Wirtschaft

Kohle-Projekt in Australien Aktivisten bringen Siemens ins Grübeln

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Fridays for Future protestierte in mehreren Städten gegen das Siemens-Projekt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kohle ist einer der schmutzigsten Energieträger und mitverantwortlich für den Klimawandel. Der Druck auf Unternehmen, die dennoch an dem fossilen Brennstoff festhalten, wächst. Auch Siemens will nun nach Protesten junger Klimaaktivisten ein Projekt überdenken.

Siemens will angesichts von Protesten bis Montag entscheiden, ob der Auftrag zur Lieferung einer Zugsignalanlage für ein Kohlebergwerk in Australien ausgeführt wird. "Wir werden zügig entscheiden, wie wir mit dieser konfliktären Interessenlage umgehen." Das sagte Konzernchef Joe Kaeser in Berlin nach einem Gespräch mit der Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer.

Das vom indischen Industriekonzern Adani geplante Kohlebergwerk im Bundesstaat Queensland soll eines der größten der Welt werden. Das Unternehmen will die Kohle mit Zügen zum Hafen bringen und in Kraftwerken in Indien verfeuern.

Es gebe unterschiedliche Interessenlagen, von Aktionären, Kunden und auch der Gesellschaft, sagte Kaeser. Er wolle im Vorstand darüber beraten, ob Siemens den bestehenden 18-Millionen-Euro-Vertrag erfüllen werde. "Es ist klar, dass diese Entscheidung nicht einfach ist." Siemens müsse früher erkennen, wenn sich der Konzern an kritischen Projekten beteilige.

Kaeser bietet Neubauer Posten an

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Das Projekt stößt - auch vor dem Hintergrund der Buschfeuer in Australien - auf erbitterten Widerstand von Organisationen wie Fridays for Future. Umweltschützer warnen, die Verbrennung der Kohle in Indien und China werde die Klimaerwärmung verschlimmern; zudem seien vor Ort zahlreiche Tierarten bedroht.

Kaeser sagte, er habe Neubauer in einem Aufsichtsgremium in der neuen Gesellschaft Siemens Energy einen Sitz angeboten. Sie habe darauf "überrascht" reagiert. "Ich möchte, dass die Jugend sich aktiv beteiligen kann", so Kaeser weiter. Er unterstütze Fridays for Future. Neubauer lehnte Medienberichten zufolge das Angebot jedoch ab. Fridays for Future demonstrierte heute bundesweit in mehreren Städten gegen Siemens.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/rts/AFP