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Apple spart am falschen Ende So lädt das iPhone viel schneller

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Wenn man's eilig hat, lädt man das iPhone mit einem iPad-Netzteil.

Der iPhone-Akku könnte viel schneller geladen sein, wenn Apple etwas großzügiger bei der Grundausstattung der Smartphones wäre. n-tv.de zeigt, wie es geht und was man besser bleiben lassen sollte.

Wer möglichst schnell den Akku seines iPhone aufladen möchte, sollte nicht auf das mitgelieferte Ladeteil zurückgreifen. Das Gerät liefert nämlich nur einen erbärmlich niedrigen Ladestrom von 1 Ampere. Wie Zubehör-Hersteller Equinux herausgefunden hat, können die Batterien schon seit den 6er-Modellel deutlich mehr ziehen, aber Apple knausert und stattet auch die neuen iPhones noch mit historisch schwachen 5-Watt-Ladegeräten aus. Tatsächlich unterstützen auch die iPhones seit 2014 Apples High-Power-Spezifikationen, die einen Ladestrom von bis zu 2,1 Ampere erlauben. Das bedeutet, man kann auch ihre Batterien mit den 12-Watt-Ladegeräten der iPads auffüllen.

60 Prozent in einer Stunde

Um wie viel schneller so der Füllstand eines iPhone steigen kann, hat Twitter-Nutzer Ryan Jones kürzlich nachgemessen. Ein iPhone 6s Plus erreichte mit dem stärkeren Netzteil 11 Minuten schneller einen Ladestand von 20 Prozent. Nach einer Stunde an der Strippe war der Akku mit dem Standard-Ladeteil zu 40 Prozent gefüllt, mit dem iPad-Zubehör zu 60 Prozent. Ist der Akku fast voll, wird der Unterschied kleiner. In den Bereichen um 90 Prozent läuft der Ladevorgang allgemein langsamer ab.

Im Gegensatz zu einem weit verbreiteten Irrtum ist es für den iPhone-Akku nicht schädlich, von einem stärkeren Gerät geladen zu werden. Seine Elektronik bestimmt, wie viel Strom fließt, das Ladeteil muss nur ausreichend Ampere zur Verfügung stellen. Daher kann das Ladegerät des iPad Pro auch noch beim ersten iPhone zum Einsatz kommen, wie Apple in seiner Kompatibilitätsliste zeigt. Auch Geräte anderer Hersteller tanken problemlos an ihm auf.

Die Leistung (Watt) spielt dabei keine Rolle, so lange sie ausreicht, um den nötigen Ladestrom zu erzeugen. Errechnet wird der mögliche Wert in Ampere, indem man die Leistung (Watt) durch die Spannung (Volt) teilt. Sehr wenig Ladestrom liefern übrigens immer die USB-Ausgänge eines PC. Mehr als 0,9 Ampere sind auch an einer 3.0-Buchse nicht drin, ein USB-2.0-Anschluss liefert sogar höchstens 0,5 Ampere.

Original kein Muss, Qualität Pflicht

Weil die Elektronik an Bord des iPhone den Stromfluss kontrolliert, ist es grundsätzlich auch nicht problematisch, Netzteile zu verwenden, die nicht von Apple stammen - immerhin kostet das Original-Netzteil 25 Euro. Aber weil das Ladeteil selbst überhitzen oder einen Kurzschluss verursachen kann, ist von unbekannten Billig-Netzgeräten abzuraten. Für eine einwandfreie Funktion sollte man außerdem zu zertifizierten (Apple MFi) Lightning-Kabeln greifen.

Equinux hat beim aktuellen iPhone 6s außerdem herausgefunden, dass der Lade-Controller keine Hitze mag und bei kühleren Temperaturen mehr Strom zieht. Außerdem rät der Hersteller, kurze Kabel zu verwenden, um Übertragungsverluste zu vermeiden.

Quelle: n-tv.de, kwe

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