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Gratis-Software hält mit Warentest prüft Antiviren-Programme

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Hat die Schutzsoftware einen Virus entdeckt, sollte die infizierte Datei in die Quarantäne verschoben werden.

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Wer seinen PC vor Viren und Erpresserprogrammen aus dem Internet schützen will, kommt um ein Antivirenprogramm nicht herum. Stiftung Warentest prüft, ob man dafür wirklich tief in die Tasche greifen muss oder auch Gratissoftware einen guten Schutz bietet.

Können kostenlose Antiviren-Pakete für Windows 10 mit den Bezahl-Programmen mithalten? Das hat Stiftung Warentest für die neue Ausgabe seiner Zeitschrift "test" untersucht und dafür 13 kostenpflichtige und vier kostenlose Lösungen sowie das in Windows enthaltene Schutzprogramm "Defender" getestet. Jeder Kandidat wurde dafür mit mehr als 140.000 Schädlingen bombardiert, zudem sollte jede Software 37 verschiedene Erpresserprogramme aufhalten.

Der Test zeigt: Im Vergleich zu früher werden die Schutzprogramme immer besser. 12 von insgesamt 18 Antiviren-Paketen schließen im Haupturteil "Schutz" gut ab. Die beste Abschirmung gibt es dabei gegen Bares. Zwischen 23 und 50 Euro kosten die überzeugendsten Programme. Testsieger Norton Security Standard mit der Gesamtnote 1,9 (23 Euro für eine einjährige Lizenz) kann mit einem sehr guten Wächter aufwarten. Er ließ die Mehrheit der Schädlinge gar nicht erst auf den PC und stoppte alle Erpresser-Programme bis auf eines. Der Test bestätigt damit: -Selbst die beste Sicherheits-Software kann keinen hundertprozentigen Schutz gewähren. Mehr Zusatzfunktionen bieten für 36 Euro Kaspersky Internet Security (2,1) und für 30 Euro Eset Internet Security (2,2).

Schutzprogramm Defender kann nicht überzeugen

Zwei der vier getesteten Gratis-Programme können auch mit einer guten Kauf-Software mithalten: AVG Antivirus Free (2,3) und Avira Free Antivirus (2,4). Dabei schützt AVG besser als Avira. Im Vergleich zu Testsieger Norton hat AVG nur 66 Viren, Würmer und Trojaner weniger erkannt und sämtliche Erpresser-Software abgewehrt. Das kostenlose AVG stufte im Test nur 160 von 500 Phishing-Links als gefährlich ein, Norton dagegen 435.

Zusatzfunktionen sind bei beiden Gratis-Paketen aber Mangelware. Wer etwa bei Online-Bankgeschäften Wert auf einen extra geschützten Zahlungsverkehr legt, sollte sich laut Stiftung Warentest lieber für ein Kaufprogramm entscheiden.

Microsofts Gratis-Schutz Defender (3,0) hat den Vorteil, dass der Nutzer es nicht extra installieren muss, weil es bereits Teil des Microsoft-Betriebssystems Windows 10 ist. Es bietet einen automatischen Grundschutz, reicht aber nicht aus. Bei den untersuchten Schutzprogrammen bildet es das Schlusslicht, weil er den PC nachlässiger verteidigt als alle anderen Test-Kandidaten. Der Defender schütze nur mittelmäßig vor Angreifern und müsse um eine gute Sicherheitssoftware ergänzt werden, empfiehlt Stiftung Warentest.

Quelle: n-tv.de, jki

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