Technik

Theta SC für iPhone und Android Ricoh baut 360-Grad-Kamera für alle

ricoh-theta-sc-2.jpg

Handlich und leicht zu bedienen: die Ricoh Theta SC.

(Foto: jwa)

Die Ricoh Theta SC ist eine handliche und kompakte 360-Grad-Kamera. Sie filmt und knipst ansprechende Bilder - und hat im Vergleich zum schärfsten Konkurrenten Samsungs Gear 360 einen entscheidenden Vorteil.

Mit der zunehmenden Verbreitung von VR-Brillen steigt auch die Nachfrage nach Kameras, mit denen Nutzer unkompliziert 360-Grad-Material aufnehmen können. Rundum-Fotos und -Videos sind längst nicht mehr nur eine Sache für Profis, spätestens seit den 360-Grad-Kameras von Samsung oder LG ist das Thema auch für den Durchschnitts-Nutzer interessant. Auch Hersteller Ricoh baut handliche 360-Grad-Kameras, kürzlich sind die neuen Modelle Theta S und SC erschienen. n-tv.de war mit der abgespeckten SC unterwegs.

Leichte Bedienung

Große Unterschiede gibt es zwischen den beiden Modellen nicht - die SC ist etwas kleiner, sie hat keinen HDMI-Anschluss, Videoaufnahmen sind bei ihr auf 5 Minuten pro Clip beschränkt; die S filmt 25 Minuten am Stück. Sonst ist alles gleich, der 12-Megapixel-Sensor ist identisch, auch der interne Speicher ist mit rund 8 Gigabyte gleich groß und kann nicht erweitert werden - vielleicht das größte Manko der Thetas.

Das Äußere der Kamera ist übersichtlich gehalten, es gibt drei Bedientasten sowie einen großen Auslöser - gut so, denn so lässt sich die Theta SC intuitiv bedienen. Nutzer können Videos und Fotos direkt mit der Kamera aufnehmen. Wer mehr Kontrolle oder ein Live-Sucherbild möchte, braucht die Gratis-App für iOS oder Android, die eine WLAN-Verbindung mit der Kamera aufbaut.

ricoh-theta-sc-1.jpg

Die Ricoh Theta SC sieht alles um sie herum.

(Foto: jwa)

Ein App-Download ist quasi Pflicht, denn die hat nicht nur nützliche Aufnahme-Optionen und Einstellungen zur Verbesserung der Bildqualität (Belichtungskorrektur, Rauschreduzierung, HDR). Erst mit der App lässt sich die Kamera wirklich gut nutzen. Neben manuellen Einstellungen, zum Beispiel für die Verschlusszeit bei Langzeitbelichtungen, bietet sie vor allem ein Echtzeit-Sucherbild samt Fernauslöser. Das ist wichtig, denn weil die Theta SC 360-Grad-Bilder aufnimmt, ist der Nutzerarm, der den Auslöser drückt, immer prominent mit im Bild.

Versteckspielen mit der App

Wer dagegen die App nutzt, kann sich getrost ein Stückchen entfernen oder sogar verstecken - so taucht der Nutzer im Bild gar nicht mehr auf, oder nur als Teil der Umgebung. Der fertigen Aufnahme kommt das zugute, denn obwohl die Kamera die Bilder beider Linsen sehr gut und nahezu nahtlos zusammenfügt, sind die Übergänge in einem kleinen Bereich an der unteren Bildkante nicht ganz sauber - hier überlappen sich Einzelbilder, Elemente die nah an der Linse sind (zum Beispiel eine Hand, die die Kamera hält), werden teils abgeschnitten. 

Am wenigsten stört das, wenn die Kamera direkt auf dem Boden steht, dann sind die Schnittkanten fast unsichtbar. Hier ist aber Vorsicht geboten: Trotz einer ebenen Unterseite gerät die Kamera schon durch leichte Windstöße ins Wackeln oder fällt um, im schlimmsten Fall auf die Linse - unschöne Kratzer sind die Folge, die das Bildergebnis beeinträchtigen. Also lieber ein Stativ nutzen. Ein kleines Tischstativ reicht, denn die Theta SC wiegt nicht viel.

Je nach Aufnahmemodus dauert es mindestens 6 Sekunden, um ein Foto zu erstellen - für ein HDR-Foto braucht die Kamera knapp 20 Sekunden. Die Qualität der Aufnahmen ist ansprechend. Auf dem Smartphone können sie als Rundumbild in der App angeschaut werden, für die Anzeige auf dem PC brauchen Nutzer die entsprechende Gratis-Software, die das Material zusammenfügt und richtig darstellt. In der gewöhnlichen Bildergalerie auf Smartphone oder PC werden Bilder als flache Panoramas angezeigt, Videos mit zwei Kugelpanoramen nebeneinander.

Entscheidender Vorteil

Die Auflösung der Fotos ist in Ordnung, zweimal 12 Megapixel sind zwar nicht besonders viel, doch wer nicht weit in die Bilder hereinzoomt, bekommt eine ansprechende Rundumsicht. Videos erscheinen auf dem PC-Bildschirm recht unscharf. Die Kamera filmt zwar in Full HD (1920 x 1080 Pixel, 30 Bilder pro Sekunde), doch bei einer Rundumsicht ist diese Auflösung relativ niedrig.

Zum Teilen der Aufnahmen in Sozialen Netzwerken melden sich Nutzer mit ihrem Facebook- oder Twitter-Account bei der Plattform theta360.com an. Hier können sie Material hochladen, mit Beschreibungen und Hashtags versehen und anschließend direkt bei Facebook, Twitter oder über Tumblr teilen - im jeweiligen Netzwerk erscheint ein Post mit Link zum Material auf der Theta-Plattform.

Dort sind auch die Aufnahmen anderer Nutzer sichtbar. Deutlich werden so die Stärken und Schwächen der neuen Theta-Modelle: Bei Tageslicht gelingen gute Fotos, auch im Dunkeln ist die Bildqualität noch ansprechend. Videos erscheinen etwas unscharf, im Vergleich zu den Modellen der Konkurrenz liefert die Theta SC aber gutes Material - vor allem wenn man es durch eine VR-Brille betrachtet. Der größte Vorteil zu Samsungs ebenfalls gut ausgestatteter Gear-360-Kamera ist aktuell noch, dass die Theta SC mit quasi jedem Android- und iOS-Handy kompatibel ist. Solange Samsungs Knipse kein Update bekommt, ist die Theta damit erste Wahl für alle Rundum-Filmer ohne Galaxy-Smartphone.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema