Wirtschaft

Corona schlimmer als Finanzkrise 725.000 Unternehmen brauchen Kurzarbeit

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Die Bundesregierung rechnet mit etwa 2,1 Millionen Kurzarbeitern.

(Foto: imago images/Arnulf Hettrich)

Wegen der weltweiten Finanzkrise mussten vor gut zehn Jahren bis zu 1,4 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit. In der Corona-Krise werden es allem Anschein nach deutlich mehr: Schon jetzt zählt die Bundesagentur für Arbeit eine drei viertel Million Anträge.

Die Zahl der Unternehmen, die wegen der Coronavirus-Krise Kurzarbeit anmelden, steigt weiter. Bis Ostermontag waren es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 725.000. Das ist ein Anstieg um zwölf Prozent binnen einer Woche. Wie viele Menschen damit von Kurzarbeit betroffen sein werden, lasse sich zunächst nicht beziffern, erklärte die Arbeitsagentur. Genaue Zahlen könne man erst mitteilen, wenn die Kurzarbeit abgerechnet werde.

Die BA geht bisher davon aus, dass die Zahl der Betroffenen "deutlich" über dem Niveau der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 liegen wird. Damals waren in der Spitze bis zu 1,4 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit. Die Regierung rechnet mit etwa 2,1 Millionen Kurzarbeitern.

Die Bundesregierung hatte wegen der Corona-Epidemie im Eilverfahren Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld beschlossen, die rückwirkend bereits seit dem 1. März gelten. Unternehmen können bereits dann Kurzarbeitergeld beantragen, wenn zehn Prozent der Beschäftigten im Betrieb von Arbeitsausfall betroffen sind - statt wie zuvor ein Drittel. Zudem werden Arbeitgebern die Sozialversicherungsbeiträge, die sie auch bei Kurzarbeit zu zahlen haben, in voller Höhe erstattet. Ziel ist es, Arbeitsplätze zu erhalten.

Erholung im zweiten Halbjahr

Das Bundeswirtschaftsministerium geht dennoch von einem Einbruch auf dem Arbeitsmarkt aus. "Der Beschäftigungsanstieg wird sich nicht fortsetzen. Die Arbeitslosigkeit wird zunehmen", heißt es im jüngsten Monatsbericht des Ministeriums. Die Frühindikatoren für den Arbeitsmarkt hätten massiv nachgegeben und ließen eine rückläufige Beschäftigung und einen Anstieg bei der Arbeitslosigkeit infolge der Corona-Pandemie erwarten.

Eine Erholung dürfte sich den Angaben zufolge erst im zweiten Halbjahr einstellen. Das Wirtschaftsministerium erwartet, dass die aktuelle Rezession bis Mitte des Jahres andauern wird.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/DJ

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