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Ein postapokalyptischer Roadtrip In "Days Gone" gehen Biker auf Zombiejagd

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Wenn das Motorrad zum Lebensretter wird: In "Days Gone" ist die Flucht mit dem Bike meist die einzige Rettung vor Zombie-Horden.

(Foto: Sony Playstation)

Rocker-Romantik trifft auf Zombie-Apokalypse: Nach einer verheerenden Pandemie kämpft der hartgesottene Biker Deacon im neuen PS4-Spiel „Days Gone“ ums Überleben. Neben bissigen Zombies muss er sich auch mit seinen eigenen Dämonen herumschlagen.

Schneebedeckte Höhen, dichte Wälder und rauschende Bäche: In "Days Gone" erblüht der Nordwesten der USA in seiner schönsten Pracht – und lädt zum Verweilen ein. Doch plötzlich zerreißt ein markerschütternder Schrei die Idylle. Aus dem Dickicht stürmen Dutzende grauenvoll mutierte Gestalten. Schnaubend und zähneflätschend sind sie auf der Suche nach ihrem nächsten wehrlosen Opfer. Schon ein kurzer Moment der Unachtsamkeit entscheidet dann über Leben und Tod.

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Eine verheerende Pandemie hat im neuen Action-Adventure aus dem Hause Bend Studio einen Großteil der Menschheit in zombieartige Wesen verwandelt. Die Welt liegt in Schutt und Asche - und mittendrin: ein wortkarger Kerl namens Deacon St. John, der sich auf seinem Motorrad in den gnadenlosen Kampf ums Überleben in der Postapokalypse stürzt. Gleichzeitig versucht er, den tragischen Verlust seiner geliebten Frau Sarah zu überwinden. So durchkämmt Deacon zusammen mit seinem Biker-Kumpel Boozer das fast menschenleere Oregon auf der Suche nach Beute und Antworten.

Neben blutrünstigen Zombies, hier Freaker genannt, offenbart die Endzeit auch die hässliche Seite der Menschen: Mordende Banditen ziehen umher und stellen ihren Opfern tödliche Fallen. Auch vor den sogenannten Rippern sollte man sich in Acht nehmen. Die fanatischen Kultisten, deren Körper mit Brandwunden und Narben übersäht sind, wollen ihre Gefangenen auf brutale Weise bekehren. Eine Art Zivilisation existiert nur noch in den wenigen Camps, wo sich die zusammengepferchten Überlebenden um die letzten Brotkrumen streiten.

Wenn der Drahtesel das Überleben sichert

So richtig sicher fühlt man sich daher nirgendwo. Überall lauern Gefahren. Die düstere Atmosphäre, die die Stimmung nach dem Untergang der Menschheit perfekt einfängt, ist die große Stärke von "Days Gone". Zerstörte Städte, verfallene Industrieanlagen und modernde Forschungsstationen sind schaurige Zeitzeugnisse vom langsamen Zerfall einer Zivilisation. Zudem wimmelt die Open-World nur so von Freakern, die einem das Fleisch von den Knochen reißen wollen.

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Wenn sich ein Freaker erst mal festgebissen hat, braucht Deacon einiges an Kraft, um ihn wieder loszuwerden.

(Foto: Sony Playstation)

Um ihnen den Garaus zu machen, ist Taktik gefragt. Im Gegensatz zum Eindruck der ersten Trailer, in denen man mit dem Sturmgewehr auf Hunderte Freaker ballert, während man nonstop sprintet, steht im Spiel eigentlich eher überlegtes Vorgehen im Mittelpunkt. Generell gilt: Mit guter Vorbereitung lassen sich die Überlebenschancen deutlich steigern. So sollte man Feinde beim Ausspähen der Umgebung mithilfe des Fernglases markieren und sie vor dem Angriff mit Steinwürfen ablenken.

Falls ein Schleichangriff doch mal schiefgeht und Dutzende Freaker auf Deacon losstürmen, bleibt nur noch die Flucht: Schnell auf das hoffentlich nahestehende Motorrad schwingen und die Biester den Staub hinter sich schmecken lassen. Allerdings rast man im postapokalyptischen Oregon nicht wie in Grand Theft Auto mit immer vollem Tank durch die Gegend. Allmählich geht Deacon der Saft aus. Im schlimmsten Fall strandet er dann irgendwo im Nirgendwo und muss sich zu Fuß durchschlagen bis er einen Benzinkanister aufspüren kann. Das dauert meist nicht allzu lange – Benzin und Schrott liegen fast überall rum – die Schwierigkeit besteht darin, an sie heranzukommen. Denn wo wertvolle Ressourcen winken, tummeln sich immer auch Feinde.

Dieser Roadtrip ist nichts für schwache Nerven

Mit den hart erkämpften Materialien kann dann gecraftet werden: Aus Lumpen und Kerosin entstehen nützliche Molotov-Cocktails, aus Ästen werden Pfeile für die Armbrust geschnitzt. Mit Schrott repariert Deacon sein Motorrad oder zerbrechliche Nahkampfwaffen. Ratsam ist es zudem mit Munition sparsam umzugehen, denn die gibt es nicht im Überfluss.

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Grafisch hat die Open-World von "Days Gone" einiges zu bieten. Mit viel Detailverliebtheit kreierten die Entwickler eine atmosphärisch dichte Spielwelt, in der jedes Rascheln im Gebüsch zum Nervenkitzel wird. Beim Gameplay bedient sich "Days Gone" allerdings schamlos bei Blockbustern wie The Last of Us, State of Decay oder Far Cry. Somit fühlt sich das Zombie-Epos mangels neuer Ideen eher wie ein Best-of vieler Actiontitel der letzten Jahre an, kann dafür aber durch seine packende Story überzeugen. Auch wenn diese etwas Zeit braucht, um in Fahrt zu kommen.

"Days Gone" entwickelt sich trotz altbekannter Spielmechaniken zu einem durchaus unterhaltsamen und spannenden Überlebenstrip. Die Welt ist hier nicht schwarz-weiß, sondern eher bedrohlich grau. Im Verlauf der etwa 30 Stunden umfassenden Hauptkampagne kommt Deacon dem Ursprung des Virus immer näher und schöpft Hoffnung, dass seine Frau doch noch am Leben sein könnte. Wer die gefährliche Reise mit Deacon trotz einiger langatmiger Passagen auf sich nimmt, wird mit einer außergewöhnlichen Endzeit-Erfahrung und überraschenden Plot Twists belohnt.

"Days Gone" ist für die Playstation 4 im Handel erhältlich.

Quelle: n-tv.de

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