Wirtschaft

Gebote in Milliardenhöhe 5G-Auktion nimmt wieder an Fahrt auf

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Die Versteigerung der 5G-Frequenzen läuft seit dem 19. März unter strengen Sicherheitsvorkehrungen bei der Bundesnetzagentur.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach einer Hängepartie greifen verschiedene Telekommunikationsfirmen in Sachen 5G-Frequenzen wieder tiefer in die Tasche. Während die Auktion in Deutschland in der 128. Runde läuft, sind die USA und Südkorea um Welten weiter.

Bei der Versteigerung der Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G in Mainz bieten die Unternehmen mittlerweile mehr als drei Milliarden Euro. Bislang gaben die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica (O2) und United Internet (1&1) in der 128. Runde Gebote über insgesamt 3,1 Milliarden Euro für die 41 Frequenzpakete ab. Die Versteigerung läuft seit dem 19. März unter strengen Sicherheitsvorkehrungen bei der Bundesnetzagentur.

Nach am Vortag vorübergehend nur noch geringem Interesse zogen die Gebote der vier Teilnehmer wieder an. Branchenexperten hatten mit einem Endergebnis zwischen drei und fünf Milliarden Euro gerechnet. Aktuell kommt Branchenprimus Telekom auf die meisten Pakete. Im Gleichstand befinden sich Vodafone und Drillisch, während sich Telefónica bislang mit dem geringsten Spektrum zufriedengeben muss.

Vertreter der Unternehmen geben in getrennten Räumen in einem abgeschirmten Netzwerk gleichzeitig ihre Gebote für die Blöcke ab. Eine Auktionsrunde dauert maximal eine Stunde. Die Auktion läuft so lange, bis es für keinen Block mehr ein höheres Gebot gibt. Das kann Hunderte Runden und mehrere Wochen dauern.

Bei der Versteigerung 2015 lagen die Einnahmen nach 181 Bieterrunden bei fünf Milliarden Euro. 2010 brauchten die Bieter 224 Runden. Die Frequenzen gingen letztlich für 4,4 Milliarden Euro an die Höchstbietenden. Im Jahr 2000 waren sogar mehr als 50 Milliarden Euro zusammengekommen.

Die derzeit zum Verkauf stehenden Frequenzen eignen sich insbesondere für die Versorgung von Innenstädten und Industrieanlagen. Es wird noch Jahre dauern, bis der neue Mobilfunkstandard in der Breite ankommen wird. 5G verspricht eine mindestens zehn Mal höhere Datenübertragungsrate als der bisherige Standard LTE sowie deutlich geringere Reaktionszeiten.

Prominente als erste Abonnenten eingesetzt

Mobilfunkbetreiber in Südkorea und den USA haben unterdessen ihre kommerziellen 5G-Netzwerke für Smartphones bereits in Betrieb genommen - früher als geplant. Im Rennen um den Start des ersten superschnellen Netzes für den Massenmarkt war das 5G-Netz in den USA allerdings zunächst nur in zwei Städten verfügbar. In Südkorea waren beim Start nur ausgewählte Nutzer dabei.

Der US-Provider Verizon teilte mit, dass das 5G-Ultrabreitband jetzt in Teilen Chicagos und Minneapolis im Livebetrieb sei - und damit um eine Woche früher als geplant. Kurz zuvor aktivierten bereits die drei größten Betreiber in Südkorea ihre Netze für den neuen Mobilfunkstandard einen Tag früher als vorgesehen. Das neue Netz soll in Südkorea in 85 Städten einschließlich der Hauptstadt Seoul und sechs weiteren Großstädten verfügbar sein.

Sowohl Verizon als auch die Anbieter in Südkorea beanspruchten für sich, die weltweit ersten 5G-Smartphone-Nutzer zu haben. In Südkorea wurden sie vorab mit dem neuen, 5G-tauglichen Flaggschiff-Smartphone des Marktführers Samsung, Galaxy S10, ausgestattet. Das Modell wird allerdings erst am morgigen Freitag offiziell auf den Markt kommen.

Der größte Mobilfunkanbieter in Südkorea, SK Telecom, erklärte, dass sechs Prominente einschließlich der früheren Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Yuna Kim die "ersten 5G-Smartphone-Abonnenten der Welt" seien. Die Prominenten sollen als 5G-Botschafter für den Service des Unternehmens werben. Um das ultraschnelle 5G-Netz von Verizon in den USA zu nutzen, können Kunden bisher nur auf das Motorola-Modell Moto Z3 zurückgreifen, das dazu extra aufgerüstet werden muss.

Quelle: n-tv.de, fzö/jwu/AFP/dpa/rts

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