Spart Zeit und bringt WissenSocial Bookmarking
Wieder hat Google Abermillionen Treffer ausgespuckt. Statt sich durch diese Masse zu quälen, können Surfer aber auch immer mehr so genannte Social-Bookmarking-Sites ansteuern.
Wieder hat Google Abermillionen Treffer ausgespuckt. Statt sich durch diese Masse zu quälen, können Surfer aber auch immer mehr so genannte Social-Bookmarking-Sites ansteuern.
Dort speichern, verschlagworten und bewerten Netz-Nutzer ihre Lieblings-Links - und teilen sie mit anderen Nutzern. So bekommen Interessierte einfach Zugriff auf die unterschiedlichsten Themengebiete.
Die Platzhirsche unter den Social-Bookmarking-Webseiten sind Furl und del.icio.us. Die englischsprachigen Dienste stehen für die zwei Gruppen, in die sich alle entsprechenden Angebote einteilen lassen. "del.icio.us bietet nur Grundfunktionen wie die Verschlagwortung", sagt Torsten Rox, Social-Software-Experte aus St. Wolfgang (Bayern).
Bei Furl lässt sich zusätzlich jede gebookmarkte Seite in einem Online-Speicher ablegen. "So kann beispielsweise auf einen Artikel selbst dann noch zugegriffen werden, wenn er schon längst aus dem Internet-Archiv der Zeitung entfernt wurde", erklärt Rox. Mit "Mein Web" hat Yahoo ein deutschsprachiges Angebot angelegt. Ohne Abbild, aber ebenfalls auf Deutsch geht es bei Mister Wong, Taggle oder folkd zu.
"Grundsätzlich ist das Angebot unüberschaubar", sagt Rox. Mit Gratis-Programmen wie Scuttle oder Connotea kann im Prinzip jeder ein solches Angebot auf seiner Webseite einrichten. "Da es mit Social Bookmarks leichter ist, Inhalte zu produzieren als beispielsweise mit Weblogs, ist Social Bookmarking ein idealer Web-2.0-Einstieg."
"Die Entwicklung vom Netz von Webpräsenzen von großen Unternehmen und Organisationen zu einem Netz von Personen, ihrem Wissen und ihren sozialen Verknüpfungen ist so grundlegend, dass sich dafür das Schlagwort Web 2.0 durchgesetzt hat", erklärt der Media-System-Designer Johannes Kleske aus Darmstadt in seiner Diplomarbeit über Wissensarbeit mit Social Software. Unter Social Software versteht man Anwendungen, mit denen die Nutzer soziale Kontakte knüpfen können.
Auch auf Social-Bookmarking-Seiten stößt man früher oder später auf Gleichgesinnte. Mit diesen können meist Gruppen gebildet werden. Manche Angebote ermöglichen einen Überblick darüber, wer die eigenen Links übernommen hat. Dann kann man versuchen, über die Bookmarks dieser Person weitere Quellen für die eigenen Interessen aufzutun.
Preisgeben muss jeder Surfer dabei aber immer nur so viel, wie er mag. "Bookmarks können öffentlich oder privat abgelegt werden. Die privaten sind nur für den User und niemanden sonst zu sehen", heißt es etwa beim Betreiber von Mister Wong mit Sitz in Bremen.
Für einen schnellen Überblick eignen sich die am häufigsten benutzten Schlagwörter, auch Tags genannt. Sie werden meist auf der Startseite aufgelistet -ebenso wie die von den Nutzern am häufigsten gebookmarkten Seiten.
In punkto Organisation spart Social Bookmarking Aufwand. "Das ist die beste Lösung, um auf verschiedenen Rechnern, Betriebssystemen, Browsern und auch unterwegs auf seine Bookmarks zuzugreifen", sagt Rox. Außerdem lassen sich Bookmarksammlungen oder Tags abonnieren. So genannte RSS-Leser - etwa im Browser Firefox - informieren den Nutzer dann über neu hinzugekommene Links.