Technik

Vinyl und Bluetooth aptX HD Cambridge Alva TT ist ein Luxus-Plattenspieler

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Das Runde muss aufs Eckige: Der Cambridge Alva TT ist ein schlichter Luxus-Spieler.

(Foto: jwa)

Der Cambridge Alva TT ist ein schlichter Design-Plattenspieler mit innerer Stärke. Er kann nicht viel, aber das richtig gut: Edle Verarbeitung, erstklassige Technik und hochauflösende Bluetooth-Übertragung machen ihn besonders.

Was muss ein Plattenspieler können? Diese Frage beantwortet heute jeder Hersteller anders. Während klassische DJ-Turntables meist nur zwei Geschwindigkeiten kennen (33 1/3 und 45 Umdrehungen pro Minute, rpm) sowie einen Regler für die Feinanpassung, drehen manche Modelle auch mit 78 rpm und auf Wunsch auch rückwärts, während andere mit integriertem USB-Anschluss zum Digitalisieren einladen. Cambridge Audio verzichtet für seinen direktangetriebenen Alva TT auf derartige Extras und konzentriert sich - fast - nur aufs Wesentliche.

Schlicht und ergreifend

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Drei Tasten, mehr hat der Cambridge Alva TT nicht.

(Foto: jwa)

Wesentlich, das ist im Falle des minimalistischen Schmuckstücks natürlich das Abspielen von Platten. Dafür gibt es beim Alva einen kleinen Anschalter und zwei noch etwas kleinere Start-Stopp-Tasten, je nach gewünschter Geschwindigkeit. Ob 33 oder 45, das zeigt eine dezente LED an. Auch im Ein-Ausschalter steckt eine LED. Leuchtet sie schwach, ist der Alva TT im Standby-Modus. Leuchtet sie heller, ist er betriebsbereit. Schlicht und ergreifend. 

Auch sonst ist alles am Alva TT schlicht. Weniger ist mehr - dieses Motto lag der Entwicklung des Plattenspielers wohl zugrunde. Das massive Gehäuse besteht aus stabilem Kunststoff, oben liegt eine Metallplatte auf, stolze 11 Kilogramm bringt der Alva TT auf die Waage, Schnickschnack sucht man aber vergebens. Der gerade, schwarze Tonarm ist aus einem Stück Aluminium gegossen und fest mit dem Tonabnehmer verbunden. Zum richtigen Justieren der Auflagekraft liegt im Karton eine Tonarmwaage von Ortofon - so lassen sich die erwünschten 2 Gramm mithilfe des kreisrunden und ebenfalls schwarzen Gegengewichts exakt einstellen.

Das ist auch schon der schwierigste Teil beim Zusammenbauen des Alva TT. Der kreisrunde und ebenfalls sehr massiv wirkende Plattenteller aus schwarzem verdichtetem Kunststoff (Polyoxymethylen) muss nach dem Auspacken noch aufgelegt werden, aber das ist binnen Sekunden erledigt. Fehlt nur noch die Verkabelung: Neben dem Stromkabel kommt der Alva TT noch mit einem Cinch-Kabel, mit dem man ihn direkt auch mit modernen Verstärker ohne Phono-Anschluss verbinden kann. Der Plattenspieler hat nämlich einen integrierten Phono-Vorverstärker.

Bluetooth mit aptX HD

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Tonabnehmer und Tonarm sind beim Alva TT direkt miteinander verbunden.

(Foto: jwa)

Den braucht man aber gar nicht, denn der Alva TT funkt Musik auch per Bluetooth und ohne Kabel quer durch den Raum. Dabei nutzt der Plattenspieler den verlustfreien Übertragungsstandard aptX HD, der Streaming mit einer Auflösung von bis zu 24 bit/48 Kilohertz erlaubt. Unterschiede zur Wiedergabe über den klassischen analogen Weg sollten so gar nicht oder kaum hörbar sein. Im Test war kein Unterschied zu erkennen.

Dieses besondere Extra - der Alva TT soll der erste direktangetriebene Plattenspieler mit aptX HD sein - gibt seinen stolzen Besitzern besonders viel Spielraum beim Positionieren des Schmuckstücks und lockt Besuchern mitunter staunende Blicke ab, wenn sie merken, dass Musikquelle und Lautsprecher unsichtbar miteinander verbunden sind. Weil keine störenden Kabel im Weg sind, kann der Alva TT nahezu überall stehen, wo er eine stabile Unterlage hat. Nur gut sichtbar sollte er sein, denn mit einem Verkaufspreis von rund 1700 Euro ist der Bluetooth-Vinylspieler alles andere als ein Schnäppchen und darf gerne auch als exklusiver Einrichtungsgegenstand dienen.

Nicht für jeden

Wer bereit ist, das Geld zu investieren, bekommt dafür ein durchweg hochwertiges Hifi-Gerät, das Platten so abspielt, wie sie gehört werden wollen. Die Gleichaufschwankungen liegen laut Datenblatt unter 0,1 Prozent, der integrierte Phono-Vorverstärker soll unerwünschte Geräusche reduzieren und zugleich den warmen Vinyl-Klang erhalten, und der Tonabnehmer trägt seinen Teil zum guten Klang bei, indem er Echos und Schwingungen reduziert und eine hohe Ausgangsleistung bietet. Direkt nachprüfen und mit anderen Geräten vergleichen lässt sich das im Heimgebrauch nur schwer, aber der Alva TT bot in der Testphase keinerlei Anlass, diese Angaben anzuzweifeln.

Klar, wer einfach nur Platten abspielen will, bekommt auch für wenig Geld ein Gerät, das seinen Job macht. Doch Musikfreunde, die ihre Vinylsammlung hegen und pflegen und einen Sinn für Ästhetik haben, greifen auch beim Plattenspieler gerne etwas tiefer in die Tasche. Für DJs ist der Alva TT natürlich zu puristisch, und wer seine Platten direkt digitalisieren möchte, vermisst hier die USB-Verbindung zum PC. Doch als Blickfang, Design-Schmuckstück und High-End-Vinylspieler macht der Cambridge Alva TT eine gute Figur.

Quelle: n-tv.de

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