Technik

Canons neue Vollformat-Kamera EOS R macht spiegellos Profi-Bilder

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Die EOS R ist Canons erste spiegellose Vollformat-Kamera.

(Foto: Canon)

Canon stellt mit der EOS R seine erste spiegellose Systemkamera mit Vollformat-Sensor vor. Zusammen mit vier neuen Objektiven sagt die EOS R Sonys Alpha-Tieren und Nikons neuen Z-Modellen den Kampf an.

Profis und Hobbyfotografen haben derzeit ein leichtes Leben, denn Smartphone-Kameras werden immer besser und gleichzeitig wächst das Angebot an kleinen und leistungsstarken Kameras, die selbst hohen Ansprüchen gerecht werden und nicht viel wiegen. Spiegellose Systemkameras können längst mit ihren größeren und schwereren Spiegelreflex-Kollegen mithalten, zuletzt konnten Sonys Alpha-Modelle mit ihrem Vollformat-Sensor bei Stiftung Warentest triumphieren. Nachdem Nikon erst vor kurzem seine spiegellosen Vollformat-Kameras Z6 und Z7 vorgestellt hat, zieht jetzt Canon nach: Die EOS R ist die erste spiegellose Canon-Knipse mit großem 36x24-mm-Sensor.

R gegen Alpha und Z

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Mit dem EOS-R-System sagt Canon Sony und Nikon den Kampf an.

(Foto: Canon)

Auf wen es Canon mit seinem EOS-R-System abgesehen hat, ist klar: Sonys Alphas erfreuen sich großer Beliebtheit, und nach Nikons jüngster Offensive muss auch Canon auf den Zug aufspringen, um nicht auf der Strecke zu bleiben. Die EOS R hat überzeugende Argumente: Der große Sensor hat eine Auflösung von 30,3 Megapixeln, den laut Canon "schnellsten Autofokus der Welt" und einen speziellen Low-Light-Autofokus, der auch bei extrem wenig Licht noch schnell und präzise scharf stellen soll.

Der RF-Bajonett-Anschluss für Objektive wurde von Canon neu entwickelt, zum Verkaufsstart gibt's vier RF-Objektive mit folgenden Eckdaten: 35mm f/1.8 IS Macro STM, 50 mm f/1.2L USM, 24-105 mm f/4L IS USM und 28-70mm f/2L USM. Im Gegensatz zu den neuen Nikon-Knipsen sitzt bei der EOS R die Bildstabilisierung (Image Stabilisation, IS) nicht im Gehäuse, sondern im Objektiv - das hat den Nachteil, dass Fotografen die passenden Linsen brauchen, um stabilisierte Bilder zu bekommen. Von den neuen RF-Linsen kommen nur das 35mm-Makro-Objektiv und das 24-105mm-Zoom-Objektiv mit IS. Per Adapter lassen sich aber auch Objektive der Reihen EF und EF-S anschließen. Wer also bereits Canon-Linsen hat, kann die auch mit der EOS R nutzen.

Gute Technik hat ihren Preis

Technisch ordnet sich die EOS R zwischen den beiden neuen Nikons ein. Der 30,3-Megapixel-Sensor deckt bei der Lichtempfindlichkeit einen Bereich zwischen ISO 50 und 102.400 ab und erlaubt Reihenaufnahmen von bis zu 8 Bildern pro Sekunde sowie Videos mit 4K- und 10-Bit-Auflösung und einer Bildrate von 30 Bildern pro Sekunde (B/s). Full-HD-Videos filmt die EOS R mit bis zu 60 B/s, Full-HD-HDR-Aufnahmen erlaubt die EOS R mit 30 B/s, Zeitlupenaufnahmen mit 120 B/s sind in HD-Auflösung möglich.   

Der Dual-Pixel-CMOS-Autofokus arbeitet mit Phasenerkennung und nutzt zum Scharfstellen fast die gesamte Sensorfläche. Neben einem elektronischen OLED-Sucher mit 0,5 Zoll Diagonale (1280 x 960 Pixel) hat die EOS-R ein klappbares 3,2-Zoll-LCD mit Touch-Funktion. Das Gehäuse besteht aus einer Mischung aus Magnesium und Polycarbonat und ist gegen Spritzwasser und Staub geschützt. Es wiegt mit Akku und Speicherkarte circa 660 Gramm und misst 135,8 x 98,3 x 84,4 mm. Zum Vergleich: Die EOS 6D Mark II, Canons kleinste Vollformat-Spiegelreflex, ist je rund einen Zentimeter länger und höher, hat aber einen kleineren Handgriff und ist dadurch einen knappen Zentimeter flacher.

Vorbestellen kann man die EOS R ab dem 12. September - vorausgesetzt, man bringt das nötige Kleingeld mit: Im Kit mit dem 24-105mm-Objektiv und einem Adapter für EF-Objektive kostet Canons erste Vollformat-Systemkamera 3500 Euro. Wer nur den Body plus EF-Adapter möchte, zahlt 2500 Euro. Damit bewegt sich die Canon auch preislich in der gleichen Klasse wie ihre Konkurrenten.

Quelle: n-tv.de, jwa

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