Wirtschaft

Es geht um die Wurst Aldi erzürnt die Fleischbranche

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Aldi will weniger für die Wurst zahlen.

(Foto: imago images/osnapix)

Die Schweinefleischpreise sind in den vergangenen Wochen deutlich gesunken. Und der Discount-Riese Aldi will dies rasch an die Kunden weitergeben. Die Fleischbranche aber wehrt sich.

Mitten in der Debatte um die Arbeitsbedingungen in der deutschen Fleischbranche sorgt Discount-Marktführer Aldi mit der Forderung nach Preissenkungen bei Wurstprodukten für Aufregung. "Die Forderungen von Aldi sind komplett gewissenlos", sagt die Präsidentin des Bundesverbandes der deutschen Fleischwarenindustrie (BVDF), Sarah Dhem. Gerade angesichts der Bemühungen der Wurstbranche in den vergangenen Wochen, die Versorgungssicherheit in der Corona-Krise mit großem Aufwand sicherzustellen, passe die Forderung nicht in die Zeit.

Hintergrund des Streits ist der Einbruch der Schweinefleisch-Preise in den vergangenen Wochen. Aldi betont, das Unternehmen orientiere sich "wie jeder andere Händler auch" bei den Preisausschreibungen an dem durch Angebot und Nachfrage geprägten Preisniveau, berücksichtige aber auch andere Kriterien wie Qualität und Leistung. "Als Händler und insbesondere Discounter ist es aber auch unsere ureigene Aufgabe, Kosten- und Preisvorteile an unsere Kunden weiterzugeben."

Signalwirkung für Wettbewerber?

Die "Lebensmittel Zeitung" hatte zuvor berichtet, Aldi fordere unter Verweis auf die gesunkenen Preise für Schweinefleisch rasche Preissenkungen bei Wurstprodukten. Dass sich die Wurstpreise grundsätzlich auch an den Rohstoffpreisen orientieren, ist durchaus üblich, wie auch Dhem einräumt.

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Für Unmut in der Branche sorgen nach ihren Worten aber die Höhe, das Tempo und der Zeitpunkt der Preisforderungen. Zudem fürchtet die Branche, dass der Schritt von Aldi Signalwirkung für die anderen großen Handelsketten haben dürfte.

Aldi betont, traditionell würden die Preise bei Wurstwaren neu verhandelt, wenn sich der Markt spürbar nach oben oder unten bewege. Angesichts der zuletzt heftigen Preisausschläge habe das Unternehmen den Herstellern für die nächste Zeit ein flexibleres Vorgehen vorgeschlagen. "Wir haben dabei explizit betont, dass der Vorschlag sowohl steigende als auch sinkende Preisniveaus betrifft, also keine 'Einbahnstraße' ist", sagt das Unternehmen.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa