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Über zwölf Millionen Downloads Corona-App verschickt erstmals Warnungen

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Die Corona-Warn-App beginnt zu wirken.

(Foto: kwe)

Die Corona-Warn-App beginnt ihre Nützlichkeit zu beweisen: Erstmals stehen rund 500 Kontaktüberprüfungen zum Abgleich bereit. Das heißt, eine relevante Anzahl von Nutzern hat über die App Infektionen gemeldet und Kontaktpersonen erhalten Warnungen auf ihre Smartphones.

Die Corona-Warn-App des RKI wurde inzwischen schon 12,2 Millionen Mal (Stand: 23. Juni) heruntergeladen. Damit hat sie bereits eine Verbreitung erreicht, bei der sie einer Studie der Universität Oxford zufolge eine spürbare Wirkung erzielen kann. Die Forscher scheinen mit ihrer Einschätzung goldrichtig zu liegen. Denn kaum ist diese Marke erreicht, stehen auf den Servern erstmals rund 500 Schlüssel zum Abgleich auf dem Smartphone bereit. Die ersten Nutzer sollten bereits Push-Nachrichten erhalten haben, dass sie sich möglicherweise angesteckt haben.

Fake-Schlüssel dienen Datenschutz

Die 503 Schlüssel, die die Telekom-Server bereitstellen, stellen dabei nicht die genaue Zahl der über die App gemeldeten Infektionen dar. Um zusätzlich zu den vom Smartphone zufällig generierten IDs eine Nachverfolgung der Infizierten zu verhindern, würden die echten Meldungen mit falschen gemischt, erklärt App-Mit-Entwickler Malte Janduda auf Twitter.

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Auf dem iPhone kann man die täglich bereitgestellten Schlüssel ganz einfach in den Einstellungen abrufen.

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Die täglich bereitgestellten Schlüssel kann man beispielsweise auf dem iPhone ganz einfach ermitteln. Dazu geht man in den Einstellungen unter Datenschutz zur Health-App und tippt dort auf COVID-19-Kontaktprotokoll. Danach tippt man auf Kontaktprüfungen und findet dann unter dem Datum des letzten Abgleichs die Informationen.

Sieht man an dieser Stelle bei Anzahl der abgeglichenen Schlüssel die Zahl 0, dann bedeutet dies, dass das Smartphone innerhalb der vergangenen 14 Tage keinen Kontakt mit ausreichender Dauer und Nähe zum Handy eines Nutzers gehabt hat, der eine Infektion gemeldet hat.

Risikofaktor hängt von verschiedenen Faktoren ab

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Erhält man eine Warnung, wird darin ein Risikofaktor angegeben, den die App auf dem Smartphone mithilfe der verfügbaren Informationen und Vorgaben ermittelt. Laut Malte Janduda hängt der Wert unter anderem davon ab, wie lange der Kontakt zurückliegt, da man davon ausgehe, dass Personen je nach vergangener Zeit nach einer Infektion unterschiedlich stark ansteckend sind. Dazu spielen bei der Ermittlung des Risikofaktors auch die Dauer des Kontakts und die Nähe eine Rolle, die durch die Stärke des Bluetooth-Signals ermittelt wird.

Nutzer, die eine Warnung erhalten, bekommen auch Vorschläge, wie sie sich verhalten sollen. Grundsätzlich empfiehlt das RKI, weitere Schritte - beispielsweise Tests - mit dem Hausarzt, dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst oder dem örtlichen Gesundheitsamt abzustimmen. Üblicherweise stellen Behörden auf ihren Websites auch allgemeine Hotlines zur Verfügung, die man nutzen kann.

Quelle: ntv.de, kwe