Wirtschaft

Etihad zahlt 300 Millionen Air Berlin stößt Niki ab

Die Umstrukturierung der angeschlagenen Air Berlin nimmt Gestalt an. In einem ersten Schritt reicht sie ihre Anteile an der österreichischen Niki Luftfahrt an den eigenen Großaktionär Etihad weiter. Der will diese in ein neues Joint Venture mit Tui einbringen.

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin trennt sich von ihren Anteilen an der österreichischen Airline Niki. Abnehmer ist der Großaktionär Etihad, der die Anteile an einen geplanten Airline-Verbund einbringen wird. Air Berlin werden aus dem Deal 300 Millionen Euro zufließen, was bei Abschluss einen positiven Effekt auf das Finanzergebnis des Konzerns haben wird.

Die Niki Luftfahrt GmbH werde von Air Berlin mit Beginn des Sommerflugplans 2017 Beförderungsverträge für bestimmte touristische Flugziele in Südeuropa außer Europa, Nordafrika und der Türkei übernehmen. Auch die Slots werden übernommen. Zudem wird Air Berlin alle noch von ihr betriebenen Airbus A321-Flugzeuge abtreten und im Gegenzug die A319- und A320-Maschinen von Niki übernehmen.

Etihad und der Reisekonzern Tui hatten vor kurzem angekündigt, ein Airline-Joint-Venture zu gründen, in das unter anderem die österreichische Tochter von Air Berlin eingebracht werden soll. Europas größter Reisekonzern will seine Ferienfliegertochter Tuifly in das Gemeinschaftsunternehmen einbringen. Tui und Etihad sollen je ein Viertel der Anteile am Joint Venture halten, die übrigen gut 50 Prozent sollen bei einer österreichischen Stiftung liegen.

Air Berlin steht seit einiger Zeit unter erheblichem Druck. Nachdem die Airline unter dem Gründer Joachim Hunold zügig gewachsen war und die Wettbewerber dba, LTU und auch Niki übernommen hatte, bereitet ihr die zunehmende Konkurrenz im Luftfahrtsektor enorme Schwierigkeiten. Gestützt wird Air Berlin von der arabischen Airline Etihad, die sich vor vier Jahren an Air Berlin beteiligt hat und knapp 30 Prozent der Anteile hält.

Quelle: ntv.de, mbo/DJ