Wirtschaft

British Airways steigert Gewinn Air France rutscht tiefer in die roten Zahlen

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Die französischen Gewerkschaften fordern für die Air-France-Beschäftigten eine sofortige Gehaltserhöhung um 5,1 Prozent, nachdem der Konzern seinen Gewinn 2017 kräftig gesteigert hatte.

(Foto: picture alliance / Christophe En)

Seit Wochen streiken die Mitarbeiter von Air France-KLM für höhere Gehälter. Der französische Luftfahrtkonzern verzeichnet einen hohen operativen Quartalsverlust, während ein anderer großer Konkurrent der Lufthansa zum Jahresstart kräftig zulegen kann.

Die anhaltenden Streiks von Piloten und Airline-Mitarbeitern haben das Quartalsergebnis der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air France-KLM deutlich belastet. Im ersten Quartal hätten die Ausstände bei Air France bereits 75 Millionen Euro gekostet, teilte der Luftfahrtkonzern mit. Im Gesamtjahr dürften die Streiks in Frankreich den operativen Gewinn um mindestens 300 Millionen Euro drücken. Von Januar bis März verbuchte Air France-KLM einen operativen Verlust von 118 Millionen Euro nach einem Minus von 33 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Auch am Freitag streikten Beschäftigte bei Air France wieder für höhere Gehälter: Die Airline musste rund ein Viertel ihrer Verbindungen streichen. Es war bereits der 13. Streiktag seit Ende Februar - die niederländische Schwester-Airline KLM ist davon nicht betroffen. Noch vor dem Wochenende soll das Ergebnis einer Mitarbeiterabstimmung über den jüngsten Vorschlag des Managements veröffentlicht werden, mit der das Unternehmen Bewegung in den festgefahrenen Tarifkonflikt bringen will. Konzernchef Jean-Marc Janaillac hat für den Fall einer Abstimmungsniederlage seinen Rücktritt angekündigt.

Die französischen Gewerkschaften fordern für die Air-France-Beschäftigten eine sofortige Gehaltserhöhung um 5,1 Prozent, nachdem der Konzern seinen Gewinn im Gesamtjahr 2017 kräftig gesteigert hatte. Das Unternehmen bietet 7 Prozent an - allerdings gestreckt über vier Jahre.

Finanzchef Frederic Gagey sprach trotz des andauernden Arbeitskampfs und seiner Auswirkungen von einem wirtschaftlich guten Start ins Jahr. Es sei bedauerlich, dass Air France-KLM von der starken Nachfrage nach Flugtickets nicht profitiere. So haben die Durchschnittserlöse - ein Maß für die Ticketpreise - währungsbereinigt um 1,2 Prozent angezogen. Die Zahl der Fluggäste wuchs um 5,2 Prozent auf 22 Millionen.

IAG startet mit Gewinnplus ins Jahr

Während Air France-KLM im ersten Quartal trotz höherer Einnahmen einen größeren Verlust einflog, konnte die British-Airways-Mutter IAG - einer der wichtigsten Wettbewerber von Air France-KLM und Lufthansa im europäischen Markt - dank höherer Ticketpreise mit einem überraschend kräftigen Gewinnplus ins Jahr starten. Abseits von Sondereffekten erzielte der britisch-spanische Airline-Konzern im ersten Quartal einen operativen Gewinn von 280 Millionen Euro und damit 75 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die International Airlines Group (IAG) mitteilte.

Unter dem Strich sprang der Gewinn sogar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 72 auf 794 Millionen Euro in die Höhe, weil IAG nach einer Einigung auf ein neues Betriebsrenten-System ihre langfristigen Verpflichtungen deutlich reduzieren konnte. IAG-Chef Willie Walsh sieht den Konzern damit auf Kurs, seinen operativen Gewinn in diesem Jahr wie geplant zu steigern. 2017 hatte IAG ihr operatives Ergebnis auf 3 Milliarden Euro in die Höhe getrieben.

Zu dem Konzern gehören neben British Airways auch die spanischen Fluggesellschaften Iberia und Vueling, die irische Fluglinie Aer Lingus und die neue Billig-Langstrecken-Airline Level. Zuletzt hat IAG zudem ein Auge auf den norwegischen Billigflieger Norwegian geworfen und denkt über ein Übernahmegebot nach.

Im ersten Quartal konnte IAG die Durchschnittserlöse im Passagiergeschäft währungsbereinigt um 3,5 Prozent nach oben treiben. Die anteiligen Treibstoffkosten seien hingegen nur um 0,6 Prozent gestiegen, sagte Walsh. Der Umsatz legte konzernweit um gut zwei Prozent auf 5 Milliarden Euro zu.

Den Zwischenberichten zur Geschäftslage im ersten Quartal gestehen Branchenkenner nur eine eingeschränkte Aussagekraft zu: Fluggesellschaften schneiden in den Wintermonaten in der Regel schwächer ab. Ihre Gewinne fliegen sie hauptsächlich in der Hauptreisezeit im Sommer ein.

Quelle: n-tv.de, hny/dpa

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