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Samsung wird verklagt Galaxy-Handys in Werbung zu wasserfest

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Nur im frischen Wasser gelten die IP-Zertifizierungen der Samsung-Galaxy-Smartphones.

(Foto: REUTERS)

Australische Verbraucherschützer verklagen Samsung, weil es in seiner Werbung suggeriert, man könne mit Galaxy-Smartphones problemlos im Meer oder Pool baden gehen. Kunden, die darauf vertrauen, müssen dafür unter Umständen teuer bezahlen.

Ein bisschen übertreibt Werbung eigentlich immer, um Verbraucher zu verführen. Sie lässt Dinge ein wenig schöner aussehen als sie sind, verbindet angenehme Erlebnisse mit einem Produkt, weckt Hoffnungen.

Bis zu einem gewissen Grad ist das legal, manchmal überschreiten die Unternehmen allerdings die Grenze zur Täuschung. Australische Verbraucherschützer sehen dies bei Samsungs Werbung für seine Galaxy-Smartphones gegeben und ziehen deshalb gegen die Südkoreaner vor Gericht.

"Falsch, irreführend, täuschend"

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Wie will Samsung das erklären?

(Foto: AAC)

Im Detail geht es um den Wasserschutz der Geräte. Die Australian Competition & Consumer Commission (ACCC) klagt, Samsung mache in seinen Anzeigen im Fernsehen, online, in sozialen Netzwerken, auf Plakaten und in Broschüren falsche, irreführende und täuschende Angaben. Die Werbung suggeriere den Verbrauchern, sie könnten Galaxy-Smartphones auch im Swimmingpool oder im Meer nutzen. Als Beweis legt die AAC unter anderem Screenshots von Twitter-Anzeigen vor, auf denen die Geräte entsprechend genutzt werden. Insgesamt ist die Liste mit beanstandeter Werbung über 300 Einträge lang.

Samsung habe nicht oder nicht ausreichend getestet oder testen lassen, welche Auswirkungen es auf die Lebensdauer eines Galaxy-Smartphones hat, wenn es Wasser ausgesetzt wird, so die AAC. Das Unternehmen selbst sei der Meinung, jede Flüssigkeit außer frischem Wasser könne ein Galaxy-Gerät beschädigen. So schreibe es beispielsweise beim Galaxy S10, es sei nicht für den Einsatz am Strand oder Pool geeignet. Und: Samsung soll Nutzern Garantieleistungen verwehrt haben, deren Smartphone kaputt ging, während sie es im Wasser nutzten.

Eigentlich eine klare Angelegenheit

Laut Reuters steht Samsung zu seiner Werbung und will sich gegen die Klage verteidigen. Das wird für das Unternehmen allerdings kein leichtes Unterfangen. Denn wie andere Hersteller weist es im Kleingedruckten oder Support-Seiten darauf hin, dass man die Geräte nicht Salzwasser oder einer anderen Flüssigkeit als frisches Wasser aussetzen sollte. Samsung zeigt in seiner Werbung also ziemlich eindeutig einen Gebrauch der Galaxy-Smartphones, der nach den eigenen Regeln nicht zulässig ist.

Auf einer deutschen Samsung-Webseite heißt es zu den Schutzklassen IP68 und IP67, sie definierten den Schutz vor dauerhaften Untertauchen bis maximal 1,5 Meter Wassertiefe für maximal 30 Minuten. Dies beziehe sich "natürlich auf klares Wasser, bei anderen Flüssigkeiten, z.B. Salzwasser, Seifenlauge, Alkohol oder erhitzten Flüssigkeiten, besteht der Schutz nicht."

Wichtig ist auch der Hinweis, dass die Deckel der Einschübe von SIM- und microSD-Karten mit dem Gerät abschließen müssen. Dass dies bei einem reklamierten Wasserschaden der Fall war, müssen Kunden erstmal beweisen können.

Quelle: n-tv.de, kwe

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