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Brillantes Rennspiel-Spektakel Forza Horizon 4 gibt stilvoll Gummi

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So schön sieht der Herbst in Forza Horizon 4 aus.

(Foto: Microsoft)

Mit Forza Horizon 4 landet Microsoft mal wieder einen Volltreffer für die Xbox One und PCs. Das Arcade-Rennspiel überzeugt mit einer grandiosen Grafik und jede Menge Spielspaß für hemmungslose Gasfüße.

Forza Horizon ist bei Freizeit-Rennfahrern beliebt, die mit viel Spaß Gas geben möchten, ohne in Simulationen stundenlang für die perfekte Kurve zu trainieren und für jeden kleinen Fehler sofort bestraft zu werden. Das Konzept geht im vierten Teil der Serie besser auf denn je, mehr Spaß hatten Bleifüße schon lange nicht mehr vor dem Bildschirm. n-tv.de konnte bereits ein paar Stunden auf die Tube drücken.

Inselspaß mit Linksverkehr

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Eine Bergtour im Winter kann man mit einem hoch bewerteten Sprung beenden.

(Foto: kwe)

Man muss nicht erst in lahmen Kleinwagen langsame Runden ziehen, bis man in richtige PS-Monster einsteigen darf. Bei Forza Horizon 4 geht es von Anfang an zur Sache. Diesmal ist Großbritannien Schauplatz des Raser-Festivals. Das heißt, es ist eher Schottland, das komprimiert typische Landschaften der Insel bietet und Edinburgh ist die einzige größere Stadt. Das klingt zunächst nach wenig Abwechslung, doch das täuscht. In Forza Horizon 4 gibt es auf und abseits der Straßen wieder viel zu entdecken. Man darf fahren, wohin man möchte, die Spielwelt steht weit offen.

Das Grundprinzip der Vorgänger ist dabei gleich geblieben: Man startet auf dem Festivalgelände, bekommt zunächst einige einfachere Aufgaben zugewiesen und kann die ersten Einfluss-Punkte und Geld gewinnen. Im Laufe der Zeit kommen immer mehr Straßen- und Offroad-Rennen, Stunt-Jobs und viele andere Herausforderungen dazu. Dazu gehören das Sammeln von Blitzern, waghalsige Sprünge, Zerdeppern von Schildern oder das Entdecken seltener Autos in Scheunen. Insgesamt stehen im Spiel rund 450 verschiedene Fahrzeuge zur Verfügung.

Spaß steht im Vordergrund

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Scheunenfunde lohnen sich.

(Foto: kwe)

Eigentlich gibt es nichts, womit man in Forza Horizon 4 keine Punkte sammeln kann. Auch wenn man nur ziellos durch die Landschaft brettert, Zäune, Mauern oder (kleinere) Bäume umnietet, wird man belohnt. Höhepunkte sind die Schaurennen, wo man unter anderem gegen ein Hovercraft oder einen Zug antritt. Und auf Halo-Fans wartet ein ganz besonderer Leckerbissen ...

Natürlich steigt der Schwierigkeitsgrad im Laufe der Zeit und man muss schon zusehen, dass man seinen Fuhrpark erweitert, seine Karren frisiert und mit Feintuning ein paar Sekunden herausholt, um aufs Treppchen zu rasen - Forza Horizon 4 ist durchaus herausfordernd. Wer möchte, kann sich auch stundenlang damit beschäftigen, seinen fahrenden Untersatz zu tunen - hier unterscheidet sich Horizon kaum von Motorsport.

Beulen bremsen nicht

Aber der Spaß steht immer im Vordergrund und man muss kein absoluter Crack sein, um sich seine Lorbeeren zu verdienen. Mehr als ein paar Beulen oder eine gesprungene Windschutzscheibe handelt man sich selbst bei übelsten Frontalzusammenstößen nicht ein - und die passieren durch den ungewohnten Linksverkehr recht häufig. Auf die Fahreigenschaften haben die kleinen Schäden keinen Einfluss.

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So sehen Sieger aus.

(Foto: kwe)

Zum Spaß gehört auch, dass man jetzt verschiedene Domizile kaufen kann, wo man nicht nur seine PS-Lieblinge aufhübschen kann. Man darf auch sich selbst mit diversen Kleidungsstücken einen neuen Look verleihen, die man als Trostpreis am Glücksrad gewonnen hat. Wer normal angezogen ins Auto steigt, ist selbst schuld.

Online noch mehr Abwechslung

Man kann alleine spielen und gegen Drivatare fahren, die ihre Sache durchaus gut machen. Lebhafter wird die ganze Sache aber, wenn man online geht und mit oder gegen andere Spieler auf die Piste geht. Man kann dies organisiert tun, aber auch einen Fahrer zu einem spontanen Wettrennen herausfordern. Alle Online-Funktionen konnte n-tv.de noch nicht ausprobieren, aber ein Oldtimer-Forzathon und eine gemeinsame Blitzer-Jagd haben bereits einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Man kann Solo- und Online-Fahrten auch nach Lust und Laune problemlos mischen.

Vor aggressiven Mitspielern muss man sich im Online-Modus übrigens nicht fürchten. So lange man nichts miteinander zu tun hat, verwandeln sich die Boliden der anderen Spieler in Geister-Autos, wenn man sich zu nahe kommt.

Wunderschöne Jahreszeiten

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Matschpisten haben ihren besonderen Reiz.

(Foto: Microsoft)

Die Grafik von Forza Horizon 4 ist großartig. Die Autos sehen super aus und die schottische Landschaft ist vor allem in HDR einfach bezaubernd. Im Test lief das Spiel auf einer Xbox One X meistens in 4K-Auflösung und mit 30 Bildern pro Sekunde. Man kann aber auch für 1080p und 60 fps umschalten, wenn man das Gefühl hat, es flutscht nicht richtig. Bis ins letzte Pixel ausgereizt werden die Grafikmöglichkeiten durch die Jahreszeiten, die erstmals in Forza Horizon Einzug halten. Sie wechseln wöchentlich für alle Spieler und bieten jedes Mal neue Herausforderungen. Die neue Funktion mit den entsprechend wechselnden Wetterbedingungen ist Entwickler Playground Games hervorragend gelungen.

Man liebt im Spiel den Winter, wenn man über zugefrorene Seen rast, über verschneite Pisten driftet oder sich die Scheinwerfer durch eine eisige Nacht fressen. Wenn man über eine feuchte, in der tiefen Sonne funkelnde herbstliche Straße durch einen Wald fährt, riecht man das welkende Laub förmlich, möchte im Frühling die Fenster herunterkurbeln um den Duft der Blumenwiesen hereinzulassen oder glaubt im Sommer fast den weichen Asphalt zu spüren. Besser hat man einen Jahreszeitenwechsel bisher in noch keinem Spiel umgesetzt.

Noch besser als der Vorgänger

Weniger gelungen sind die oft eher nervigen als lustigen Sprüche von Wettkampfsprechern oder Radiomoderatoren. Und in den knappen Zwischensequenzen ist die Grafik bei den Personen offenbar auf dem Niveau der frühen Xbox-360-Spiele stehen geblieben. Auch die Musik der Radiosender dürfte nicht jedermanns Geschmack treffen. Im Test machte es am meisten Spaß, Gegner und Landschaft bei klassischer Musik zu zerlegen - unter anderem Vivaldis "Vier Jahreszeiten".

Aber das sind Kleinigkeiten. Alles in allem ist es Playground Games gelungen Forza Horizon noch einmal besser zu machen, ohne dabei das Rad neu zu erfinden. Alleine für die grandios umgesetzten Jahreszeiten hat das Studio einen Siegerkranz verdient. Dazu erhalten die Spieler mit einem auf Schottland geschrumpften Großbritannien eine tolle und sehenswerte neue Welt. Und die Wettkämpfe und Herausforderungen sind mindestens so gut wie bei den Vorgängern. Neue Rennen und Missionen sollen stetig hinzukommen und demnächst können sich Spieler auch noch ihre eigenen Strecken basteln. Bleifuß, was willst du mehr?

Quelle: n-tv.de

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