Wirtschaft
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Dienstag, 22. September 2015

US-Kongress setzt Anhörung zu VW an: Aufseher verspricht personelle Konsequenzen

USA, EU, Südkorea: Die Untersuchungen zur VW-Abgasaffäre gewinnen weltweit an Fahrt. Auch konzernintern beginnt die Suche nach den Verantwortlichen. Für Niedersachsens Vertreter im Aufsichtsrat ist bereits klar, dass der- oder diejenigen gehen müssen.

Weltweit schalten sich weitere Behörden und Politiker in die Ermittlungen um die Abgasaffäre beim Autobauer VW ein. So kündigten Abgeordnete in Washington an, dass sich der US-Kongress in einer Anhörung mit der Manipulation der Abgastests beschäftigen werde. Der niedersächsische Wirtschaftsminister und VW-Aufsichtsrat Olaf Lies geht fest davon aus, dass die Affäre am Ende auch personelle Konsequenzen beim Konzern haben werde.

"Wir werden jetzt, glaube ich, in den nächsten Tagen und Wochen die Details erfahren, wer wann wo welche Entscheidungen getroffen hat, wer dafür verantwortlich ist", sagte der SPD-Politiker Lies im Deutschlandfunk. Wenn denn klar sei, welche Personen verantwortlich seien, könne man auch die entsprechenden Konsequenzen ziehen. "Und ich bin mir sicher, daraus wird es dann am Ende auch personelle Konsequenzen geben", sagte Lies.

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Einen Rücktritt von Vorstandschef Martin Winterkorn forderte Lies nicht. Dies hatte Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer verlangt, da Winterkorn auch für den Konzernbereich Forschung und Entwicklung zuständig sei.

US-Kongress setzt Anhörung an

In den USA wird sich zusätzlich zu den Untersuchungen der Umweltbehörde EPA und strafrechtlichen Ermittlungen durch das Justizministerium auch das Parlament mit den Vorwürfen gegen VW beschäftigen. Eine entsprechende Anhörung im US-Kongress solle in den kommenden Wochen stattfinden, kündigten die republikanischen Abgeordneten Fred Upton und Tim Murphy aus dem Repräsentantenhaus an. "Das amerikanische Volk verdient Antworten und Zusicherungen, dass dies nicht wieder passiert", heißt es in einer Erklärung der beiden Kongressmitglieder.

Auch die EU-Kommission in Brüssel hat in der Affäre Kontakt zu den US-Behörden aufgenommen, um weitere Informationen zu erlangen. Der französische Finanzminister Michel Sapin forderte, dass auch in Europa Ermittlungen eingeleitet werden sollten. Französische Autohersteller sollten dabei ebenfalls auf den Prüfstand. Es gebe aber keinerlei Anlass zu der Annahme, dass französische Autohersteller wie Volkswagen gehandelt hätten.

In Südkorea sind Abgas-Tests für Fahrzeuge von Volkswagen angeordnet worden. Und das Kraftfahrtbundesamt soll nun untersuchen, ob es möglicherweise auch in Deutschland oder anderen europäischen Ländern Manipulationen durch Volkswagen oder andere Hersteller gab.

Quelle: n-tv.de