Wirtschaft

Flyadeal setzt lieber auf Airbus Boeing-Kunde zieht 737-Max-Auftrag zurück

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Trübe Zeiten für Boeing: Der US-Konzern hat einen Flugzeugauftrag an den Rivalen Airbus verloren.

(Foto: picture alliance / Dirk Waem/BEL)

Die Krise beim Flugzeugbauer Boeing dauert an: Nach dem Startverbot für seinen Mittelstreckenjet 737 Max geht dem US-Konzern der erste Auftrag flöten. Der saudi-arabische Billigflieger Flyadeal vertraut lieber auf den Boeing-Rivalen Airbus.

Der US-Flugzeughersteller Boeing hat eine Bestellung von 737-Max-Flugzeugen an den europäischen Rivalen Airbus verloren. Der saudi-arabische Billigflieger Flyadeal will künftig mit einer reinen Airbus-Flotte unterwegs sein, wie er in Jeddah mitteilte. Der Auftragsverlust von Boeing ist eines der ersten konkreten Anzeichen dafür, dass die Krise rund um die Max-Maschinen dem Konkurrenten Airbus in die Hände spielen könnte.

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Boeing bestätigte, dass die saudische Gesellschaft ihren bereits bestehenden Vorvertrag für den Erwerb der Jets aus der 737-Max-Reihe nicht festzurren werde. Man wünsche der Airline alles Gute, hieß es in einer Mitteilung weiter. Flyadeal erklärte, dass das Unternehmen stattdessen zwischen 30 und 50 Maschinen vom Konkurrenzmodell Airbus A320neo kaufen werde. Der Flugzeugtyp ist der direkte Konkurrent zu Boeings Max-Maschinen, welche nach zwei Abstürzen innerhalb kurzer Zeit mit einem globalen Flugverbot belegt sind.

Das Geschäft zwischen der Billigflug-Tochter von Saudi Arabian Airlines und Airbus hat ein Volumen nach Listenpreisen von rund 5,5 Milliarden US-Dollar. Die in der Branche üblichen Rabatte sind hierin noch nicht berücksichtigt. Die ersten A320neo-Maschinen von Airbus sollen 2021 ausgeliefert werden und sind Teil eines 100 Maschinen umfassenden Geschäfts zwischen Saudi Arabian Airlines und Airbus.

Boeing entgehen 5,9 Milliarden

Den Vorvertrag über bis zu 50 Boeing-Maschinen der 737-Max-Reihe hatte Flyadeal erst im Dezember abgeschlossen. Da die Gesellschaft bisher mit Airbus-Maschinen unterwegs ist, galt der Deal als Durchbruch für Boeing. Laut Preisliste hätte die Order bei 5,9 Milliarden US-Dollar gelegen. Allerdings wurde der Auftrag niemals formal abgeschlossen.

Der Mutterkonzern von Flyadeal, die Fluggesellschaft Saudi Arabian Airlines, hatte auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Paris im Juni einen Großauftrag bei Airbus unterzeichnet. Dabei war aber noch nicht öffentlich geworden, dass der Konzern einen Teil der Maschinen bei Flyadeal einsetzen will - und die Airline im Gegenzug auf die Abnahme der Boeing-Jets verzichtet.

Die Mittelstreckenflugzeuge der 737-Max-Serie von Boeing müssen nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten seit Mitte März weltweit am Boden bleiben. Eine umstrittene Boeing-Steuerungssoftware steht nach ersten Erkenntnissen als mögliche Unglücksursache im Verdacht.

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Quelle: n-tv.de, cri/DJ

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