Technik

Sheep View statt Street View Schafe filmen die Färöer-Inseln

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Durita Dahl Andreassen mit einem Kamera-Schaf.

(Foto: Visit Faroe Islands)

Fast überall auf der Welt hat Google schon Street-View-Aufnahmen erstellt. Die abgelegenen Färöer Inseln gehören aber nicht dazu. Die Insulaner wollen das ändern und starten eine tierisch gute PR-Kampagne.

Mit Google Street View kann man nicht nur gut erschlossenene Orte virtuell besuchen. Inzwischen haben Kamera-Autos, -Schlitten und -Wanderer auch an weit entlegenen Orten der Welt gefilmt. Spektakuläre 360-Grad-Aufnahmen gibt es beispielsweise aus der Mongolei, der kanadischen Arktis oder dem Amazonasbecken. Man kann mit Street View sogar am Great Barrier Reef auf Tauchgang gehen. Auf die Färöer-Inseln hat Google bisher noch kein Team geschickt.

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Die Schafe stören sich offenbar nicht an Solarpanel und Kamera auf dem Rücken.

(Foto: Visit Faroe Islands)

Das gefällt den 49.188 Einwohnern der Inselgruppe, die ungefähr auf halbem Weg zwischen Norwegen und Island im Nordantlantik liegt, überhaupt nicht. Denn wenn nicht gerade eine große Fußballnation ihr Team für ein Qualifikationsspiel in den fernen Norden schickt, erhalten die Inseln nur wenig Aufmerksamkeit. Viele Menschen wissen nicht einmal, dass Thorshaven die Hauptstadt der Färöer ist. Schade, denn die insgesamt 18 Inseln haben eine grandiose Natur zu bieten. Davon sollten sich Menschen aus aller Welt auch am Computerbildschirm ein Bild machen können, findet der örtliche Tourismusverband. Und weil Google Street View nicht auf die Färöer kommt, hat er sein eigenes Projekt gestartet: Sheep View 360.

5 aus 40.000

Initiatorin ist Durita Dahl Andreassen, die die Idee hatte, solarbetriebene 360-Grad-Kameras auf den Rücken von Schafen zu befestigen. Flauschige Vierbeiner gibt es auf den Inseln genug. Rund 80.000 Tier. Nur fünf von ihnen wurden als Kamera-Schaf ausgewählt, schreibt "Touristik Aktuell": Heidi stromert mit einer Kamera auf dem Rücken durch Oslo, Erik grast in Südnorwegen, Frida ist in den Fjorden unterwegs, Lars zeigt exklusive Bilder aus Trondelag und Kari genießt den Sommer in Nordnorwegen. Die Aufnahmen schicken die Kameras zu Duritas Smartphone. Sie lädt diese dann zu Youtube hoch.

Es sei für sie sehr seltsam gewesen, dass sie ihren Freunden in anderen Ländern nicht zeigen konnte, wo sie herkommt, erklärt Durita. Ihre Heimat sei schön, grün und für den Rest der Welt noch weitgehend unentdeckt. "Wenn Google Street View nicht zu den Färöer Inseln kommt, zeige ich die Färöer Inseln der Welt auf einem anderen Weg."

Ziel bleibt trotzdem, Google dazu zu bringen, "die Straßen und die atemberaubenden Landschaften der Färöer" für Street View zugänglich zu machen. Dafür haben Durita und der Fremdenverkehrsverband eine Petition aufgesetzt. Vielleicht haben sie ja Erfolg. Bis dahin plant Durita, jede Woche ein neues Video zu veröffentlichen.

Quelle: ntv.de, kwe

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