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Königin der Android-Uhren Samsung Galaxy Watch ist Klassenbeste

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Samsuns Galaxy Watch ist derzeit wohl die beste Android-Smartwatch.

(Foto: jwa)

Samsungs Galaxy Watch hat eine Menge drauf. Sie misst Puls und Schritte, erkennt Work-outs, spielt Musik ab, hört auf Sprachbefehle und tickt sogar. Ob sie die perfekte Smartwatch ist, hängt vor allem von einer Sache ab.

Apple hat mit der Vorstellung seiner Apple Watch 4 einen neuen Smartwatch-Maßstab gesetzt. Die Watch ist der Star unter den schlauen Uhren, doch die Konkurrenz scharrt schon mit den Hufen. Samsung zeigt mit seiner Galaxy Watch eine ebenfalls gelungene Smartwatch - n-tv.de hat den koreanischen Rundling ausprobiert.

Drehbare Lünette

Mit ihrem runden Gehäuse folgt Samsung dem Design klassischer analoger Armbanduhren. Bedient wird die Galaxy Watch mittels zwei Tasten an der rechten Seite, die an einen Chronografen denken lassen. Außerdem kann man durch Drehen der Lünette durch die Benutzeroberfläche navigieren und natürlich ist das Display ein Touchscreen. Samsung verbaut in der Galaxy Watch ein AMOLED-Display, die 46mm-Variante hat ein 1,3-Zoll-Display (33 Millimeter) mit einer Auflösung von 360 x 360 Pixeln.

Es gibt also mehrere Wege, um zu einer Funktion oder einer bestimmten Anzeige zu gelangen. Das ist zwar praktisch, am Anfang aber auch verwirrend. Gerade Smartwatch-Neulinge sollten sich für die Eingewöhnung etwas Zeit nehmen. Zumal die Uhr vieles auf dem Kasten hat und mehr Funktionen bietet, als man ihr auf den ersten Blick ansieht - auf Wunsch tickt sie sogar, das ist aber nicht mehr als ein netter Gag.

Hilft beim Training

Natürlich misst sie den Puls, Nutzer können festlegen, in welchen Intervallen das geschehen soll oder ob die Uhr den Herzschlag sogar kontinuierlich aufzeichnet. Sie erfasst zusätzlich das Stress-Level des Trägers und hilft ihm bei Bedarf dabei, tief ein- und auszuatmen - das hilft beim Stressabbau. Wer lange sitzt, bekommt eine Benachrichtigung: Zeit, sich zu bewegen! Dazu schlägt die Uhr verschiedene Lockerungs- und Streck-Übungen vor und lobt, wenn ihr Träger eine Einheit absolviert hat.

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Die Galaxy Watch koppelt sich bereitwillig nicht nur mit Samsung-Handys.

(Foto: jwa)

Sie kann Sprachbefehle entgegennehmen, Samsung setzt hier aber auf die Assistentin Bixby, und die spricht noch kein Deutsch. Es gibt eine Wetteranzeige mit Höhenmesser und Barometer, die Galaxy Watch zählt die Schritte und erkennt automatisch, wenn sportliche Nutzer ein Work-out starten. Der Schrittmesser ist aber weniger genau als der Pulsmesser. Apropos Work-out: Im internen Speicher können Nutzer Musik speichern, die sie dann beim Sporteln über Bluetooth-Kopfhörer hören können. Das Smartphone kann also zu Hause oder in der Sporttasche bleiben. Auch zum Schwimmen muss man sie nicht ablegen, denn die Uhr ist mit IP68 zertifiziert und damit wasserdicht. Wer die Galaxy Watch als Sportbegleiter nutzt, sollte Samsungs Fitness-App Health installieren.

Bluetooth oder eSIM

Wenn sie per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden ist, zeigt die Galaxy Watch Benachrichtigungen an und vibriert, wenn das Telefon klingelt, eine Mail reinkommt oder Whatsapp nach Aufmerksamkeit verlangt. Es muss übrigens kein Samsung-Handy sein. Die Galaxy Watch hat zwar nicht Googles Gear OS, sondern das von Samsung entwickelte Betriebssystem Tizen, doch sie funktioniert mit jedem aktuellen Android-Smartphone. Mit iPhones ist sie zwar kompatibel, kann aber nicht ihr volles Potenzial ausspielen. Es gibt auch eine LTE-fähige Watch mit integrierter eSIM, die ihre Träger komplett unabhängig vom Smartphone macht.

Ein paar nützliche Apps gibt's im eigenen Store, darunter zum Beispiel Spotify zum Musikhören, die Karten-App Here oder eine eigens angepasste Google-Maps-Version für Smartwatches. Auch die Nachrichten von n-tv zeigt die Galaxy Watch in einer speziell angepassten App an.

Welche soll's sein?

Samsungs Galaxy Watch kann zwar etwas weniger, kostet aber auch nicht ganz so viel wie die Apple Watch 4. Samsung verlangt 329 Euro für das 46-mm-Modell mit Bluetooth, die LTE-Variante für Telekom- oder Vodafone-Kunden kostet 399 Euro. Wer's kleiner mag, bekommt das 42-mm-Gehäuse für 309 Euro oder in der LTE-Version für 379 Euro. Die Funktionen sind bei beiden gleich, nur die Laufzeit des Akkus ist kürzer. Samsung gibt für die große Uhr eine Akkulaufzeit von bis zu sieben Tagen an, aber im Praxiseinsatz mit aktivem Bluetooth dürfte sie sich eher bei zwei Tagen einpendeln.

Welche Uhr nun die bessere Smartwatch ist, hängt vor allem davon ab, welches mobile Betriebssystem man nutzt. iPhone-Nutzer haben keinen Grund, zur Galaxy Watch zu greifen, umgekehrt können Android-Nutzer ohne iPhone nicht viel mit einer Apple Watch anfangen. Der Griff zur Galaxy Watch liegt in diesem Fall nahe, denn eine bessere Smartwatch bekommen Android-Nutzer derzeit kaum. Wer das Design der Uhr aber nicht mag, kann seine Hoffnung in die Uhren der Fossil Group stecken, die auf der IFA 2018 eine ganze Reihe von Smartwatches gezeigt hat, die mit Googles Gear OS angetrieben werden.

Quelle: ntv.de