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Warentest prüft 15 Anbieter Das sind die besten E-Mail-Dienste

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Fast alle Internet-Nutzer haben auch eine E-Mail-Adresse. Welcher Anbieter hat den besten Service?

(Foto: imago/Westend61)

Stiftung Warentest prüft 15 E-Mail-Dienste auf Herz und Nieren. Privatsphäre, Handhabung, E-Mail-Funktionen: Zwei eher unbekannte Dienste gewinnen im Direktvergleich. Google und Microsoft schneiden schlecht ab, vor allem in einer Kategorie.

Fast jeder Internetnutzer hat auch eine E-Mail-Adresse und nutzt sie mehr oder weniger häufig, doch über die Wahl des Anbieters machen sich viele nur wenig Gedanken. GMX, Gmail, Web.de oder Outlook heißen die großen Anbieter. Stiftung Warentest hat jetzt eine Reihe von Diensten unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Googles und Microsofts Dienste schneiden im Vergleich schlecht ab, zwei eher unbekannte E-Mail-Anbieter stehlen den Etablierten die Show.

Posteo und Mailbox.org heißen die Gewinner im Vergleich von Warentest. Von den insgesamt 15 Kandidaten holen die beiden kostenpflichtigen Dienste die beste Wertung. Das liegt vor allem daran, dass beide die Privatsphäre ihrer Nutzer zuverlässig schützen - ein Punkt, bei dem andere Anbieter im Test nicht gut dastehen. Für eine gute Wertung in dieser Kategorie muss ein Dienst laut Warentest wenig Daten über seine Nutzer erheben, gute Sicherheits- und Verschlüsselungstechnologien unterstützen und dem Nutzer helfen, seine Mails Ende-zu-Ende zu verschlüsseln.

Gesamtsieger ohne App

Posteo und Mailbox.org bekommen in dieser Kategorie beide eine sehr gute Note. Mailbox.org setzt sich mit einer glatten 1,0 als Sieger durch, Posteo liegt mit 1,1 dicht dahinter. Auch in den anderen Test-Kategorien "Handhabung" und "Technische Prüfungen" (E-Mail-Funktionen und Cloud-Speicher) schneiden beide gut ab. Damit sichern sich Posteo und Mailbox.org auch den Gesamtsieg. Beide Dienste bekommen von Warentest das Qualitätsurteil "sehr gut" mit der Note 1,4. Vielleicht der größte Nachteil: Weder Posteo noch Mailbox.org haben eine eigene App für iOS oder Android. Beide Dienste sind zudem kostenpflichtig, der Abo-Preis von 1 Euro pro Monat fällt aber kaum ins Gewicht.

Als bester kostenloser Dienst schneidet Web.de Freemail ab, der mit der Gesamtnote 2,5 ("gut") auf dem sechsten Platz landet, gefolgt von GMX Freemail (2,6). Beide bestehen die technische Prüfung nur "befriedigend", bei der Privatsphäre und der Handhabung schneiden sie "gut" ab. Die E-Mail-Dienste der großen Anbieter Microsoft und Google landen im Vergleich von Stiftung Warentest auf den letzten Plätzen. Gmail bekommt nur eine 3,4 ("befriedigend"), Outlook ist mit 3,3 kaum besser.

Mängel beim Kleingedruckten

Die schlechte Note bekommen beide vor allem deshalb, weil sie "sehr deutliche" Mängel im Kleingedruckten aufweisen - Warentest hat deshalb das Qualitätsurteil bei beiden um eine ganze Note abgewertet. Die technische Prüfung bestehen beide "gut", bei der Handhabung liegt Gmail mit der Note 1,8 sogar ganz vorne - Mailbox.org und Posteo schneiden mit 1,9 und 2,0 etwas schlechter ab.

Was die Größe des Postfachs und die maximale Dateigröße im Anhang angeht, kann Gmail ebenfalls überzeugen - 15 Gigabyte (GB) Speicher stehen den Nutzern zur Verfügung, Anhänge können bis zu 25 Megabyte (MB) groß sein. Sieger ist hier das kostenlose Yahoo Mail (Gesamtnote 3,2) mit einer Postfachgröße von 1 Terabyte. Gmail liegt mit Telekom Mail & Cloud M (Gesamtnote 2,7) gleichauf, der Telekom-Dienst erlaubt aber Anhänge bis zu 32 MB.

Guter Service kostet, aber nicht viel

GMX Topmail hat Postfächer mit 10,2 GB und erlaubt Anhänge bis zu 100 MB, Web.de Club hat 8 GB Postfachspeicher und ebenfalls 100-MB-Anhänge. Die Testsieger bieten nur jeweils 2 GB Postfachspeicher, Anhänge dürfen bei Mailbox.org bis zu 100 MB groß sein, Posteo macht bei 50 MB den Deckel drauf.

Der Vergleich der 15 Anbieter zeigt, dass man gute E-Mail-Dienste nicht komplett kostenlos bekommt, von den 8 geprüften Gratis-Diensten bekommt nur Web.de Freemail die Wertung "gut" (2,5), alle anderen sind nur "befriedigend". Tief in die Tasche greifen muss man aber auch nicht: Die Premium-Angebote von GMX und Web.de kosten 5 Euro im Monat, schneiden aber schlechter ab als Posteo und Mailbox.org, die jeweils nur einen Euro kosten. Mail.de Plusmail auf Platz 3 kostet 1,95 Euro.

Quelle: n-tv.de, jwa

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