Wirtschaft
Durch die gut 1200 Kilometer lange Leitung soll russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland gepumpt werden.
Durch die gut 1200 Kilometer lange Leitung soll russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland gepumpt werden.(Foto: picture alliance / Stefan Sauer/)
Montag, 16. April 2018

Antwort auf Pipeline-Kritik : Altmaier plant fest mit Nord Stream 2

Die Pipeline Nord Stream 2 soll die deutsche Energieversorgung sichern. Doch vor allem in den USA und Osteuropa gibt es Widerstand gegen das deutsch-russische Projekt. Wirtschaftsminister Altmaier entkräftet die Vorwürfe mit Verweis auf den Kalten Krieg.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will an der umstrittenen deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 festhalten. "Das Projekt Nord Stream 2 ist in erster Linie ein Gas-Pipeline-Projekt von Unternehmen, die bereits Genehmigungen mehrerer Länder, auch Deutschlands, erhalten haben. Die Genehmigungen erteilen in Deutschland die zuständigen Behörden, nicht die Bundesregierung", sagte Altmaier der "Bild"-Zeitung.

Durch die gut 1200 Kilometer lange Leitung Nord Stream 2 soll russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland gepumpt werden. An der Finanzierung sind der deutsche Energiekonzern Uniper, die BASF-Tochter Wintershall und die österreichische OMV beteiligt.

Vor allem in der US-Regierung hatte der Widerstand gegen das Projekt zuletzt zugenommen. Auch osteuropäische Länder wie Polen und die Ukraine sind gegen die Pipeline. Erst vergangene Woche erklärte nun auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, es handle sich nicht nur um ein wirtschaftliches Projekt. Es gelte, auch politische Faktoren zu berücksichtigen.

Altmaier versprach gegenüber der "Bild"-Zeitung, die Bundesregierung werde "ganz sicher auch die Interessen der Ukraine berücksichtigen". Außerdem sollten Deutschland und Europa "eine Infrastruktur von Flüssiggas-Terminals schaffen, damit einseitige Abhängigkeiten vermieden werden."

Auf die Frage, ob Russlands Unterstützung für Syriens Machthaber Assad seine Haltung zu Nord Stream 2 verändere, antwortete Altmaier: "Beide Dinge sollte man nicht vermischen. Wir haben stets deutlich gemacht, dass Russland eine Hauptverantwortung für die Lage in Syrien und der Ukraine trägt. Das bedeutet aber nicht, dass wir neue Krisenherde vor der Haustüre schaffen. Russische Gasimporte hat es auch zur Zeit des Kalten Krieges gegeben, und sie waren zu jeder Zeit sicher."

Quelle: n-tv.de