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Stars pimpen Videospiele auf Gamingbranche setzt auf Hollywood-Effekt

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Erst Neo, dann John Wick - in "Cyberpunk 2077" wird Keanu Reeves zu Johnny Silverhand.

Ob "Cyberpunk 2077" oder "Death Stranding" - die großen Videospielblockbuster der Gamescom haben etwas gemeinsam: Sie werben mit bekannten Hollywoodgrößen um Zocker. Damit die Schauspieler ihr Talent auch in digitaler Form abrufen können, bedarf es modernster Technik.

Plakate, Trailer, Pressevorführungen: Videospiele werden mittlerweile wie ein Kinofilm in Szene gesetzt. Dabei profitiert die Videospielindustrie von Techniken, die auch bei Filmen aus der Traumfabrik angewandt werden. Da überrascht es kaum, dass auf der Gamescom in diesem Jahr gleiche mehrere große Titel vorgestellt werden, die mit Hollywood-Schauspielern aufwarten.

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Reedus, Seydoux, Mikkelsen - drei der Hauptdarsteller in "Death Stranding".

(Foto: Michael Bauer)

Das mysteriöse Action-Adventure "Death Stranding"  hat dabei gleich einen ganzen Cast an Film- und Seriengrößen vereint. Norman Reedus ("The Walking Dead"), Mads Mikkelsen ("Casino Royale"), Nicolas Winding Refn ("Drive") und Léa Seydoux ("Die Schöne und das Biest") geben die Hauptdarsteller in einem Spiel, über das nur wenig bekannt ist. Auf der Gamescom konnten die Besucher in einer Präsentation mehr über das Spiel erfahren. Dabei glänzen vor allem die Hauptdarsteller, von der Story wird kaum etwas verraten.

Keanu Reeves wird zu "Johnny Silverhand"

Eine tragende Rolle im Zukunftsepos "Cyberpunk 2077" von dem Entwickler CD Projekt Red spielt Keanu Reeves. Sein Auftritt bei der Gamesmesse E3 in Los Angeles sorgte für Furore. Um die Illusion im Spiel perfekt zu machen, haben die polnischen Entwickler mit Benjamin Völz auch noch die deutsche Synchronstimme von Reeves verpflichtet. Im Spiel wird er dann in die Rolle von Johnny Silverhand schlüpfen - eine Art digitaler Geist, von dem der Spieler besessen ist.

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Eine Nebenrolle dagegen hat Oscar-Preisträger Forest Whitaker im neuen Star-Wars-Spiel "Fallen Order". Darin verkörpert er wie schon im Kinofilm "Rogue One: A Star Wars Story" den Rebellenanführer Saw Gerrera. Auf der Gamescom gab es für die Fans allerdings nichts von dem Spiel zu sehen, das bereits am 15. November erscheinen soll. Wie ein Sprecher von Publisher Electronic Arts n-tv.de mitteilte, habe die Abwesenheit auf der Messe mit dem Releasetermin zu tun, den es unbedingt einzuhalten gelte. Schließlich erscheint das Spiel zwei Wochen vor dem neuen "Star Wars"-Kinofilm.

Sobald in Videospielen und Filmen animierte Figuren zum Einsatz kommen, ist der Mensch oft die Vorlage. Schauspieler werden dafür in Body Suits, die mit Bewegungsmarkern an allen relevanten und beweglichen Stellen des Körpers versehen sind, gesteckt. Ein Computer zeichnet die Bewegung auf und erstellt auf Basis der menschlichen Vorgabe ein digitales Gerüst. Mit 3D-Scans werden dann täuschend echte Abbilder geschaffen. So funktioniert es bereits seit über zehn Jahren in der Kino- und Gamesbranche.

Gamingbranche schaut bei Hollywood ab

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Motion und Performance Capturing in einem: Schauspieler Christopher Judge bei den Dreharbeiten zu "God of War".

(Foto: Sony)

Doch erst mit der Weiterentwicklung zum Performance Capturing wird den digitalen Gesichtern Leben eingehaucht. Sensorpunkte im Gesicht der Schauspieler zeichnen jedes Muskelzucken auf. Den Schauspieler gibt es so als virtuelle Version seiner selbst. Die Storys vieler großer Videospiele bekommen durch die schauspielerischen Leistungen der Protagonisten noch mehr Tiefe.

Und diese Storytiefe ist ein Grund, warum Schauspieler immer häufiger in großen Videospieltiteln auftauchen. In der Dokumentation "Raising Kratos" zum Spiel "God of War" beschreibt Schauspieler Christopher Judge ("Stargate"), dass er, nachdem er das Skript zu seiner Rolle gelesen hatte, nicht glauben konnte, dass es sich um ein Videospiel handele. "Das Casting war genauso wie bei einer Serie oder einem Film", erklärt Judge. Zunächst habe er sich gar nicht vorstellen können, wie die Szenen in einem Videospiel umgesetzt werden können. Vom Ergebnis sei er überwältigt gewesen.

Zurzeit setzen viele Spieleentwickler immer noch auf ein einzigartiges Antlitz ihrer Helden. In Zukunft dürfte sich das allerdings ändern. Denn die großen Titel auf der Gamescom scheinen nicht zuletzt durch die bekannten Gesichter aus Hollywood echte Blockbuster zu werden.

 

Quelle: n-tv.de

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