ebenenwechseln, Bugs wie inaktive Gegner oder ein Bewegungsfreeze des eigenen Helden. In diesem Bereich müssen die Entwickler noch kräftig die Stellschrauben anziehen. Einen Patch zum Release-Tag hat Neon Giant bereits herausgebracht, alle Mängel kann der aber noch nicht beseitigen.

Wer sich in die vor allem optisch tolle Cyberpunk-Welt von Veles stürzen will, muss 30 Euro auf Steam berappen. Für Konsolenspieler macht sich der Xbox GamePass bezahlt. Da ist das Spiel nämlich bereits enthalten. Der stylische und knackige Shooter bietet sich vor allem für Zocker an, die sich nicht zu tief mit den Rollenspielelementen beschäftigen wollen. Spielspaß für rund 20 Stunden liefert "The Ascent" dann allemal. Vielleicht lohnt es sich aber eher, den nächsten Patch im August abzuwarten. Das wird Spiel in jedem Fall guttun.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.