Wirtschaft

"Katastrophal" für deutsche Firmen Außenhandelsverband warnt vor Trump

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Sollten sich die USA auf einen Handelskrieg mit China einlassen, drohen auch im deutschen Exportgeschäft Einbußen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Außenhandelsverband BGA ist alarmiert: Deutschland als Exportnation könnte durch die Politik von US-Präsident Trump unter Druck geraten. Auch ein Handelskrieg zwischen den USA und China würde die deutsche Wirtschaft schwer treffen.

Die protektionistischen Töne aus den USA können laut Außenhandelspräsident Anton Börner zu einem konkreten Risiko für deutsche Unternehmen werden. "Sollten die Ideen des US- Präsidenten für neue Handelsbarrieren tatsächlich, insbesondere gegen China, umgesetzt werden, dann würde sich dies zweifelsohne aufgrund des großen Handelsvolumens katastrophal für die exportorientierte deutsche Wirtschaft und für unser Land insgesamt auswirken", sagte der Chef des Branchenverbandes BGA in Berlin.

Trump sei ein "von sich absolut überzeugter und machtbesessener" Familienunternehmer ohne Bindung zur sozialen Marktwirtschaft. Er betrachte die USA als sein Unternehmen und handele nach seinem Lebensmotto: "Ich gewinne immer." Es gelte, Trump ernst zu nehmen, ihm aber auch klar die Konsequenzen aufzuzeigen. Die Wirtschaftspolitik Trumps werde bei deutschen Unternehmen tiefe Spuren hinterlassen.

Bei einer willkürlichen Verhängung von Strafzöllen gegenüber einzelnen Unternehmen oder Ländern würde Donald Trump allerdings in Konflikt mit der Welthandelsorganisation WTO geraten. "Sollte Präsident Trump dennoch diese roten Linien austesten wollen, gilt es gemeinsam, also Politik und Wirtschaft, stark aufzutreten und harte Antworten zu formulieren", fügte der BGA-Chef hinzu.

Exporte nach China könnten einbrechen

Ein Handelskrieg der USA mit China hätte aus Börners Sicht auch negative Auswirkungen auf deutsche Exporte nach Fernost, falls sich im Zuge dieser Auseinandersetzung das Wirtschaftswachstum in China merklich abkühlen sollte. Ein solcher Rückgang würde dazu führen, dass auch die Nachfrage in China nach deutschen Gütern zurückginge. "Eine weltweite Rezession wäre unausweichlich", warnte Börner. "Für Deutschland als Exportnation und Europa hieße das Arbeitslosigkeit und Zunahme von Populismus."

Zugleich bekräftigte er die jüngste Prognose für die Entwicklung der Exporte im laufenden Jahr. Dabei soll ein Wachstum der deutschen Ausfuhren von bis zu 2,5 Prozent und ein neuer Rekordwert von rund 1,23 Billionen Euro herausspringen. "Hinter dieser Prognose muss jedoch ein großes Fragezeichen stehen, da die Unsicherheiten für deutsche Unternehmen nicht weniger geworden sind."

Quelle: n-tv.de, vni/rts/dpa

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