Wirtschaft

Winkelmann geht zum Jahresende Air-Berlin-Chef verzichtet auf Gehalt

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Thomas Winkelmann hätte auch bei einer Kündigung sein Grundgehalt von 950.000 Euro bekommen.

(Foto: picture alliance / Paul Zinken/d)

Thomas Winkelmann ist der letzte Chef von Air Berlin. Eigentlich sollte er noch bei der Abwicklung helfen, er geht jetzt aber vorzeitig. Dabei gibt er Forderungen nach und will einen Teil seines Millionen-Gehalts nicht mitnehmen.

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann verlässt nach einigem Hin und Her doch vorzeitig die insolvente Fluggesellschaft. Insolvenzverwalter Lucas Flöther teilte mit, der Vertrag des 58-Jährigen sei zum Jahresende vorzeitig aufgelöst worden. Dabei verzichtet der ehemalige Lufthansa-Manager auf Geld: "Die Einigung kommt den Gläubigern von Air Berlin zugute, da Herr Winkelmann auf einen Teil seines ihm vertraglich vereinbarten Gehalts verzichtet", erklärte Flöther. Auf wie viel Gehalt Winkelmann verzichtet, wollte der Insolvenzverwalter mit Verweis auf das vereinbarte Stillschweigen nicht sagen.

Air Berlin
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Nach der Pleite von Air Berlin vor knapp einem Jahr war bekannt geworden, dass Winkelmann sein Gehalt von rund 4,5 Millionen Euro durch eine Bankgarantie insolvenzsicher hatte garantieren lassen. Dieser Fakt hatte zuletzt für Kritik gesorgt. Winkelmann war aufgefordert worden, zumindest auf einen Teil seines Gehalts zu verzichten.

Für Winkelmann wurde laut Geschäftsbericht von Air Berlin vereinbart, dass er auch im Falle einer ordentlichen Kündigung sein Grundgehalt von 950.000 Euro im Jahr bis Anfang 2021 bekommt. Für das erste Jahr wurde zudem ein Mindestbonus von 400.000 Euro festgesetzt.

Airline wird jahrelang abgewickelt

Ein Ersatz ist nicht nötig. Operativ hatte Winkelmann zuletzt nur noch wenig zu tun. In der Insolvenz hat allein der Insolvenzverwalter das Sagen. An Ruhestand denkt der ehemalige Lufthansa-Manager aber offenbar nicht: "Ich kann mich nun ab 2019 neuen beruflichen Aufgaben widmen", sagte er.

Laut Vertrag hätte Winkelmann bis 2021 im Amt bleiben sollen. Einst hatte es geheißen, er gebe den Posten im April dieses Jahres ab. Dann sollte er doch auf "unabsehbare Zeit" bleiben, um bei der Abwicklung der ehemals zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft zu helfen.

Air Berlin hatte im August 2017 Insolvenz angemeldet und im Oktober den Flugbetrieb eingestellt. Mehrere tausend Mitarbeiter waren betroffen. Große Teile gingen an die Lufthansa. Von der größten deutschen Airline war Winkelmann erst Anfang 2017 und damit wenige Monate vor der Insolvenz zu Air Berlin gewechselt. Air Berlin wird nach Einschätzung der Insolvenzverwaltung frühestens in zehn Jahren komplett verschwinden. Derzeit arbeiten noch mehr als 100 Beschäftigte bei dem Unternehmen und unterstützen bei der Abwicklung.

Quelle: ntv.de, cam/rts/AFP/dpa