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"Lord of Hatred" im Test"Diablo 4" war noch nie so gut

22.04.2026, 16:43 Uhr WhatsApp-Image-2025-01-14-at-07-23-43Von Tobias Hauser
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Die Großstadt Temis und ihr Umland sind eine willkommene Abwechslung zu der sonst so düsteren Diablo-Umgebung. (Foto: Blizzard Entertainment)

Die "Diablo"-Reihe steht für eine blutige und gnadenlose Welt, in der Menschen der Spielball in Konflikten zwischen Himmel und Hölle sind. Eine fantastische Prämisse, die im vierten Ableger nicht immer optimal genutzt wurde. Mit dem zweiten DLC, "Lord of Hatred", ändert sich das.

Blizzard kann richtig gute Geschichten erzählen. Auch "Diablo 4" hat das hin und wieder gezeigt. Gestartet hat es mitreißend und auch gegen Ende der Hauptkampagne gab es jede Menge persönliche und düstere Momente. Doch dazwischen dümpelte die Story so sehr vor sich hin, dass man fast wieder vergessen hat, was Blizzard eigentlich kann. Unzählige Charaktere wurden eingeführt und genauso schnell wieder getötet. Die Handlung war so zerfasert, dass kaum ein Strang wirklich wirken konnte. Furchtbar frustrierend, besonders weil eben beim emotionalen Finale klar wurde, wie gut diese Geschichte sein könnte.

Mit "Lord of Hatred" gelingt Blizzard zumindest teilweise die Wiedergutmachung. Die Erweiterung setzt dort an, wo das erste DLC, "Vessel of Hatred", aufgehört hat: Das große Übel Mephisto hat den Körper des Propheten Akarat eingenommen und inszeniert sich als Retter der Menschheit. Schnell baut er einen Kult auf und nutzt all seine beträchlichten Fähigkeiten der Manipulation, um Hass und Zwietracht unter den Bewohnern von Sanktuario zu säen. Dem treten wir gegenüber - an unserer Seite alte Verbündete und auch unsere alte Feindin Lilith.

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Das neue Gebiet Skovos ist deutlich farbenfroher und heller als für Diablo-Standards üblich - zumindest zu Beginn. (Foto: Blizzard Entertainment)

Im Vergleich zur Hauptkampagne ist die Geschichte von "Lord of Hatred" deutlich konzentrierter und damit auch emotional effektiver. Allein dadurch, dass viele Begleiter und Nebencharaktere bereits das Zeitliche gesegnet haben, kann Blizzard die Überlebenden in den Mittelpunkt stellen und deren Charakterentwicklung die nötige Zeit geben. Damit münzt die Story viel mehr auf die Stärken der einzelnen Charaktere ein als die Hauptkampagne. Außerdem kommt "LoH" zugute, dass es die meisten Stränge zuende erzählen darf, statt auf einen Cliffhanger hinzuarbeiten. Und das gelingt Blizzard, besonders die letzten zwei bis drei Stunden sind großartig inszeniert und erzählt. Da kann man schonmal ein paar Tränchen in den Augen haben. Die fantastische deutsche Synchro trägt ihren Teil bei.

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Großartig inszenierte Bosskämpfe

Aber für viele ist die Geschichte bei "Diablo" sowieso eher Beiwerk. Was zählt, ist vor allem: Zerschnetzeln, Zerhacken, Zerteilen, Zerfetzen und Zerspalten verschiedenster Monster und Kultisten. Und das macht weiterhin jede Menge Laune. Wir haben "AoH" mit einer brandneuen Hexenmeisterin durchgespielt und bei Level 1 angefangen. Auf dem höchsten der zum Start verfügbaren Schwierigkeitsgrade ist das auch angenehm fordernd.

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Der Hexenmeister lässt Dämonen für sich kämpfen. (Foto: Blizzard Entertainment)

Besonders bei den Bosskämpfen hat Blizzard inszenatorisch nochmal eine kleine Schippe auf die ohnehin fantastische Basis draufgelegt. "LoH" kommt mit jeder Menge toller Kämpfe daher. Besonders einer sticht heraus - aber den muss man selbst erleben. Einziger Wermutstropfen: Manche der Bossgegner sind absolute Schadens-Schwämme und halten unendlich viel aus. Wirklich gefährlich werden sie dann aber erst in ihrer letzten Phase, wo sie einen dann auch mal plötzlich mit einem Schlag vollkommen überraschend auslöschen können. Wer stirbt, muss sich dann wieder minutenlang durch die drögen Anfangsphasen des Kampfes boxen. Das kann echt demotivierend sein.

Aber wie war das gleich, stand da eben "brandneue Hexenmeisterin"? Ja, "LoH" bringt nämlich gleich zwei neue Klassen an den Start. Neben der Dämonenbeschwörerin vom Dienst gibt es noch den Paladin, den man schon seit einiger Zeit spielen konnte, wenn man die Expansion bereits besitzt. Kurz gesagt: Beide top. Der Paladin fliegt auf Engelsflügeln übers Schlachtfeld, lässt Lichtblitze regnen und verbreitet Gerechtigkeit. Spaßig! Der Hexenmeister erlaubt verschiedene spannende Spielweisen, unter anderem die Beschwörung von Dämonenhorden, die uns besonders zugesagt hat. Mit Maximallevel war es durchaus auch mal möglich, zu Beginn des Kampfes einmal alle Knöpfe zu drücken, die beschworenen Unholde ihren Job machen zu lassen und sich schnell einen neuen Kaffee zu holen.

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Der Horadrische Würfel ist zurück. Er erlaubt das Verschmelzen von Gegenständen, Erstellen neuer Items und Recyceln von Ausrüstung.

Auch ansonsten hat Blizzard einige Änderungen in das Endgame eingebaut. Der Horadrische Würfel ist beispielsweise endlich zurück. Mit ihm können Spieler Gegenstände erstellen, aber auch bestehende Ausrüstung erweitern, umwandeln und kombinieren. Außerdem ist der Talisman neu, in den man Zauber sockeln kann, die neue Boni geben. Das Skill-System wurde überarbeitet, genau wie das Sockelsystem bei Waffen.

Außerdem neu sind die Kriegspläne. Dort stellt man eine Liste an bis zu fünf Aktivitäten auf, arbeitet sie ab und erhält dafür Loot. So kann man sich sein variables Endgame selbst schaffen. Wer die Herausforderung erhöhen will, kann sich mit Modifikatoren Bonusloot verdienen. Beispielsweise kann man dafür sorgen, dass Bosse nach ihrem Tod noch zweites Leben erhalten.

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Fünf Aktivitäten aneinandergereiht: So sehen die Kriegspläne aus.

All das macht zu Beginn erst mal viel Spaß und bringt etwas frischen Wind. Gut möglich jedoch, dass die Änderungen besonders für Veteranen von "Diablo 4" nicht radikal genug sind. Auf den Kopf gestellt wird das Spielsystem schließlich nicht. Aber "LoH" bringt dennoch sinnvolle Neuerungen und ist allein wegen seiner tollen Kampagne für Fans der Spielreihe sein Geld wert.

Quelle: ntv.de

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