Wirtschaft

Staat steuert auf Insolvenz zu Argentinien lässt Zahlungsfrist verstreichen

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Wartende vor einer Suppenküche: Die gegenwärtige Krise trifft Argentinien hart.

(Foto: picture alliance/dpa)

In dieser Woche hätte Argentinien den Käufern von Staatsanleihen 500 Millionen Dollar zahlen müssen. Doch das Land steht wegen der Corona-Krise einmal mehr vor dem Ruin und lässt die Frist erneut verstreichen. Die Zeit bis zur Staatspleite wird knapp.

Im Ringen um eine Restrukturierung der Staatsschulden hat Argentinien erneut eine Zahlungsfrist verstreichen lassen. Damit steuert das Land weiter auf einen Zahlungsausfall zu. Die Regierung zahlte fällige Zinsen auf Staatsanleihen in Höhe von rund 500 Millionen US-Dollar am Mittwoch nicht, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Nun bleiben Argentinien noch 30 Tage Zeit, um sich mit den privaten Gläubigern auf eine Umschuldung zu einigen.

Gelingt keine Einigung, droht Argentinien erneut die Staatspleite. Argentinien will Kredite in Höhe von 68 Milliarden US-Dollar restrukturieren und hatte den privaten Gläubigern in der vergangenen Woche ein Angebot für eine Umschuldung unterbreitet. Die Offerte sah einen Schuldenschnitt und ein Zahlungsmoratorium bis 2023 vor. Mehrere Gläubigergruppen lehnten das Angebot allerdings bereits ab.

Das südamerikanische Land steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Argentinien leidet unter einem aufgeblähten Staatsapparat, geringer Produktivität der Industrie und einer großen Schattenwirtschaft, die dem Staat viele Steuereinnahmen entzieht.

Wegen der Corona-Pandemie verhängte die Regierung zuletzt zudem weitreichende Ausgangsbeschränkungen und legte die Wirtschaft für Wochen praktisch lahm. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 5,7 Prozent. Argentinien war zuletzt 2014 und 2001 zahlungsunfähig, wobei das Land seit bald zwei Dekaden unter den Folgen der Insolvenz zur Jahrtausendwende leidet.

Quelle: ntv.de, shu/dpa