Technik

Einfach günstig Handys unter 100 Euro

Es muss nicht immer teuer sein: Es gibt viele Handys für weniger als 100 Euro, die Verbraucher auch ohne vertragliche Bindung erwerben können. Luxusgeräte mit High-End-Anwendungen sind zu diesem Preis nicht zu erwarten, dafür aber einige Einsteigermodelle, die solide Grundfunktionen bieten.

Bei diesen sogenannten Einfachhandys handelt es sich aber keineswegs um Billigmodelle. Im Gegenteil: "Das sind sehr taugliche Geräte, die für die Standardnutzung im Alltag völlig ausreichend sind", sagt Alexander Krug von "Computerbild". Wer sein Handy hauptsächlich zum Telefonieren oder für SMS nutzt, müsse nicht mehr Geld ausgeben.

Nur Grundausstattung

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Bei Stiftung Warentest schnitt das Nokia 1680 classic mit "gut" ab.

Die preisgünstigen Geräte bieten oft einen Wecker, ein UKW-Radio und vereinzelt auch Kameras mit einer Auflösung bis zu 1,3 Megapixel sowie eine Bluetooth-Funktion, erklärt Steffen Grosch vom Hersteller Sony Ericsson in Düsseldorf. Der Preis für diese Handys werde bewusst niedrig gehalten, "weil es sich um Einsteigermodelle handelt, bei denen auf umfassende Multimedia-Anwendungen weitgehend verzichtet wurde", erläutert der Produktmanager. Hochauflösende Kameras, MP3-Player oder UMTS-Dienste können Verbraucher von den günstigen Modellen nicht erwarten.

Der Fokus liegt auf dem Wesentlichen: "Die Geräte sind leicht bedienbar, übersichtlich gestaltet und verfügen über ein schlichtes Design", sagt Alexandra Zaddach vom Hersteller Samsung in Schwalbach am Taunus. Zur übersichtlichen Gestaltung gehört etwa eine übersichtliche Tastatur sowie eine klare Menüstruktur, die nicht mit Unterhaltungsfunktionen überfrachtet ist. Das erleichtert die Nutzung vor allem für Kinder oder ältere Menschen.

Lange Akku-Laufzeiten

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Billig-Handy für Musikliebhaber: Sony Ericsson W580.

Da die "Einfachhandys" nur über Grundfunktionen verfügen, hält der Akku relativ lange. "Bis zu 500 Stunden Standby- und 8 Stunden Gesprächszeit sind möglich", sagt Zaddach. Der Grund für die Ausdauer liege unter anderem darin, dass die simplen Displays mit Größen von unter zwei Zoll wenig Strom verbrauchen.

Durch einfache Bedienbarkeit und lange Betriebsdauer überzeugt zum Beispiel das Modell "Nokia 1680 classic", das bei einem Praxis-Check der Stiftung Warentest (Ausgabe 5/2009) als bestes Gerät seiner Klasse mit dem Gesamturteil "gut" abgeschnitten hat.

Wichtig für Verbraucher ist es laut Krug, nicht zu viel von den Handys zu erwarten. Zwar seien etwa Schnappschüsse mit der integrierten Kamera möglich, diese taugen aber eher zum Ansehen und Herumzeigen auf dem Gerät selbst. "Zum Entwickeln der Fotos ist die Qualität zu schlecht." Entscheidend dafür sei nicht nur die Auflösung, sondern auch die Lichtempfindlichkeit der Optik. Zudem ist in den meisten Fällen auch kein ausreichender Speicher vorhanden, dieser betrage meist nur rund 50 Megabyte - zu wenig, um nur annähernd so viele Fotos wie auf einer Digitalkamera zu speichern.

Kleine Bildschirme

Mit dem Handy im Internet zu surfen, ist bei einigen günstigen Modellen dennoch möglich. Dabei werden meist nur sehr einfache Browser eingesetzt. Eine Zugauskunft, Wetterberichte oder Sportergebnisse seien aber problemlos nachzuschauen, sagt Krug. Ein Manko ist dagegen das Display: "Zum Ansehen von Videos oder komfortablem Surfen im Netz ist es oft zu klein."

Videos des Internetportals YouTube können etwa beim Modell Nokia 5000 nicht angezeigt werden, laut "Computer Bild" mit 70 Euro das qualitativ beste Einfachhandy. Auch der Musikspieler sei hier kein Ersatz für einen MP3-Player. Dafür lassen sich viele Funktionen mit nur zwei Bedienschritten vom Startbildschirm aus erreichen.

Durchschnittlich acht bis zehn Geräte unter 100 Euro haben die größeren Anbieter auf dem Markt, darunter auch Klapp- und Slide-Modelle. Sogar einen Touchscreen gibt es für den schmalen Geldbeutel: 80 Euro kostet etwa das Vodafone 541 von Alcatel. Für Musikliebhaber empfiehlt Krug das "W580" von Sony Ericsson, bei dem die Produktion speziell auf Klangqualität ausgelegt wurde. Günstigstes Gerät mit 17 Euro ist das RX-80 Pico vom Anbieter Pearl, mit 44 Gramm samt Akku ein echtes Leichtgewicht. Das Display ist allerdings in schwarz-weiß gehalten, das Handy selbst passt in die fünfte Jeanstasche. "Der Purist unter den Günstigen", sagt Krug.

E-Mail-Spezialist

Auch Business-Handys mit vollwertiger Tastatur sind bereits unter 100 Euro erhältlich. Der Blackberry-Verschnitt GW 300 von LG verfügt etwa über einen E-Mail-Client und ist laut Krug "ein echtes Schnäppchen für die E-Mail-Nutzung". Nicht erwarten können Verbraucher dagegen die so genannte Push-Mail-Funktion wie bei Smartphones: "Für Geschäftsleute oder Multimedia-Fans ist das also eher nichts" - für Leute, die nur telefonieren wollen, eine Menge.

Quelle: n-tv.de, dpa

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