Wall Street schließt schwächerBankbilanzen können US-Anleger nicht begeistern

Für Chip-Werte ist es an den US-Börsen ein schwerer Tag, denn der Wettbewerb auf dem Halbleitermarkt bereitet den Anlegern zunehmend Sorgen. Die Quartalszahlen der Großbanken lösen an der Wall Street auch keine Euphorie aus.
Verluste bei Halbleiterwerten und gemischte Quartalszahlen der US-Großbanken haben Anlegern an der Wall Street am Dienstag die Stimmung verdorben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent tiefer bei 51.670 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab minimal nach auf 7805 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,2 Prozent auf 27.204 Punkte.
Anleger hoffen, dass eine starke Berichtssaison die Sorgen über den Krieg der USA mit dem Iran, steigende Anleiherenditen und die durch hohe Ölpreise getriebene Inflation in den Hintergrund drängen könnte. "Viele Investoren sind erleichtert, dass die Märkte nun vielleicht mehr auf die Unternehmensgewinne schauen und weniger auf den Anleihemarkt, anhaltend hohe Ölpreise und hohe Zinsen", sagte Jake Dollarhide, Chef der Vermögensverwaltung Longbow Asset Management.
Chip-Werte gerieten erneut unter Druck. Der Branchenindex PHLX fiel um 0,23 Prozent und verzeichnete damit den fünften Verlusttag in Folge. Broadcom-Chef Hock Tan hatte am Vortag einen Teil der Investitionsflüsse in den Sektor mit "Casino-Glücksspiel" verglichen. Zudem schürten Berichte über technologische Fortschritte des chinesischen Speicherchip-Herstellers CXMT die Sorge vor wachsender Konkurrenz. Die Aktien von Micron Technology verloren 3,6 Prozent und Applied Materials gaben um fast sieben Prozent nach. Broadcom-Papiere legten dagegen um 0,7 Prozent zu.
Appleaktie zeitweise hoch wie nie
Auch die Quartalsbilanzen der Banken sorgten für Zurückhaltung. Citigroup fielen um 5,6 Prozent und Goldman Sachs verloren 0,2 Prozent, obwohl beide Geldhäuser die Gewinnerwartungen übertroffen hatten. Wells Fargo gaben nach enttäuschenden Zahlen zum Zinsüberschuss um 3,1 Prozent nach. JPMorgan schlossen nach einem seltenen Gewinnrückgang 0,9 Prozent im Minus.
Apple erreichten im Handelsverlauf ein Rekordhoch von 348,15 Dollar und gingen mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent bei 341,27 Dollar aus dem Handel. Der Börsenwert des iPhone-Konzerns beläuft sich damit auf 4,98 Billionen Dollar.
Für Aufsehen sorgte Bumble: Die Aktien der Dating-App sprangen um fast 57 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen einer Übernahme und einem Rückzug von der Börse für 1,3 Milliarden Dollar zugestimmt hatte.
Domino's Pizza fielen um 4,8 Prozent, da die Fast-Food-Kette ihre Umsatzprognose für das Gesamtjahr zurückschraubte. Johnson & Johnson verloren trotz übertroffener Gewinnerwartungen 5,7 Prozent. Analysten rechnen nach Daten der LSEG im Durchschnitt damit, dass die Gewinne der S&P-500-Unternehmen im dritten Quartal um mehr als 30 Prozent steigen werden, angetrieben vor allem von Tech-Konzernen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).