Technik

Sechsjähriger verletzt Samsung will explosive Note 7 deaktivieren

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Samsung hat bisher 35 Fälle bestätigt, in denen der Akku eines Galaxy Note 7 explodierte.

Um sicher zu gehen, dass alle gefährlichen Galaxy-Note-7-Smartphones aus dem Verkehr gezogen werden, plant Samsung offenbar, die Geräte zu einem bestimmten Termin ferngesteuert zu deaktivieren. Für einen sechsjährigen New Yorker kommt die Aktion allerdings zu spät.

Weil "die Sicherheit unserer Kunden höchste Priorität hat", plant Samsung offenbar Galaxy-Note-7-Smartphones fernabschalten, falls sie vom Nutzer noch nicht im Rahmen des Austausch-Programms zurückgeschickt wurden. Das US-Blog "Android Authority" zitiert einen französischen Reddit-Nutzer, der über ein Telefongespräch mit Samsung berichtet. Demnach möchte der Hersteller in unserem Nachbarland Geräte ab dem 30. September deaktivieren, um jedes Risiko auszuschalten, dass Note-7-Besitzer durch einen explodierenden Akku zu Schaden kommen. Ob Samsung Fernabschaltungen auch in Deutschland plant oder weltweit so vorgeht, ist noch nicht bekannt. Angesichts der hohen Verletzungsgefahr scheint so ein Vorgehen aber durchaus angebracht zu sein.

Kind erleidet Verbrennungen

Wie riskant die Weiternutzung eine Galaxy Note 7 sein kann, musste offenbar eine New Yorker Familie schmerzhaft erfahren. Der sechsjährige Sohn des Besitzer habe auf dem Gerät Videos angesehen, als das Smartphone in Flammen aufging, berichtet die "New York Times". Die Rauchentwicklung sei dabei so stark gewesen, dass die Melder Alarm geschlagen hätten. Der Junge sei mit Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden.

Inzwischen sei ihr Enkel wieder zuhause, berichtete die Großmutter des Sechsjährigen der Zeitung. Er habe jetzt jedoch panische Angst vor Smartphones und wolle sie nicht mal in seiner Nähe haben. Die Familie sei mit Samsung wegen des Vorfalls in Verbindung getreten, schreibt die "New York Post". Wie der Hersteller reagierte, wollte die Familie aber nicht näher erläutern.

Wer an Samsungs Austausch-Programm teilnimmt, erhält ab dem 19. September ein neues Smartphone, das garantiert keinen brandgefährlichen Akku hat. Weil das Unternehmen bisher über die Gerätenummer nicht feststellen kann, ob eine fehlerhafte Batterie verbaut wurde, ruft Samsung alle Besitzer eines Galaxy Note 7 auf, ihr Gerät auszuschalten und einzuschicken. Nutzer, die ein Note 7 bestellt, aber noch nicht erhalten haben, sollen ebenfalls ab dem 19. September fehlerfreie Geräte geliefert bekommen.

[Update] Samsung hat "Android Central" in den USA mitgeteilt, es habe nicht vor, nicht Note-7-Geräte ferngesteuert zu deaktivieren.

Quelle: ntv.de, kwe