Technik

SingularityU Summit in Berlin Jetzt kommt das Silicon Valley zu uns

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Pepper begrüßte die Besucher des SingularityU Summit in Berlin.

(Foto: Carola Ferstl)

Bis vor Kurzem war es unter Managern total angesagt, für eine Erfahrung in Sachen High Tech und Digitalisierung nach Kalifornien zu pilgern. Die Reise kann man sich ab sofort sparen.

Pepper kann tanzen, Pepper kann Luftgitarre spielen, wenn er sich freut, dann blinken seine runden Auge in allen Farben des Regenbogens. Pepper ist ein humanoider Roboter. Und damit willkommen in der Zukunft.

Pepper begrüßte vor wenigen Tagen rund 300 Besucher des zweiten SingularityU Summit in Berlin. Die Bewegungen des rund ein Meter großen Roboters waren zwar noch recht mechanisch, seine Antworten stimmten nicht immer, aber sie machten das Motto des Treffens klar: Hier gibt es die Trends der nächsten Jahre zum Anfassen und Mitmachen.

Schon morgen werden Peppers Kollegen, die Mimik und Gestik ihres Gegenüber analysieren können und damit über die bisher bekannten Arbeitsmaschinen weit hinausgehen, viele Arbeiten in allen Lebensbereichen verrichten und dem Menschen das Leben vereinfachen. Die Verbesserungen in der Robotik sind exponentiell. Genau darum ging es in den zwei Tagen Anfang Mai im Congress Center am Berliner Alexanderplatz. Wie kann man die Welt mit exponentiellen Methoden wie Robotik oder Künstlicher Intelligenz retten? Nicht weniger hat sich die Singularity University nämlich auf die Fahnen geschrieben.

Die Urzelle der inzwischen weltweiten Netzwerks liegt im NASA Research Park in Mountain View in Kalifornien. Weltraum und Silicon Valley, schon der Ort zeigt den Anspruch des Non-Profit-Unternehmens das im Jahr 2008 von Ray Kurzweil und Peter Diamandis, zwei Tech-Pionieren, gegründet wurde. Jedes Jahr pilgern Manager aus der ganzen Welt zur Singularity University, um über die neuesten Entwicklungen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Virtueller Realität und Robotik informiert zu werden.

Die Plätze sind rar

Nicht einmal 100 Menschen dürfen pro Jahr die nicht eben niedrigen Kosten von rund 25.000 Dollar, wenn man Flug und Hotel dazurechnet, für die 6-Tage-Kurse in Zukunftsvisionen zahlen. Die Warteliste ist trotzdem lang. Da lag es nahe, die Ideen der Singularity University auf Tour zu schicken.

Interessierte und sogenannte Alumni, also die Glücklichen, die bereits im Silicon Valley in der Singularity University waren, kamen an den zwei Tagen zusammen. Themen wie "Das Virtuelle Gehirn", "Ethik in der Robotik" oder "Mobilität in 2025" wurden diskutiert. In sogenannten "Deep Dives" konnten einzelne Fragen in kleinen Gruppen mit den klügsten Köpfen der Welt auf die Anwendungsmöglichkeiten heruntergebrochen werden.

"Wir wollen den Besuchern praktische Ideen mit auf den Weg geben – das ist der Unterschied des SingularityU Summits zu anderen Veranstaltungen", sagt Stephan Balzer, Deutschland-Statthalter der zukunftsweisenden Bildungsorganisation. In den Präsentationen wurde dann auch immer wieder Mut gemacht, etwas Eigenes zu starten. "Kennen Sie einen Bereich , wo es noch keine Sharing-Economy-Plattform gibt? Super, dann gründen Sie genau hier ein eigenes Unternehmen", so Amin Toufani, der Singularity-Strategie-Chef in seinem Vortrag.

Ableger in Berlin

Der Summit konnte nur einen kleinen Eindruck der großen Ideen geben, die weltweit mit den Möglichkeiten der exponentiellen Technologien entwickelt werden. Wem das zu wenig ist, die Reise nach Amerika aber zu lang oder zu teuer, dem kann in Zukunft direkt in Berlin geholfen werden. Denn noch in diesem Jahr soll in Zusammenarbeit mit SAP ein Ableger der Singularity University in der Hauptstadt entstehen. In wenigen Monaten sollen dann Unternehmen ihre Mitarbeiter zu Schulungen und Workshops schicken können, um ihnen das exponentielle Denken und Arbeiten näherzubringen.

Sicherlich ein Schritt , der es immer mehr Menschen ermöglicht, die Ideen kennenzulernen, die noch an Science Fiction erinnern und morgen schon Realität sind. Nur so lassen sich ganze Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft "beamen". Ein paar CEOs reichen dazu nämlich nicht aus. Erst wenn das "Denken ohne Hindernisse" in der gesamten Organisation angekommen ist, gibt es exponentielle Veränderungen.

www.carolaferstl.de

Quelle: n-tv.de

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