Technik

Ghettoblaster neu gedacht Teufel Boomster macht mächtig Wumms

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Der Teufel Boomster spielt Musik per Bluetooth ab, hat aber noch mehr drauf.

(Foto: jwa)

Der Boomster ist Teufels zeitgemäße Neuauflage des Ghettoblasters. Die zweite Generation des kantigen Bluetooth-Lautsprechers ist klangstark und vielseitiger als ihr Vorgänger. Ist der Boomster jetzt die perfekte Boombox?

Die Zeiten der großen und eckigen Ghettoblaster mit Kassettenlaufwerk und dicken Boxen sind vorbei. Wer heute seine Musik unter freiem Himmel hören will, bedient sich formschöner und kompakter Bluetooth-Lautsprecher. Doch die haben meistens ein Problem: Richtig Wumms liefern sie nicht. Eine Ausnahme von dieser Regel ist die Neuauflage von Teufels Boomster. Die Bluetooth-Box ist groß, kantig, schwer und laut. Und sie hat alles drauf, was ein Ghettoblaster anno 2018 können muss.

Bluetooth, Aux, FM und DAB

Klar, ein Tapedeck wäre aus Nostalgiegründen fein, nicht zuletzt weil die Kassette gerade ein kleines Revival erlebt. Doch auch wenn Teufel mit Gewicht und Silhouette des Boomsters Erinnerungen an vergangene Zeiten weckt, spielt die Technik im Hier und Jetzt: Musik spielt er am liebsten über Bluetooth ab, externe Klangquellen können per 3,5-mm-Klinkenstecker über den Aux-Eingang eingebunden werden. Dazu hat er einen UKW-Empfänger mit Teleskopantenne an Bord und spielt dank DAB+ auch digitales Radio ab - beim Vorgänger gab's nur FM-Radio.   

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Die LED-Anzeige des Teufel Boomster ist angenehm dezent.

(Foto: jwa)

Der Radio-Empfang ist nicht das einzige, was Teufel verbessert hat. Hinterm Lautsprechergitter befindet sich jetzt eine LED-Anzeige, die erst sichtbar wird, wenn man den Boomster einschaltet. Das ist gut gelöst, denn so erfüllt sie ihren Zweck, ohne dass sie aufdringlich wirkt oder im Dunkeln zu hell leuchtet. Die Anzeige gibt Aufschluss über den Wiedergabemodus, den Akkustand und im Radio-Betrieb über die gewählte Frequenz und den Sender - dank RDS-Funktion funktioniert das auch im FM-Modus.

Details verbessert

Ebenfalls verbessert wurde der flache Tragegriff aus Metall - er fasst sich zwar immer noch nicht besonders bequem an, doch an den Seiten und unterm Griff ist nun genug Spielraum, um den Boomster halbwegs bequem zu transportieren. Sonst noch neu: Statt drei Sendespeichertasten gibt es nun je vier für FM-Radio und DAB+, die ganz einfach belegt werden, indem man einen Sender wählt und die entsprechende Taste lange drückt. Der Subwoofer lässt sich jetzt in sechs Stufen in beide Richtungen regeln – zwischen +6 und -6 ist genügend Spielraum für jede Situation, von der lauten Freiluft-Session bis zum Flüster-Einsatz in den eigenen vier Wänden.

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Bedient wird der Teufel Boomster über Sensortasten.

(Foto: jwa)

Andere Qualitäten hat Teufel zum Glück beibehalten: Alle Anschlüsse sind für den Outdoor-Einsatz hinter Gummiklappen verborgen, es gibt einen USB-Anschluss zum Aufladen von externen Geräten, und wenn dem Akku die Puste ausgeht, kann man ihn herausnehmen und den Boomster mit 8 AA-Batterien füttern. Der Sound ist so fett wie beim Vorgänger und vor allem auf den Draußen-Einsatz abgestimmt - in kleinen Räumen und bei hohen Lautstärken können die Höhen etwas dominant wirken, insgesamt aber klingt der Boomster angenehm klar und voll und kommt auch bei hohen Lautstärken ohne Scheppern und Kratzen aus.

Leider keine App

Die Bedienung über die Sensorflächen ist weitgehend selbsterklärend und erschließt sich auch ohne Handbuch schnell. Zum kantigen Äußeren hätten allerdings auch ein paar "richtige" Tasten und Drehräder zum Anfassen gut gepasst, zum Beispiel für die Lautstärke oder den An-Aus-Schalter - den drückt man nämlich schon mal aus Versehen, wenn man den Boomster in die Hand nimmt. Ärgerlich, wenn dann mit einem "Goodbye" auf dem Display die Musik mittendrin verstummt.

Als optionales Zubehör bietet Teufel den "Puck" an, eine Fernbedienung im Look eines Eishockeypucks. Wer das nicht will, dem bleibt nur die Bedienung am Gerät selbst. Praktisch wäre eine App fürs Smartphone, in der man den Sound anpassen, mehrere Boomster miteinander verbinden, die Wiedergabemodi wechseln oder Radiostationen auswählen und speichern kann. Solche Apps sind bei modernen Bluetooth-Kopfhörern quasi Standard, der Boomster muss ohne auskommen.

Trotzdem ist Teufels "Ghettoblaster 2.0" ein guter Weggefährte für viele Lebenslagen - als Küchenradio macht er sich ähnlich gut wie als Boombox für den Außeneinsatz. Beim Hersteller kostet der Boomster rund 350 Euro, das ist nicht wenig. Der besonders bei Jugendlichen beliebte JBL Xtreme ist mit rund 300 Euro etwas günstiger und obendrein wasserdicht. Doch der Boomster liegt beim Sound vorne, hat mehr Funktionen und dank seines klassischen Designs passt er als Indoor-Lautsprecher auch gut in die Wohnung.

Quelle: n-tv.de

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