Technik

Drei Jahre keine Verbesserung Internet meistens viel lahmer als vereinbart

Lahmes Internet

Das Internet ist oft langsamer, als die Provider versprechen.

(Foto: imago/photothek)

Die Bundesnetzagentur stellt fest, dass nach wie vor kaum ein Internet-Nutzer die vertraglich vereinbarte Datenübertragungsrate erhält. Daran hat sich in den vergangenen drei Jahren so gut wie nichts geändert. Besonders übel sieht es beim mobilen Internet aus.

Seit drei Jahren misst die Bundesnetzagentur, ob Internet-Nutzer auch die Datenübertragungsraten erhalten, für die sie bezahlen. Das vorläufige Fazit der Behörde ist mehr als ernüchternd. Es hat sich bis heute so gut wie gar nichts daran geändert, dass die meisten Kunden viel lahmere Internetverbindungen bekommen, als ihnen die Anbieter vertraglich zugesichert haben.

Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erhielten zwischen dem 1. Oktober 2017 und dem 30. September 2018 im Download 71,3 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate. Lediglich 12,8 Prozent der Nutzer surften mit der vereinbarten Höchstgeschwindigkeit oder schneller.

Besonders ärgerlich für die Verbraucher ist, dass sich die Anbieter offenbar wenig bemühen, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sind die Werte annähernd gleich geblieben, mit 71,6 und 12 Prozent fielen die Messungen leicht besser aus.

Dabei zeigen sich große Klassenunterschiede. Benachteiligt werden vor allem Nutzer von niedrigeren Bandbreiten. Die schwächsten Werte registrierte die Bundesnetzagentur bei Geschwindigkeiten zwischen 8 und 18 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Kunden mit Bandbreiten von 200 bis 500 Mbit/s werden zwar insgesamt weniger ausgebremst, müssen aber in den Stoßzeiten starke Geschwindigkeitseinbußen hinnehmen. Unterschiede stellte die Behörde auch zwischen den einzelnen Internet-Anbietern fest, nannte aber keine weiteren Details.

Mobil wird weit mehr versprochen als gehalten

Noch schlechter sieht es beim mobilen Internet aus. Hier erhielten über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg im Download gerade mal 16,1 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten Geschwindigkeit. Nur bei mickrigen 1,5 Prozent wurde die zugesicherte Datenübertragungsrate tatsächlich erzielt. Und von einer Verbesserung kann bei den deutschen mobilen Netzen überhaupt keine Rede sein. Im Gegenteil: die Werte sind rückläufig. Im Vorjahreszeitraum erreichten noch 18,6 Prozent der Nutzer Übertragungsraten von wenigstens 50 Prozent der vereinbarten Höchstgeschwindigkeit; 1,6 Prozent konnten sie tatsächlich auskosten.

Besonders bei den höheren Bandbreiteklassen seien bei der jüngsten Messung tendenziell niedrigere Prozentwerte erreicht worden, schreibt die Netzagentur. Und das, obwohl die gemessenen Übertragungsraten eigentlich leicht gestiegen sind. Die Begründung könnte Verbraucherschützer alarmieren: Die Verschlechterungen seien unter anderem auf tarifliche Anpassungen zurückzuführen, schreibt die Behörde. Einige Anbieter hätten die vertraglich in Aussicht gestellten maximalen Datenübertragungsraten stärker erhöht, als die tatsächlich gemessenen Raten zugenommen haben. Soll heißen: die Angebote sind teilweise noch unehrlicher, als sie vorher waren.

Wer selbst überprüfen möchte, ob die tatsächliche Geschwindigkeit der Breitbandverbindung mit den vertraglich vereinbarten Werten übereinstimmt, kann dies auf der Webseite "Breitbandmessung" der Bundesnetzagentur kostenlos tun. Für den mobilen Test gibt es kostenlose Apps. Wie es allgemein in einer Region und bei verschiedenen Anbietern aussieht, zeigt eine anpassbare Deutschlandkarte.

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Quelle: n-tv.de, kwe

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